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Kultur |
Donnerstag, 02. Februar 2012
Theorie und Praxis verbinden — der erste Jahreskurs Kunst an der VHS
Leidenschaft müssen sie schon mitbringen, die Teilnehmer am „Jahreskurs Kunst“, den die Gmünder Volkshochschule heuer zum ersten Mal veranstaltet. Es soll eine kleine Runde von sechs bis zehn Leuten sein, die Theorie und Praxis verbunden sehen wollen und dabei intensiv betreut werden.
KUNST
(rw). Kunst spielt zwar an der
VHS eine große Rolle, sagt Bereichsleiterin Helga Widmaier, doch bislang waren sie immer getrennt: Hier die kunstbeflissenen Vortragsbesucher, dort die anderen, die in Kursen ihrer eigenen Kreativität frönen wollen. Diese Zielgruppen sind durchaus verschieden. Im Jahreskurs Kunst soll es schon um die eigene Kreativität gehen, gleichzeitig aber um Vorbilder aus der Kunstgeschichte. Technik und Theorie gehen gewissermaßen Hand in Hand. Im Laufe der Zeit soll eine Gruppe entstehen, die sich unterstützt und deren Mitglieder sich gegenseitig Rückmeldung geben. Und natürlich den professionellen Blick der drei versierten Kunstdozenten spürt. „Künstlerische Entwicklung braucht den Blick von außen“, sagt Helga Widmaier.
Am Beginn steht das Zeichnen, unerlässlich, um „erst einmal richtig sehen zu lernen“, meint Michael Helm. Der freischaffende Künstler war
20 Jahre lang Dozent für Druckgrafik an der Freien Kunstschule in Nürtingen, und seit
1980 ist er auch Dozent an diversen Volkshochschulen. Der Weg führt vom Auge in die Hand. Als sinnvoll, berichtet Michael Helm, habe sich eine erste Übung erwiesen: Ein auf dem Kopf stehendes Porträt zu zeichnen, „es ist verblüffend — es geht so besser.“ Weil das Bild auf diesem Weg den direkten Weg vom Auge zur Hand nimmt, nicht erst den Umweg über die Vorstellung. Schritt für Schritt will Michael Helm so die Teilnehmer in die Welt der Zeichnung und Druckgrafik führen, das Spiel mit Formen, Licht und Schatten üben.
„Es soll auch unterhaltend sein“, findet Frank Kleinknecht, der für die Farbenlehre zuständig ist und einen Grundlagenkurs für Aquarell– und Acrylmalerei anbietet. Grundlagen und Begriffe der Farbenlehre werden besprochen und mit praktischen Übungen umgesetzt. Es geht um das Verhältnis von Farbe und Räumlichkeit, um die Farbe in der Natur („Ist das Meer immer blau, der Eisbär weiß und der Baumstamm wirklich braun?“), und schließlich landet man bei den reinen Farbkompositionen. Neben dem Erlernen der Techniken kommen auch psychologische Aspekte zur Sprache, „es ist eine Art der Weltentdeckung.“ Frank Kleinknecht kommt aus der Werbebranche und ist seit
1995 freier Grafiker und Holzbildhauer — von ihm stammt der Bücherturm in der Stadtbibliothek — und seit sechs Jahren
VHS–Dozent.
Der dritte Teil des Jahreskurses führt von der Fläche in den Raum. Die Grundlagen des plastischen Denkens und Gestaltens vermittelt
Prof. Eberhard Kraemer. Der Bildhauer und Kunstpädagoge war
20 Jahre an Hochschulen tätig, hatte seit
1975 zahlreiche Einzelausstellungen und Kunst-Projekte. Seine Arbeitssschwerpunkte sind Bildhauerei, Installationen, Intermediales, Zeichnung, Fotografie und die Lehrtätigkeit. Ihm geht es darum, experimentierend die Wechselwirkungen von Körper, Raum, Plastizität und Form erfahrbar zu machen und damit die Voraussetzung, im Dreidimensionalen gestalterisch tätig zu sein.
Es wird vor allem mit Papier gearbeitet, aber auch Keramik ist möglich. Eberhard Kraemer begleitet seinen Kurs mit Darstellungen aus der Kunstwissenschaft. Die Kursteilnehmer können sich auch an den
VHS–Kunstfahrten beteiligen und die Vorträge im laufenden Programm wahrnehmen.
Die Anmeldung für den Jahreskurs Kunst der
VHS läuft. Beginn ist am
28. Februar, Ende am
10. November (
22 Tage,
107 Stunden). Ort: Unipark, Haus
10.
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