Am Rosenmontag baten die Heubacher Schlosshexen zum Ball
Hexe ohne Halle, es ist ein Trauerspiel. Was gab das für ein Heulen und Wehklagen, als deutlich wurde, dass die Stadthalle heuer nicht zur Verfügung stehen würde. Aber die Heubacher Schlosshexen haben das Beste daraus gemacht und gestern Abend eim Gemeindehaus ine rauschende Ballnacht gefeiert – trotz alledem.
HEUBACH. Das gab’s in der Tat noch nie: Ziemlich turbulent hat die Faschings-Saison in Heubach begonnen; Oberhexe Heidi erklärte, schier der Schlag habe sie getroffen, als der neue Heubacher Bürgermeister Frederick Brütting im Januar die Stadthalle mit sofortiger Wirkung aus brandschutztechnischen Gesichtspunkten sperren ließ. Mit dem Evangelischen Gemeindehaus in der Klotzbachstraße wurde denn aber doch eine schöne Alternative gefunden und aus der Not eine Tugend gemacht, sprich das Motto „Hexen ohne Halle – Ready for Freddy (Brütting)“ nach Kräften zelebriert.
Viele Hexen trugen zum Programm bei. Aber auch die Teeniegarde Göggingen trat auf und ließ nicht nur die jungen Männer jubeln; die Männertanzgruppe der Heubacher Schlosshexen stellte unter Beweis, dass es unterm Rosenstein durchaus auch Männermacht gibt. Die Mögg-linger waren als ganz große Abordnung erschienen, was ihnen Dank und Anerkennung einbrachte – denn dass es die Göckel verstehen, zu feiern, ist allgemein bekannt. Mit von der Partie, sprich Party, waren dann auch die Mondstupfler, wie könnte es anders sein, und die Gassafetza. Nicht nur für die Schlosshexenparty, auch für den Kinderfasching gab’s im übrigen am gestrigen Rosenmontag Zuflucht im Gemeindehaus.
Im Jahre
1987, vor
15 Jahren also, hat sich erstmals die Gymnastikgruppe entschlossen, am schmotzigen Donnerstag im Hexenkostüm – damals noch mit Kittelschürze und Plastikmaske –, das Rathaus in Heubach zu stürmen. Hierbei wurden die Turnerinnen von anderen Frauen tatkräftig unterstützt. Da dieser erste Rathaussturm gut ankam, wurde er
1988 wiederholt. Als auch das gelang, entschlossen sich die angehenden Heubacher Hexen, das Ganze in einem noch größeren Rahmen aufzuziehen, zumal es zu diesem Zeitpunkt in Heubach im Gegensatz zu anderen Gemeinden noch keine Weiberfasnacht gab.
Schon bald spielten die Frauen mit dem Gedanken, aus der Gruppe einen Verein zu gründen. Im Mai
1988 trafen sich die treibenden Kräfte im Goldenen Hirsch in Heubach zur Gründungsversammlung.
Seit Juli
1988 ist der Verein eingetragen – das war der offizielle Startschuss für die „Heubacher Schlosshexen“. Zur ersten Vorsitzenden wurde damals Birgit Schwandner gewählt, deren Schwertgosch insbesondere an der Weiberfasnet mit dazu beitrug, die Schlosshexen unterm Rosenstein zu etablieren – und eine Hochburg der Fasnet auf den Weg zu bringen. Man hoffte natürlich, so schnell wie möglich weitere Mitglieder zu gewinnen — was auch gelang. Immer mehr große und kleine Traditionen wurden etabliert; Tänze, Lieder und bestimmte Wendungen, etwa zum „schönsten Fest des Jahres“, sind längst nicht mehr wegzudenken. Die Aktivitäten der Schlosshexen beschränkten sich zunächst auf den Rathaussturm.
1989 aber wurde der erste Faschingsball im Gemeindezentrum in Heubach abgehalten und am Aschermittwoch traf und trifft man sich stets zur Geldbeutelwäsche auf dem Marktplatz, um die Faschingssaison heulend zu beenden.
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