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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 23. Februar 2012

Aschermittwochgedanken und eine Ausstellung im Freudental

Galerie (5 Bilder)

Woraus ist die Asche gemacht, die gestern auf ungezählten Häuptern verstreut wurde, wieso gewinnen Aschermittwoch und Fastenzeit auch in der evangelischen Kirche wieder an Bedeutung. Was zeigt die Ausstellung zur Fastenzeit im Freudental. Diesen Fragen hat sich die Rems-​Zeitung gewidmet.


SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Der Rechberger Pfarrer Klaus Stegmaier nannte den Aschermittwoch gestern den Auftakt zur 40-​tägigen Fastenzeit, die aufs Osterfest vorbereitet — weil die Fastensonntag keine Fast-​Tage sind, wird damit bereits am Mittwoch begonnen. Diese Zeit ist mehr als jede andere im Jahr von Verkündigung, Verzicht, Gebet und Almosen bestimmt, das haben die Kirchenväter so festgelegt. Mit den Worten „bedenk o Mensch, dass du Staub bist und wieder zu Staub werden wirst“ wird den Gläubigen Asche auf den Scheitel gestreut oder ein Aschekreuz auf die Stirn gemalt; die Asche selbst wird aus den gesegneten Palmzweigen des Vorjahres gewonnen.
Nur der Karfreitag ist ein so strenger Abstinenztag wie der Aschermittwoch: Gläubige sollen nur eine sättigende Mahlzeit zu sich nehmen, natürlich ohne Fleisch. In seiner Predigt forderte Pfarrer Stegmaier gestern unter dem Motto „mehr, weniger, gar nichts“ ein „geistliches Fitnessprogramm“ für die kommenden Wochen — mehr Gebet, Besinnung, Gottesdienst, weniger Konsum, Fernsehen, Medien, Verzicht auf Alkohol oder Süßes. Der gestrige Auftakt wurde wieder überall in den Kirchen mit violetter Farbe begangen, Zeichen der Buße, wie auch die kommenden Wochen von violetten Gewändern bestimmt sind. Während der Fastenzeit verzichtet die katholische Kirche auf Blumenschmuck; der Altar ist kahl. Und auch das Halleluja, österlicher Freudenruf wird erst wieder in der Osternacht gesungen.
Dekan Immanuel Nau erzählte der RZ von einer neuen Entwicklung in der evangelischen Kirche: „Die Fastenzeit erhält zunehmend Bedeutung, nicht nur in Bezug auf andere Ernährung, sondern auch auf die Lebensführung“. Dieser größere Stellenwert zeige sich in Bußgottesdiensten, aber auch darin, dass in der neuen Agenda der Vereinigten Evangelisch-​Lutherischen Kirche Deutschlands die entsprechende Liturgie Thema sei. Dass dieser Bereich wieder gesellschaftsfähig werde, sei nicht selbstverständlich; Luther habe die Fastenzeit kritische gesehen, auch mit Blick auf die aufwändigen Fastenessen: „Zum Teil gab es sogar mehr Genüsse, Froschschenkel etwa“, zudem habe Luther kritisiert, dass äußere Leistung vielfach ohne Bewusstseinsveränderung einhergehe, ohne eine veränderte Haltung. Das Fasten selbst habe Luther nicht abgelehnt, und für ihn persönlich, so Dekan Nau, werde es immer wichtiger.
Zu den wichtigsten Fastenaktionen zählen Kreuzweg-​Andachten, Wallfahrten und Bußfeiern. Jeden Freitag werden Fasten-​Wallfahrten auf den Salvator angeboten. Die uralte Wallfahrtsstätte, urkundlich erwähnt sind Erneuerungsarbeiten ab 1670, stimmt mit Kreuzwegstationen, die den Besucher den steilen Weg hinauf begleiten, zu gläubiger Betrachtung ein. Auch Josef Mandl und Werner Klein widmen sich jetzt dem Salvator.
Ausstellung in der Galerie
im Zunfthaus
„Anfang und Ende eines Weges“ heißt diese Ausstellung im Schaufenster der Galerie im Freudental 12, die Werner Klein mit Arbeiten an Fundstücken aus Holz und Josef Mandl mit Kreuzweg-​Motiven aus Acryl gestaltet haben. Beide Aussteller zeigen seit gestern bis zum 26. März den Leidensweg Christi auf ihre Weise. Die Arbeiten der beiden Herlikofer nennen sich „Ecce Homo“ auf dem Nepperberg“ – dieses „Siehe, der Mensch“ – oder auch „Steiler Weg“.
Werner Klein spricht von zwei Ereignissen, die ihn seine „Werteverhältnisse neu ordnen“ ließen – zum einen die Bekannschaft mit Holzkünstler Jörg Schulze, zum anderen ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt: Der gesundheitliche Aufwärtstrend am folgenden Ostersonntag sei auch für ihn eine Auferstehung gewesen. Er begann, Stammholzteile von überflüssigem Holz zu befreien und so die darin versteckten Figuren gleichsam zu befreien – etwa die Pieta in einem teilweise morschen Stück Birkenholz, also Marias als Mater Dolorosa mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus. Immer mehr bevorzugte er christliche Motive; Gespräche mit Josef Mandl waren ihm zusätzlich Ansporn und Inspiration. Gerne sei er Mandls Anregung, dem Salvator eine Ausstellung zu widmen, gefolgt. „Der steile Weg am Südhang des Nepperbergs, gesäumt von Kreuzwegstationen und schließlich die drei Gekreuzigten, die am Ende des Weges schon seit Jahrhhunderten dort oben in Einsamkeit hängen“, hätten ihn, so Mandl, so beeindruckt, dass er sich entschloss, sein Empfinden in die Acrylmalerei über Kreuzweg des Nepperbergs einzubringen. Den Entschluss, diese Arbeiten zur Fastenzeit 2012 auszustellen, hätten ihm Werner Kleins Holzarbeiten
 

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