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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 06. Februar 2012

Nachlese zur Gmünder Prunksitzung

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GAMUNDIA (rz) Hat der Mann eine Schwertgosch! Und die Gmünder lieben ihn dafür. Klatschen, Johlen, Pfeifen: Ohrenbetäubend waren zum Teil die Reaktionen auf „Tills“ Ausfälle. Wo der Junge hintritt, wächst kein Gras. Nicht nur der Stadtgartengastronom, OB Arnold und Baubürgermeister Mihm bluteten, wie berichtet, auch Dieter Elsers Kollegen im Gemeinderat mussten kräftig Federn lassen.

Prof. Reinhard Kuhnert für seine Haltung zur Ökostrom-​Initiative der Stadtwerke, Thomas Kaiser für seine Ablehnung des Stadtmauer-​Bauprojektes in der Schmiedgasse, Konrad von Streit, weil er keinen Friedwald als Friedhofsersatz will. Auch Brückenbauer Piazza und „Bahnschwellen-​Christus“ Hilsberg hörten sich einiges an. „Dichte Du Deine Dächer“, ging an Klaus Böhnleins Adresse – arg gescholten ob seiner Kritik am früheren Baubürgermeister Hans Frieser. Das Reimen möge er ihm, dem Till, überlassen, „denn das kann ich besser“. Das neue Gmünder Einhorn kam ganz schlecht weg: Aufgesträußter Gaul und Schlachtross waren noch die freundlicheren Bezeichnungen fürs doch etwas kompakte Modell – das wäre so, als tanzte Wendelin Schmid im Tutu die Hauptrolle im Schwanensee. Auch Norbert Barthle kam nicht allzu gut weg: Politiker müssten sich nämlich an ihren Taten messen lassen, und in Sachen Tunnelfilter habe er sich nicht eben stark gemacht für Gmünd. Die für den Umbau der Sauna im Hallenbad verantwortliche Architektin dürfte sich auch nicht eben gefreut haben – Dr. Eva Hacks Pathologie sei eine Wohlfühl-​oase im Vergleich zu diesem Schlachthaus-​Ambiete, jeder Aufbahrungsraum habe mehr Charme. Ach ja, den Maria Kahle-​Streit, der ihm unglaublich auf die Nerven zu gehen scheint, beendete der Till kurzerhand – „weg mit der Schrift“, die Stadt mache sich lächerlich.
Wie immer sorgten auch die Garden aus Weiler und Herlikofen für Stimmung; neben dem Gmünder Tanzmariechen Nathalie Bihlmaier ließ Mona Kolhep aus Herlikofen staunen. Ranzengarde – Trainerinnen und ehemalige Gardemädchen der AG Fasnet mit einem Rockgardetanz – und die Luderichs sorgten ebenfalls für Stimmung. Bauchredner Adi Axon holte sich einen zweiten Partner auf die Bühne, den sprechenden, vielmehr röhrenden Mode designenden Hund Otto de Lacoste („wer reitet so spät durch Nacht und Gewitter, es ist der Rudo, der holt noch ‘nen Liter“), und nicht zuletzt machte er Albert Scherrrenbacher zur Bauchrednerpuppe. Mit Leuchteffekten, dreistöckigen Hebefiguren und atemberaubenden Würfen waren die Lauinger ganz klar ein Höhepunkt.
Eine der „Überraschungen“ der großen Prunksitzung im Peter-​Parler-​Saal waren Anni März und Nathalie Bihlmaier als etwas dusselige Praktikantin und Sekretärin mit Rathaus-​Interna. Die beiden nahmen sich zunächst die Investoren-​Verträge vor, dann die Verwaltungsspitze. Baubürgermeister Mihm etwa bekam sein Fett weg, was in der belachten Feststellung gipfelte: „Wer net liebt Wein, Weib und Brot mit Schmalz, dem ghört der Straps ins Gsicht nei gschnalzt“. Das Fest zum Abschied des Ordnungsamtsleiters Gerhard Friedel war Thema, über Tiefbauamtsleiter Jupp Jünger wurde gewitzelt, per Facebook die Umbenennung des Salvators in Terence Hill angeleiert, die Gmünder Festleskultur in Verbindung mit Albert Scherrenbacher von Kalauer zu Kalauer geführt — bei dem holt man sich was bei Hunger oder Durst, „und reitet di dr Deifel, na holsch se halt beim Feifel“. Der Elferrat gab beiden Damen die klare Botschaft mit auf den Weg: Man wolle sie wieder sehen in der Bütt. Beim Schlussbild wurde erneut deutlich, dass das Publikum den Abend genossen hatte. Und noch etwas zeigte sich: Die jüngste Bereicherung der Fasnet, Hölltalschütz Rudo, ist der neue Liebling der Narren.
 

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