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» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 07. Februar 2012

Jahresprogramm der interkulturellen Frauenbegegnung 2012

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Miteinander reden, tanzen, lachen, kochen. Diskutieren. Lieblingsbücher und Lieblingsgedichte austauschen. Das tut allen Beteiligten gut. Ein Moscheebesuch christlicher Frauen war vor sechs Jahren der inoffizielle Startschuss für die „interreligiösen und interkulturellen Frauenbegegnungen“ in Gmünd, für die seit nunmehr drei Jahren ein offizielles Jahresprogramm erarbeitet wird.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt).
Dorothea Wallbrecht-​Harr, Cigdem Erdogan und die Frauenbeauftragte Elke Heer stellten gestern die einzelnen Veranstaltungen vor, vor allem aber machten sie deutlich, wie wichtig der persönliche Kontakt ist. So wurde Cigdem Erdogan jüngst von einem türkischen Vater angesprochen, der nach einer Auseinandersetzung mit einem Schulleiter im Gmünder Raum zutiefst aufgewühlt war und sich ob seiner Nationalität ausgegrenzt fühlte: Weil’s aber nunmal mittlerweile diese engen Kontakte gibt in der Stadt, wusste Cigdem Erdogan von deutschen Familien zu berichten, die an dieser Schule die selben Probleme haben. Mehr wollte der türkische Papa gar nicht wissen: „Er war wie erlöst“. Man spricht miteinander. Die Katholischen, die Evangelischen, die Frauenabteilung der Ditib-​Moschee und der Süddialog. Das macht das Zusammenleben so viel leichter, wie alle drei gestern betonten. Schade sei nur, dass die orthodoxen Frauen sich bislang nicht beteiligten; insbesondere die russlanddeutschen Frauen würden vermisst.
Aus den Frauenbegegnungen erwachse Neues und Gutes, war man sich ebenfalls einig – Aynur Keles etwa ist heute wie selbstverständlich Mitglied im Frauenforum. Vor allem mache es Spaß, dieses Programm zu entwickeln: Vieles habe man gar nicht aufnehmen können; „die Ideen gehen nicht aus“. So sei man noch immer nicht in einem Hamam gewesen, türkisches Bad für Frauen, und sich binationale Ehen und Partnerschaften genauer anzusehen, könnte Hinweise geben auf ein besseres Miteinander in größerem Zusammenhang.
Die einzelnen Veranstaltungen wird die RZ noch vorstellen – den Frauentanzabend am 28.Februar („Tanzen ist eine Liebeserklärung an das Leben und die Schöpfung“), der Film über die „verlorenen Lieder Anatoliens“, das gemeinsame Fastenbrechen, das jedes Jahr unvergessliche Stunden beschert, Lesungen, Diskussionen, Besichtigungen. Am meisten nachgefragt sind stets die Kochkurse, in denen Aynur Keles und Karin Stroh gemeinsam mit den Teilnehmerinnen türkische und deutsche Gerichte zubereiten.
Die Flyer liegen aus; Infos gibt es auch auf der städtischen Homepage
 

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  1. Ditib-​Moschee
    DITIB ist eine als religiöse Institution getarnte Organisation des türkischen Ministeriums für religiöse Angelegenheiten. Die DITIB-Zentrale wurde auf Initiative des türkischen Geheimdienstes MIT 1985 in Köln gegründet. Die Dachorganisation für mehr als 700 Moscheevereine in Deutschland ist europaweit organisiert und hat rund 100.000 Mitglieder. Die meisten Islambeauftragten, die für die DITIB-Moscheen tätig sind, sind vom türkischen Staat bezahlte Agenten. Es herrscht eine stramme hierarchische Organisationsstruktur. Bedienstete, die sich nicht an die Abmachung halten, werden vom Dienst suspendiert oder in die Türkei zurückgeschickt.
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