Eltern beteiligen sich intensiv am Entwicklungsprozess der Gemeinschaftsschule Friedensschule
Dr. Joachim Bläse, Erster Bürgermeister der Stadt Gmünd, stellte gleich zu Beginn der Diskussionsrunde über eine Gemeinschaftsschule auf dem Rehnenhof klar, dass es aus seiner Sicht das Beste für die Schülerinnen und Schüler sei, „wenn sie an der Friedensschule von der ersten bis zur zehnten Klasse länger gemeinsam lernen, als sich schon in der dritten Klasse zu fragen, auf welche weiterführende Schule sie gehen müssen“, sagte Joachim Bläse gestern Abend.
Die Idee: In einer Gemeinschaftsschule sollen Kinder und Jugendliche mehr in Lerngruppen und Teams als in konventionellen Schulklassen von der Grundschule bis zum Abitur geführt werden. Die Schüler können dann in der Friedensschule mit dem Hauptschulabschluss aussteigen oder aber bis zum vollwertigen Realschulabschluss bleiben, also eine Verzahnung von Grund-, Haupt– und Realschule, einschließlich des Inklusionsgedankens, also auch der Aufnahme von Jungen und Mädchen aus bisherigen Sonderschulklassen.
Daniela Maschka-Dengler, Rektorin an der Friedensschule, beschrieb den anwesenden Eltern im Detail das ausgearbeitete Konzept einer Gemeinschaftsschule, jedoch betonte sie: „Uns ist wichtig, dass die Eltern nun Einfluss auf das Konzept haben und uns mitteilen, was wir noch verbessern oder vertiefen oder ganz anders machen müssen.“ Die neue mögliche Gemeinschaftsschule soll für die Klassen eins bis zehn sein und im Jahr
2013/
2014 starten. „Wir haben das Konzept bewusst noch nicht abgegeben, da es wichtig ist, dass sich die Schule selbst definiert und dazu gehören natürlich die Eltern der Schülerinnen und Schüler“, erklärte Maschka-Dengler.
Der Lernerfolg der Gemeinschaftsschule komme laut der Rektorin der Friedensschule durch:
1. Ganztagsangebote,
2. Neue Rhythmisierung („zum Beispiel ein offener Anfang des Unterrichts, bei dem die Schüler selbstständig ihr Lernmaterial holen“),
3. Erweiterte Unterrichtskultur,
4. Neue Leistungsbewertung,
5. Zwei Schulabschlüsse („Hauptschul– und Realschulabschluss, nicht Werkrealschule“),
6. Neue Unterrichtsfächer
7. Berufsorientierung,
8. Fest– und Schulkultur,
9. Klassenrat installieren,
10. Ansprechende Lernumgebung,
11. Visionen
Nachdem alle Eltern auf den neuesten Stand des Konzeptes gebracht wurden, übernahm Moderator Udo Wenzel das Wort und eröffnete das „Word-Café“, bei dem es sechs Thementische gab. „Sorgen und Befürchtungen sowie konkrete Vorschläge, wie zum Beispiel die Gestaltung des Innenhofs, sollen als Ergebnisse festgehalten werden und in das Konzept der Gemeinschaftsschule einfließen“, erklärte Wenzel.
Die Schüler sollen nämlich in Zukunft mehr als Subjekte und nicht als Objekte angesehen werden und es müsse eine klare Linie her, hieß es bei der Diskussionsrunde. In der Zukunftswerkstatt wurden also die ersten Argumente ausgetauscht. Der Weg für die Gemeinschaftsschule auf dem Rehnenhof ist frei. „Am
28. Februar kommt Norbert Zeller, Leiter der Stabstelle Gemeinschaftsschulen im Ministerium, zum dritten Mal an die Friedensschule. Ich hoffe, dass unser neues und bisher einmaliges Konzept dann auch realisiert wird“, erklärt die Rektorin.
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