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» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 24. Juli 2012

Bargau arbeitet an der Ortsumfahrung: Deutliche Worte, dringende Forderungen und Einigkeit

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Die Zukunft der Ortsumfahrung Bargau hängt davon ab wie sehr sich alle Beteiligten einsetzen — so bringt es Edelbert Krieg auf den Punkt. Die vom CDU–Ortsverband organisierte und von Hans Bendl moderierte Diskussion im MV–Vereinsheim „Harmonie“ ergab, dass sich Bargau nicht auf dem schönen Erfolg der Priorisierung ausruhen wird – die ja der B 29 versagt bleibt.

GMÜND-​BARGAU (bt). Auf Anraten des SPD–Landtagsabgeordneten Klaus Maier wollen alle Beteiligten — er selbst eingeschlossen – „richtig Gas geben“. Maier und Dr. Stefan Scheffold (CDU) informierten zunächst über politische Vorgaben. 734 Maßnahmen sind im aktuellen Generalverkehrsplan aufgenommen, die rund 2,5 Mrd. Euro kosten werden – und das in einem Land, das für Straßenneubauprojekte pro Jahr nur 36 Millionen aufwendet und den Etat der Jahre 2011, 2012, 2013 für vier Ortsumfahrungen ausgibt. Natürlich versuchen nun alle Gemeinden, ihrem Projekt Priorität zu sichern. Bargau, so Maier, ist dies gelungen: Die dortige 5,5 Mio. Euro teure Ortsumfahrung ist der weit fortgeschrittenen Planung wegen eines von neun Vorhaben auf der Priorisierungsliste. Diese sei freilich, so Maier, „nicht unveränderlich“; sobald sie dem Landtag vorgelegt werde, beginne „ein Hauen und Stechen“. Neue Zahlen vorlegen (18 000 Fahrzeuge pro Tag) ist nun ebenso Teil der Bargauer Strategie, wie anderes zu hinterfragen – Maier nannte die Ortsumfahrung Winterbach, die keiner wolle. Vor allem will Bargau, unterstützt von OB Arnold, Bürgermeister Bläse und den Abgeordneten, in Stuttgart präsent sein. Edelbert Krieg hat sehr überzeugende, bzw. abschreckende Unfallstatistiken zusammengetragen, Anlieger wollen die schlimmsten Fälle von über den Gehweg schanzenden Lkw im Begegnungverkehr dokumentieren, die Bedeutung der neuen Straße für die Industrie etwa auf dem Gügling wurde noch nicht ausreichend betont — und nur halb im Scherz schlug ein Bargauer vor, Verkehrsminister Hermann von „Jakobspilgern“ überzeugen zu lassen. Weiterer wichtiger Punkt ist ein Grundstücksbesitzer, der wohl trotz vielfältiger Überzeugungsversuche nicht verkaufen will. Wenn gestern Freude über Planfeststellung und getätigten Grunderwerb laut wurde, war immer auch diese eine Ausnahme Thema, nicht selten voller Zorn und Frustration: „99 Prozent wollen die Umfahrung und ein Querulant macht unsere Verkehrspolitik.“ Enteignen kann freilich nur das Land und das erst dann, wenn der Bau feststeht; gebaut wird im schlimmsten Fall aber nur, wenn alles unter Dach und Fach ist — „ein Teufelskreis“. Auch hier soll über Abgeordnentenbriefe, persönliche Intervention und Beschlüsse des Ortschaftsrates und des Gemeinderates das enorme Interesse Gmünds und Bargaus dokumentiert werden.
 

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