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Lokalnachrichten

» Kultur | Dienstag, 26. November 2013

Poetisches Rankenwerk für Stahlskulpturen

Galerie (1 Bild)

„Die Gedanken sind frei, keiner kann sie erraten“– umso spannender, wenn sie, ganz anders als im Volkslied, in ihrer Vielfalt offen gelegt und einem jeweiligen Kunstwerk gegenübergestellt werden. Manuela Tirlers Stahlskulpturen „Weed Control“ hatten elf Mitglieder des Gmünder Autorenkreises zum Anlass genommen, in Lyrik und Prosa sich mit ihnen auseinanderzusetzen und zum Ausstellungsende den zahlreichen Besuchern vorzustellen.

LESUNG (brd). Ihre Standpunkte in der Prediger-​Galerie veränderten sich im wahrsten Sinne des Wortes. Wandelnde Autoren wandten sich immer wieder neuen Objekten zu und verblüfften oft genug mit völlig konträren Texten. Wo Monika Mohr-​Mühleisen in Jamben und Kreuzreim humorvoll an „Nachbars Unkrautlied“ dachte, drohten bei Ulrike Herzel schon Folterknechte und Tod. Letztere stellte auch genau die Frage, die sich Museumsbesucher immer wieder gern stellen: Was ist das? „Ein Kirchturm, ein Trichter … Kein Kirchturm, kein Trichter“, ein Rätseln, das sie „Torkeln im Durcheinander des Lebens“ nannte.
Allein sieben verschiedene Texte waren zum Beispiel zu einem kreisförmig liegenden Stahlobjekt entstanden. „Ein zersprungener Meerstern trauerhart in den Abend gebahrt“, so sah es Helmut Fritz, während Marianne Posselt es humorvoll schwäbisch mit „… hendersche firsche …“ umschrieb. Joachim Haller hatte eingangs schon darauf hingewiesen, dass man, wie schon Goethe in Italien, nur das sehe, was man sehen wolle, und dass die Naturdarstellungen immer ein Spiegel unserer projizierten Wünsche seien. Die Künstlerin selbst sah übrigens überhaupt kein Problem in diesen gegensätzlichen Herangehensweisen. Eine Lesung, ausgelöst durch ihre Arbeiten, sei auch für sie absolut neu und spannend gewesen.
Wenn das „Ozonloch“ und die „Unheilszeichen“ ein bisschen überhandnahmen, war es Jannik Becker, der mit seinem virtuosen und einfühlsamen Spiel auf dem Marimbaphon für versöhnliche Gedanken sorgte.
Der Klang der Holzklangstäbe, verstärkt durch die Aluminiumresonanzrohre, passte sehr gut zu den Ausstellungsobjekten, genauso wie seine Musikauswahl von Bach bis Piazolla.
Vergnügen bereiteten besonders die humorvollen Prosatexte von Gise Kayser-​Gantner, Dorothee Wimmer und Ute Schwarting, besonders auch der Schlussdialog von Angela Maier, die sich kabaretthaft und pointenreich mit Kunst und der recht elitären Sprache mancher Kunstkenner auseinandersetzte. So war es ein Leichtes für den stellvertretenden Museumsleiter, Joachim Haller, für Wilhelm Lienert vom Autorenkreis und für die Künstlerin Manuela Tirler, einfach Danke zu sagen für eine wunderbare Ausstellung, eine gelungene Finissage und für die von den Sponsoren LBBW und dem Museumsverein ermöglichten Musikbeiträge.
 

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„Die Gedanken sind frei, keiner kann sie erraten“– umso spannender, wenn sie, ganz anders als im Volkslied, in ihrer Vielfalt offen gelegt und einem jeweiligen Kunstwerk gegenübergestellt werden. Manuela Tirlers Stahlskulpturen „Weed Control“ hatten elf Mitglieder des Gmünder Autorenkreises zum Anlass genommen, in Lyrik und Prosa sich mit ihnen auseinanderzusetzen und zum Ausstellungsende den zahlreichen Besuchern vorzustellen.

LESUNG (brd). Ihre Standpunkte in der Prediger-​Galerie veränderten sich im wahrsten Sinne des Wortes. Wandelnde Autoren wandten sich immer wieder neuen Objekten zu und verblüfften oft genug mit völlig konträren Texten. Wo Monika Mohr-​Mühleisen in Jamben und Kreuzreim humorvoll an „Nachbars Unkrautlied“ dachte, drohten bei Ulrike Herzel schon Folterknechte und Tod. Letztere stellte auch genau die Frage, die sich Museumsbesucher immer wieder gern stellen: Was ist das? „Ein Kirchturm, ein Trichter … Kein Kirchturm, kein Trichter“, ein Rätseln, das sie „Torkeln im Durcheinander des Lebens“ nannte.
Allein sieben verschiedene Texte waren zum Beispiel zu einem kreisförmig liegenden Stahlobjekt entstanden. „Ein zersprungener Meerstern trauerhart in den Abend gebahrt“, so sah es Helmut Fritz, während Marianne Posselt es humorvoll schwäbisch mit „… hendersche firsche …“ umschrieb. Joachim Haller hatte eingangs schon darauf hingewiesen, dass man, wie schon Goethe in Italien, nur das sehe, was man sehen wolle, und dass die Naturdarstellungen immer ein Spiegel unserer projizierten Wünsche seien. Die Künstlerin selbst sah übrigens überhaupt kein Problem in diesen gegensätzlichen Herangehensweisen. Eine Lesung, ausgelöst durch ihre Arbeiten, sei auch für sie absolut neu und spannend gewesen.
Wenn das „Ozonloch“ und die „Unheilszeichen“ ein bisschen überhandnahmen, war es Jannik Becker, der mit seinem virtuosen und einfühlsamen Spiel auf dem Marimbaphon für versöhnliche Gedanken sorgte.
Der Klang der Holzklangstäbe, verstärkt durch die Aluminiumresonanzrohre, passte sehr gut zu den Ausstellungsobjekten, genauso wie seine Musikauswahl von Bach bis Piazolla.
Vergnügen bereiteten besonders die humorvollen Prosatexte von Gise Kayser-​Gantner, Dorothee Wimmer und Ute Schwarting, besonders auch der Schlussdialog von Angela Maier, die sich kabaretthaft und pointenreich mit Kunst und der recht elitären Sprache mancher Kunstkenner auseinandersetzte. So war es ein Leichtes für den stellvertretenden Museumsleiter, Joachim Haller, für Wilhelm Lienert vom Autorenkreis und für die Künstlerin Manuela Tirler, einfach Danke zu sagen für eine wunderbare Ausstellung, eine gelungene Finissage und für die von den Sponsoren LBBW und dem Museumsverein ermöglichten Musikbeiträge.
 

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