Samstag, 25. Juni 2016

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» Ostalbkreis | Montag, 19. August 2013

Windhose verwüstet Campingplatz; mindestens 27 Verletzte

Galerie (11 Bilder)

Am frühen Montagnachmittag zerstörte ein schweres Unwetter ein Zeltlager und Teile eines Campingplatzes beim Hammerschmiedsee in Pommertsweiler. Die vorläufige Bilanz: Von rund 100 Kindern und Betreuern wurden 27 Personen verletzt und in umliegende Krankenhäusern in Aalen, Ellwangen, Mutlangen und Heidenheim eingeliefert. Ein 10jähriges Mädchen musste mit dem Rettungshubschrauber ins Katharinenhospital nach Stuttgart gebracht werden.

 


ABTSGMÜND/​BÖBINGEN (tri).
Die rund 80 Kinder und ihre 13 Betreuer des Ferienlagers der Evangelisch-​Freikirchlichen Gemeinde Böbingen wurden kurz nach dem Mittag vom Sturm überrascht. Eine schwarze Wand sei kurz nach dem Mittag aus dem Nichts auf sie zugekommen, dann seien alle nur noch gerannt, berichtet ein Augenzeuge. Andere berichteten von einer Windhose, die vom Südwesten kommend quer über das Gelände gerast sei. Bäume wurden regelrecht abrasiert oder entwurzelt, Dächer abgedeckt, Ruderboote, Zelte und Gegenstände flogen durch die Luft.
Besonders schlimm traf es das Kinder– und Jugendzeltlager, aber auch umliegende Bereiche wurden verwüstet. Ein Wohnwagen wurde mehrere Meter von seinem Standplatz gefegt, viele durch umherfliegende Trümmer am Kopf verletzt. „Ein Wunder, dass keine Todesopfer zu beklagen sind“, war immer wieder zu hören. Ein großes Festzelt, das als Küchen– und Aufenthaltszelt diente, wurde völlig zerfetzt. Neben anderen Helfern wurde auch die MHD–Rettungshundestaffel aus Gmünd an den Unglücksort gerufen, um die Trümmer nach eventuell noch vermissten Verletzten abzusuchen. Bürgermeister Armin Kiemel, der seinen Urlaub unterbrochen hatte, sprach von einem professionellen und koordinierten Auftreten der insgesamt fast 120 Rettungskräfte.

Am späten Abend konnte von der Polizei die Schadensbilanz gezogen werden. Die 27 Verletzten wurden in die umliegenden Krankenhäuser in Aalen (12), Ellwangen (9), Heidenheim (3) und Mutlangen (2) eingewiesen. Ein 10-​jähriges Mädchen kam mit Rückenverletzungen mit dem Rettungshubschrauber nach Stuttgart. Insgesamt fünf Personen erlitten schwere Verletzungen, meist Knochenbrüche an den Armen. Neben dem 10-​jährigen Mädchen handelte es sich dabei um eine 19-​jährige Betreuerin und zwei 36– und 37-​jährige Betreuer des Ferienlagers. Eine 19-​Jährige erlitt ihre Verletzungen auf dem benachbarten Campingplatz. 15 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 10 und 13 Jahren zogen sich ebenso wie drei jugendliche und acht erwachsene Betreuer leichte Verletzungen zu. Alle Verletzten wurden auf Anweisung des Leitenden Notarztes zur Nachsorge und ggf. weiteren Diagnose in Krankenhäuser eingeliefert.
Die unverletzten Kinder und Betreuer der rund 100 Personen starken Zeltlagergruppe, wurden mit Bussen in den Nachbarort Pommertsweiler gefahren, wo ihnen die Gemeinde Abtsgmünd die Turnhalle zur Verfügung stellte. Dort erfolgte eine weitere medizinische und durch das Kriseninterventionsteam Aalen auch eine psychologische Betreuung. Auch das Betreuerteam Akut des DRK befand sich im Einsatz. Die Turnhalle war auch die Anlaufstation für die meisten Angehörigen, bis 20 Uhr hatte sich die Turnhalle schon fast vollständig geleert. Derzeit zeichnet sich ab, dass nicht in jedem Fall Angehörige erreicht werden oder kommen konnten. Um diese Kinder kümmert sich der Träger der Freizeit zusammen mit der Gemeinde Abtsgmünd und stellt ein Nachtquartier.
Vor Ort hatten die Feuerwehren Abtsgmünd und Pommertsweiler, unterstützt durch den Bauhof der Gemeinde für eine Begehbarkeit der verwüsteten Fläche gesorgt, Zeltdorfreste und umgestürzte Bäume beseitigt. Insgesamt rund 35 Einsatzkräfte und Helfer waren hier im Einsatz.
Zwei Notärzte und ein Leitender Notarzt versorgten zusammen mit Kräften aus den Rettungsdiensten aus Aalen, Gmünd, Eschach und Bopfingen und einer Besatzung des Werksrettungsdienstes der Firma Zeiss die Verletzten vor Ort. Unterstützt wurden sie durch die SEG des Malteser Hilfsdienstes und die Schnelleinsatzgruppen aus Aalen, Ellwangen und Lauchheim. Für die Unterstützung beim organisatorischen Überblick standen der DRK–Organisationsleiter und der Kreisbereitschaftshelfer bereit. Insgesamt hatte der Rettungsdienst 83 Mann in den Einsatz geschickt.
Die Polizei war mit insgesamt 34 Beamten in den Einsatz eingebunden. Neben den unmittelbaren polizeilichen Aufgaben vor Ort und einem koordinierenden Führungsstab, stellte die Kriminalpolizei eine Betreuungsgruppe. Hier galt es die Angehörigen ausfindig zu machen, zu verständigen und an die jeweils richtige Stelle zuzuweisen, wo sie ihre Kinder im Empfang nehmen oder im jeweiligen Krankenhaus aufsuchen konnten. Für Rückfragen von Eltern, aber auch für Angehörige, die aus den Nachrichten vom Unwetter und seinen Folgen gehört hatten, betrieb die Polizei zwei Angehörigentelefone.
Neben den Schäden am Zeltlager, wo zwei Großzelte nebst Inventar und acht weitere Zelte total beschädigt wurden, warf die Windhose im angrenzenden Campingbereich mehrere Wohnwagen um. Bei insgesamt fünf Gebäuden wurden die Dächer zum Teil abgedeckt, herumfliegende Teile beschädigten Fenster und Mauerwerk. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf rund 200 000 Euro


 

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Am frühen Montagnachmittag zerstörte ein schweres Unwetter ein Zeltlager und Teile eines Campingplatzes beim Hammerschmiedsee in Pommertsweiler. Die vorläufige Bilanz: Von rund 100 Kindern und Betreuern wurden 27 Personen verletzt und in umliegende Krankenhäusern in Aalen, Ellwangen, Mutlangen und Heidenheim eingeliefert. Ein 10jähriges Mädchen musste mit dem Rettungshubschrauber ins Katharinenhospital nach Stuttgart gebracht werden.

 


ABTSGMÜND/​BÖBINGEN (tri).
Die rund 80 Kinder und ihre 13 Betreuer des Ferienlagers der Evangelisch-​Freikirchlichen Gemeinde Böbingen wurden kurz nach dem Mittag vom Sturm überrascht. Eine schwarze Wand sei kurz nach dem Mittag aus dem Nichts auf sie zugekommen, dann seien alle nur noch gerannt, berichtet ein Augenzeuge. Andere berichteten von einer Windhose, die vom Südwesten kommend quer über das Gelände gerast sei. Bäume wurden regelrecht abrasiert oder entwurzelt, Dächer abgedeckt, Ruderboote, Zelte und Gegenstände flogen durch die Luft.
Besonders schlimm traf es das Kinder– und Jugendzeltlager, aber auch umliegende Bereiche wurden verwüstet. Ein Wohnwagen wurde mehrere Meter von seinem Standplatz gefegt, viele durch umherfliegende Trümmer am Kopf verletzt. „Ein Wunder, dass keine Todesopfer zu beklagen sind“, war immer wieder zu hören. Ein großes Festzelt, das als Küchen– und Aufenthaltszelt diente, wurde völlig zerfetzt. Neben anderen Helfern wurde auch die MHD–Rettungshundestaffel aus Gmünd an den Unglücksort gerufen, um die Trümmer nach eventuell noch vermissten Verletzten abzusuchen. Bürgermeister Armin Kiemel, der seinen Urlaub unterbrochen hatte, sprach von einem professionellen und koordinierten Auftreten der insgesamt fast 120 Rettungskräfte.

Am späten Abend konnte von der Polizei die Schadensbilanz gezogen werden. Die 27 Verletzten wurden in die umliegenden Krankenhäuser in Aalen (12), Ellwangen (9), Heidenheim (3) und Mutlangen (2) eingewiesen. Ein 10-​jähriges Mädchen kam mit Rückenverletzungen mit dem Rettungshubschrauber nach Stuttgart. Insgesamt fünf Personen erlitten schwere Verletzungen, meist Knochenbrüche an den Armen. Neben dem 10-​jährigen Mädchen handelte es sich dabei um eine 19-​jährige Betreuerin und zwei 36– und 37-​jährige Betreuer des Ferienlagers. Eine 19-​Jährige erlitt ihre Verletzungen auf dem benachbarten Campingplatz. 15 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 10 und 13 Jahren zogen sich ebenso wie drei jugendliche und acht erwachsene Betreuer leichte Verletzungen zu. Alle Verletzten wurden auf Anweisung des Leitenden Notarztes zur Nachsorge und ggf. weiteren Diagnose in Krankenhäuser eingeliefert.
Die unverletzten Kinder und Betreuer der rund 100 Personen starken Zeltlagergruppe, wurden mit Bussen in den Nachbarort Pommertsweiler gefahren, wo ihnen die Gemeinde Abtsgmünd die Turnhalle zur Verfügung stellte. Dort erfolgte eine weitere medizinische und durch das Kriseninterventionsteam Aalen auch eine psychologische Betreuung. Auch das Betreuerteam Akut des DRK befand sich im Einsatz. Die Turnhalle war auch die Anlaufstation für die meisten Angehörigen, bis 20 Uhr hatte sich die Turnhalle schon fast vollständig geleert. Derzeit zeichnet sich ab, dass nicht in jedem Fall Angehörige erreicht werden oder kommen konnten. Um diese Kinder kümmert sich der Träger der Freizeit zusammen mit der Gemeinde Abtsgmünd und stellt ein Nachtquartier.
Vor Ort hatten die Feuerwehren Abtsgmünd und Pommertsweiler, unterstützt durch den Bauhof der Gemeinde für eine Begehbarkeit der verwüsteten Fläche gesorgt, Zeltdorfreste und umgestürzte Bäume beseitigt. Insgesamt rund 35 Einsatzkräfte und Helfer waren hier im Einsatz.
Zwei Notärzte und ein Leitender Notarzt versorgten zusammen mit Kräften aus den Rettungsdiensten aus Aalen, Gmünd, Eschach und Bopfingen und einer Besatzung des Werksrettungsdienstes der Firma Zeiss die Verletzten vor Ort. Unterstützt wurden sie durch die SEG des Malteser Hilfsdienstes und die Schnelleinsatzgruppen aus Aalen, Ellwangen und Lauchheim. Für die Unterstützung beim organisatorischen Überblick standen der DRK–Organisationsleiter und der Kreisbereitschaftshelfer bereit. Insgesamt hatte der Rettungsdienst 83 Mann in den Einsatz geschickt.
Die Polizei war mit insgesamt 34 Beamten in den Einsatz eingebunden. Neben den unmittelbaren polizeilichen Aufgaben vor Ort und einem koordinierenden Führungsstab, stellte die Kriminalpolizei eine Betreuungsgruppe. Hier galt es die Angehörigen ausfindig zu machen, zu verständigen und an die jeweils richtige Stelle zuzuweisen, wo sie ihre Kinder im Empfang nehmen oder im jeweiligen Krankenhaus aufsuchen konnten. Für Rückfragen von Eltern, aber auch für Angehörige, die aus den Nachrichten vom Unwetter und seinen Folgen gehört hatten, betrieb die Polizei zwei Angehörigentelefone.
Neben den Schäden am Zeltlager, wo zwei Großzelte nebst Inventar und acht weitere Zelte total beschädigt wurden, warf die Windhose im angrenzenden Campingbereich mehrere Wohnwagen um. Bei insgesamt fünf Gebäuden wurden die Dächer zum Teil abgedeckt, herumfliegende Teile beschädigten Fenster und Mauerwerk. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf rund 200 000 Euro


 

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