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Lokalnachrichten

» Ostalb | Sonntag, 25. August 2013

Nach dem Hammerschmiede-​Tornado: Das große Aufräumen

Galerie (3 Bilder)

Das vor einer Woche verwüstete Ferienzeltlager der evangelisch– freikirchlichen Gemeinde Böbingen wurde am Wochenende wieder aufgebaut und am Samstag in Betrieb genommen.

ABTSGMÜND (hs). Nach dem Tornado-​Unglück vom vergangenen Montag ist bei Abtsgmünd, dort vor allem auf dem Campingplatz Hammerschmiedesee, das große Aufräumen angesagt. Das Geräusch der Kettensägen begleitet Wanderer, Radtouristen und Urlauber rund um den Abtsgmünder Teilort Pommertsweiler, wo das Unwetter vor einer Woche im Ostalbkreis besonders schlimm gewütet hatte. Viele Land– und Forstwirte sind unterwegs, um das viele Sturmholz aufzuarbeiten.
Vor allem den Campingplatz am Hammerschmiedesee hatte es schwer erwischt. Mittlerweile sind sich auch Meteorologen sicher, dass es sich um das typische Schadensbild eines Tornados handelt, der dort auf einer Länge von knapp zwei Kilometern und einer Breite von etwa 100 Metern seine Spuren hinterlassen hat. Das deckt sich auch mit dem unmittelbaren Augenzeugenbericht von Campingplatzbesitzer Joachim Hug.
Im Gespräch mit der Rems-​Zeitung schildert er die Szenen, die er in den 24 Jahren des Betriebs dieses beliebten Urlauberzentrums noch nie erlebt hatte und die sich nun wohl für immer ins Gedächtnis eingebrannt haben: „Ich schaute zum Fenster hinaus nach Westen, wo das Gewitter aufgezogen war. Dann sah ich plötzlich, wie sich über dem Platz Zeltteile, Äste, Dachziegel, Planen und andere Gegenstände kreiselförmig in die Luft erhoben. Es tat einen Schlag und eine schwere Diele knallte direkt an die Hauswand. Ich bin dann nur noch weg vom Fenster nach hinten geflüchtet.“ Das Haus des Campingplatzbesitzers mitsamt Kiosk und Gaststätte wurde in den folgenden Stunden zum Notaufnahmelager und zur Zentrale für die Rettungsaktion, an der rund 150 Helfer, Mitarbeiter und Beamte von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei beteiligt waren.
27 Menschen wurden verletzt. Viele der Opfer, vor allem Kinder und Betreuer aus einem Ferienzeltlager der evangelisch-​freikirchlichen Gemeinde Böbingen, erlitten Knochenbrüche, Prellungen und Kopfverletzungen. Von einer Schwerverletzten abgesehen, konnten bis zum Wochenende nun alle Tornado-​Opfer wieder die Krankenhäuser verlassen.
Die ganze Woche über wurde auf dem Campingplatz und im kleinen Weiler, wo fünf Gebäude abgedeckt wurden, aufgeräumt und repariert. Für Joachim Hug war es trotz des Unglücks ein gutes Gefühl, wie da die Camper zusammengehalten, mit angepackt und ausgeharrt haben. Und dann vor allem auch spontane Hilfe von auswärts. Besonders würdigte er am Samstag in seiner Bilanz Mitglieder der Feuerwehr Alfdorf-​Pfahlbronn, die umgehend im Rahmen einer Privatinitiative angereist waren, um bei den dringendsten Reparaturen tatkräftig zu helfen. Hintergrund: Die Jugendfeuerwehr von Alfdorf und Pfahlbronn kommt schon seit vielen Jahren auf den Platz, um dort ein Zeltlager zu veranstalten.

Im Zeltlager begann am Samstag der nächste Ferienabschnitt für Jugendliche. Sie hatten sich doch schon so sehr darauf gefreut. Dank vieler Helfer und Spenden ist es der evangelisch-​freikirchlichen Gemeinde Böbingen rechtzeitig gelungen, das Zeltlager wieder aufzubauen, darunter auch ein vollwertiger Ersatz für das große, völlig zerstörte Festzelt, das als Küchen-​, Verpflegungs– und Aufenthaltszelt diente. Das ausgeliehene Zelt steht nun wieder am gleichen Platz, so als wäre nichts passiert.
Mit Feuereifer machen sich die Jungen und Mädchen daran, einige zusätzliche Schnüre und Zeltnägel an ihren Schlafzelten zu befestigen. Ein Bub spielt Tornado und rüttelt heftig am Gestänge: „So, das muss das nächste Mal aber halten!“ Jeder der Neuankömmlinge hatte ja im Fernsehen und in der Zeitung das Unglück verfolgt. Keiner zeigt Angst, zumal die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung dieses Alptraums gewiss weitaus geringer ist als ein Sechser im Lotto. Für die Kinder, die den Tornado letzten Montag erleben mussten, wird es noch Treffen im Gemeindehaus geben, um darüber zu reden und eventuellen Traumatisierungen vorzubeugen.

 

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