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» Ostalbkreis | Donnerstag, 30. Januar 2014

Heubach: Strom gleich zum Nachbarn

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Der Strom fließt zum Nachbarn, die Wertschöpfung bleibt in der Region. Die Energiegenossenschaft Rosenstein baut eine weitere Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hangars 2 des Flugplatzes in Heubach. Den Strom nimmt die Firma EMAG nebenan ab.

HEUBACH (rw). Vorhanden sei eine gute Fläche und ein Abnehmer an Ort und Stelle, der viel Strom benötigt, sagt der Aufsichtsratvorsitzender der Energiegenossenschaft Rosenstein, Prof. Dr. Georg Kleiser. Tatsächlich könnte man es besser kaum finden – der Strom vom Hangardach benötigt eine gerade Mal 20 Meter lange Leitung, um die Maschinen bei EMAG anzutreiben. Leitungsverluste gibt es nicht.
Die Planungen zur bislang größten Photovoltaikanlage der Energiegenossenschaft sind abgeschlossen. Es ist die vierte der jungen Genossenschaft, bislang hat sie PV-​Anlagen auf dem Dach der Hauptstelle der Raiffeisenbank Rosenstein, auf der Dorfschenke von Buch und auf dem Hochbehälter Ried montieren lassen.
Die auf dem Hangardach wird aus 363 polykristallinen Photovoltaikmodulen mit einer Nennleistung von 92 kW/​Peak bestehen. Über das ganze Jahr hinweg und bei durchschnittlicher Sonneneinstrahlung kann die Anlage 85 000 kW/​h Strom produzieren. Das entspricht dem Stromverbrauch von 25 Haushalten. 42,6 Tonnen Kohlendioxid werden so vermieden. EMAG verbraucht freilich viel mehr Strom, als die Anlage liefert.
Sie deckt nur acht bis zehn Prozent des Bedarfs ab. Andererseits gibt es auch Zeiten, wo die Firma nur wenig Strom benötigt – dann speist die Anlage auf dem Hangardach den Saft ins Netz ein und erhält die Vergütung. Kleiser: „Wir haben immer die Möglichkeit, einzuspeisen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit sind so gewährleistet.“ Martin Heilig, der kaufmännische Leiter der EMAG Automation GmbH, hält die Kooperation mit der Energiegenossenschaft Rosenstein für eine ideale und unkomplizierte Möglichkeit, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und die regionale Verbundenheit zum Standort zu unterstreichen. Man habe schon öfters überlegt, selbst eine Anlage auf dem eigenen Dach zu installieren, aber so könne man künftigen Entwicklungen einfacher begegnen.
Mittlerweile hat die im Juli letzten Jahres gegründete Genossenschaft 120 Mitglieder. Deren Einlage beträgt 84 000 Euro. Nach der kurzen Zeit von einem halben Jahr auf einem solchen Stand zu sein, betrachten die Vorstandsmitglieder der Energiegenossenschaft Rosenstein, Frederick Brütting und Matthias Hillenbrand, als großen Erfolg. „Das war ein Riesen-​Vertrauensvorschuss“, sagt Hillenbrand. Dem Heubacher Bürgermeister ist die lokale Realisierung der Energiewende seit langem ein erklärtes Anliegen: „Man kann einen Beitrag dazu leisten. Es ist sinnvoll, wenn man konkrete Abnehmer hat, auch in einem sich ändernden bundespolitischen Umfeld.“ Mit EMAG wolle die Genossenschaft einen langfristigen Vertrag abschließen.
Jeder könne über die Genossenschaft daran teilhaben, unabhängig davon, ob er selbst auf seinem Hausdach eine PV-​Anlage installieren kann oder zur Miete wohnt. Aufsichtsratsmitglied Erich Blum sieht in der Hangar-​Anlage und deren Strom-​Abnehmer ein „Signal an die Bürgerschaft zur Teilhabe an der Energiewende“. Auch die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein, sämtlich Genossenschafts-​Mitglieder, sollten sich solche Projekte überlegen.
Die Genossenschaft, so der Schultes, verfolgt neben dem materiellen Interesse ein ideelles. Zunächst aber braucht die Genossenschaft weitere Mitglieder; die Anlage kostet 120 000 Euro.
Neue Mitglieder freilich fragen erst einmal nach der Rendite. Matthias Hillenbrand pocht auf Seriosität: „Wir werden ganz sicher keine acht Prozent ausschütten. Aber mit Sicherheit eine zwei vor dem Komma haben.“

 

Kommentare

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  1. Martin Heilig?
    Ich glaube Sie meinen Michael Heilig. ;)
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Heubach: Strom gleich zum Nachbarn

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Der Strom fließt zum Nachbarn, die Wertschöpfung bleibt in der Region. Die Energiegenossenschaft Rosenstein baut eine weitere Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hangars 2 des Flugplatzes in Heubach. Den Strom nimmt die Firma EMAG nebenan ab.

HEUBACH (rw). Vorhanden sei eine gute Fläche und ein Abnehmer an Ort und Stelle, der viel Strom benötigt, sagt der Aufsichtsratvorsitzender der Energiegenossenschaft Rosenstein, Prof. Dr. Georg Kleiser. Tatsächlich könnte man es besser kaum finden – der Strom vom Hangardach benötigt eine gerade Mal 20 Meter lange Leitung, um die Maschinen bei EMAG anzutreiben. Leitungsverluste gibt es nicht.
Die Planungen zur bislang größten Photovoltaikanlage der Energiegenossenschaft sind abgeschlossen. Es ist die vierte der jungen Genossenschaft, bislang hat sie PV-​Anlagen auf dem Dach der Hauptstelle der Raiffeisenbank Rosenstein, auf der Dorfschenke von Buch und auf dem Hochbehälter Ried montieren lassen.
Die auf dem Hangardach wird aus 363 polykristallinen Photovoltaikmodulen mit einer Nennleistung von 92 kW/​Peak bestehen. Über das ganze Jahr hinweg und bei durchschnittlicher Sonneneinstrahlung kann die Anlage 85 000 kW/​h Strom produzieren. Das entspricht dem Stromverbrauch von 25 Haushalten. 42,6 Tonnen Kohlendioxid werden so vermieden. EMAG verbraucht freilich viel mehr Strom, als die Anlage liefert.
Sie deckt nur acht bis zehn Prozent des Bedarfs ab. Andererseits gibt es auch Zeiten, wo die Firma nur wenig Strom benötigt – dann speist die Anlage auf dem Hangardach den Saft ins Netz ein und erhält die Vergütung. Kleiser: „Wir haben immer die Möglichkeit, einzuspeisen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit sind so gewährleistet.“ Martin Heilig, der kaufmännische Leiter der EMAG Automation GmbH, hält die Kooperation mit der Energiegenossenschaft Rosenstein für eine ideale und unkomplizierte Möglichkeit, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und die regionale Verbundenheit zum Standort zu unterstreichen. Man habe schon öfters überlegt, selbst eine Anlage auf dem eigenen Dach zu installieren, aber so könne man künftigen Entwicklungen einfacher begegnen.
Mittlerweile hat die im Juli letzten Jahres gegründete Genossenschaft 120 Mitglieder. Deren Einlage beträgt 84 000 Euro. Nach der kurzen Zeit von einem halben Jahr auf einem solchen Stand zu sein, betrachten die Vorstandsmitglieder der Energiegenossenschaft Rosenstein, Frederick Brütting und Matthias Hillenbrand, als großen Erfolg. „Das war ein Riesen-​Vertrauensvorschuss“, sagt Hillenbrand. Dem Heubacher Bürgermeister ist die lokale Realisierung der Energiewende seit langem ein erklärtes Anliegen: „Man kann einen Beitrag dazu leisten. Es ist sinnvoll, wenn man konkrete Abnehmer hat, auch in einem sich ändernden bundespolitischen Umfeld.“ Mit EMAG wolle die Genossenschaft einen langfristigen Vertrag abschließen.
Jeder könne über die Genossenschaft daran teilhaben, unabhängig davon, ob er selbst auf seinem Hausdach eine PV-​Anlage installieren kann oder zur Miete wohnt. Aufsichtsratsmitglied Erich Blum sieht in der Hangar-​Anlage und deren Strom-​Abnehmer ein „Signal an die Bürgerschaft zur Teilhabe an der Energiewende“. Auch die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein, sämtlich Genossenschafts-​Mitglieder, sollten sich solche Projekte überlegen.
Die Genossenschaft, so der Schultes, verfolgt neben dem materiellen Interesse ein ideelles. Zunächst aber braucht die Genossenschaft weitere Mitglieder; die Anlage kostet 120 000 Euro.
Neue Mitglieder freilich fragen erst einmal nach der Rendite. Matthias Hillenbrand pocht auf Seriosität: „Wir werden ganz sicher keine acht Prozent ausschütten. Aber mit Sicherheit eine zwei vor dem Komma haben.“

 

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  1. Martin Heilig?
    Ich glaube Sie meinen Michael Heilig. ;)
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