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» Sport | Samstag, 04. Januar 2014

Schach, 26. Staufer-​Open: Dicke Überraschungen in den ersten drei Runden – Oliver Schackmann schlägt lettischen Großmeister

Galerie (1 Bild)

Sieben Schachspieler haben beim 26. Staufer-​Open im A-​Turnier die ersten drei Partien gewonnen. Neben drei Großmeistern liegt im Gmünder Stadtgarten auch ein 14-​Jähriger aus Bayern mit an der Spitze.

Die erste Sensation ist gestern Vormittag in der dritten Runde des A-​Open dem 14-​jährigen Oliver Schackmann aus dem bayerischen Vaterstetten geglückt. Er schlug den lettischen Großmeister (GM) Ilmars Starostits. Der ist die Nummer acht der Setzliste, Schackmann rangiert an 119. Stelle. Die beiden trennen mehr als 500 Ratingpunkte.
Starostits opferte einen Turm, um den König des 14-​Jährigen im Zentrum festzuhalten. „Keine Ahnung, ob das korrekt war“, meinte Schackmann hinterher. Jedenfalls blieb er cool und wehrte den gegnerischen Angriff ab. Damit lag er nach drei Runden mit drei Punkten ganz vorne. Sieben Spieler haben noch eine weiße Weste. Dahinter rangieren elf Teilnehmer mit 2,5 Zählern.
Der lettische Großmeister Normunds Miezis, die Nummer drei der Setzliste, hat sogar schon einen vollen Punkt abgegeben. Er spielte gestern zum zweiten Mal remis – diesmal gegen Martin Schmidt vom Verein Königskinder Hohentübingen, die Nummer 77 der Ratingliste. Miezis opferte eine Figur gegen einen Bauern und spielte dann weiter, als ob nichts passiert wäre. Im passenden Moment gab Schmidt die Figur zurück und behielt zwei Mehrbauern im Endspiel – der GM konnte über das Unentschieden froh sein. Von einem Endspiel spricht man im Schach, wenn die Damen und die meisten übrigen Figuren abgetauscht sind.
Computer haben den Schachsport verändert. In Datenbanken sind Millionen Partien gespeichert. Der Drittrunden-​Gegner des ehemaligen Gmünder Oberliga-​Spitzenmannes Frank Zeller hatte sich nachts gründlich auf die Eröffnung vorbereitet. Er zog die ersten 15 Züge à tempo und erreichte einen akademischen Vorteil, den ein GM wohl verwerten würde. „Aber danach hat er nicht mehr die besten Fortsetzungen gefunden“, meinte Zeller, der dann locker gewann. Der Internationale Meister (IM), der mittlerweile für Schwäbisch Hall spielt, hat damit zweieinhalb aus drei.
Bester Gmünder ist nach drei Runden Oberliga-​Mann Walter Pohl mit ebenfalls zweieinhalb Punkten. Er schlug im zweiten Spiel den nominell stärkeren, knapp hundert Ratingpunkte besseren Gerd Aring aus Nürtingen. „Die Partie war zäh wie Leder“, meinte Pohl hinterher. Der Gegner wollte kein Remis, und in Zeitnot blickte der Gmünder besser durch. Pohl gewann dann auch das dritte Spiel sicher.
Zwei Punkte hat Oberliga-​Spitzenmann IM Josef Jurek. Er unterlag nach zwei Auftaktsiegen gestern Vormittag im dritten Spiel gegen den russischen GM Vladimir Burmakin, die Nummer eins der Setzliste. Jurek stand schlechter, verlor bald einen Bauern und blieb chancenlos. „Ich hatte wenig Zeit mich vorzubereiten, das ist schlecht gegen solche Spieler. Und dann hatte ich auch noch Schwarz“, meinte Jurek nach der Partie. Burmakin hat aber auch schon Federn gelassen – er kam in Runde zwei gegen den englischen Fide-​Meister (FM) Tom Wiley, der an Nummer 20 gesetzt ist, nicht über ein Unentschieden hinaus und hat nach drei Runden 2,5 Punkte.
Großmeister Tamir Nabaty führte das Feld an vor zwei GM-​Kollegen
Zwei aus drei hat der Gmünder Oberliga-​Neuzugang FM Mersid Kahrovic. Der Serbe war mit zwei Siegen gestartet, blieb dann aber am ersten Tisch gegen den israelischen GM Tamir Nabaty, den Zweiten der Setzliste, chancenlos (siehe „Partie des Tages“). Nabaty führte damit nach drei Runden das Feld an, gefolgt von den GM-​Kollegen Vladimir Epishin aus Russland und Alexandre Dgebuadze aus Belgien.
Taktische Remisen gehören zum Open-​Alltag. Im dritten Spiel stand der Gmünder Landesliga-​Spieler Gerd Bader nach der Eröffnung besser gegen Sebastian Bravo Lutz aus Gelnhausen. Der ist um mehr als 200 Ratingpunkte besser als Bader. Der Favorit witterte die Gefahr und bot schnell Remis an. Der Gmünder ging auf Nummer sicher und nahm an. Richtig glücklich war er darüber freilich nicht. Immerhin ist er damit ebenfalls mit zwei aus drei gestartet.
Die Spiele im Stadtgarten beginnen täglich um 9.30 und 16 Uhr. Siegerehrung ist nach neun Runden an Dreikönig um 15.30 Uhr. Am Sonntag beginnt um 10 Uhr das mittlerweile 19. Kinderturnier der Staufer-​Open. Hier spielen Nachwuchsleute bis 14 Jahren in vier Altersgruppen jeweils sieben Schnellpartien mit 20 Minuten Bedenkzeit pro Person.

 

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Schach, 26. Staufer-​Open: Dicke Überraschungen in den ersten drei Runden – Oliver Schackmann schlägt lettischen Großmeister

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Sieben Schachspieler haben beim 26. Staufer-​Open im A-​Turnier die ersten drei Partien gewonnen. Neben drei Großmeistern liegt im Gmünder Stadtgarten auch ein 14-​Jähriger aus Bayern mit an der Spitze.

Die erste Sensation ist gestern Vormittag in der dritten Runde des A-​Open dem 14-​jährigen Oliver Schackmann aus dem bayerischen Vaterstetten geglückt. Er schlug den lettischen Großmeister (GM) Ilmars Starostits. Der ist die Nummer acht der Setzliste, Schackmann rangiert an 119. Stelle. Die beiden trennen mehr als 500 Ratingpunkte.
Starostits opferte einen Turm, um den König des 14-​Jährigen im Zentrum festzuhalten. „Keine Ahnung, ob das korrekt war“, meinte Schackmann hinterher. Jedenfalls blieb er cool und wehrte den gegnerischen Angriff ab. Damit lag er nach drei Runden mit drei Punkten ganz vorne. Sieben Spieler haben noch eine weiße Weste. Dahinter rangieren elf Teilnehmer mit 2,5 Zählern.
Der lettische Großmeister Normunds Miezis, die Nummer drei der Setzliste, hat sogar schon einen vollen Punkt abgegeben. Er spielte gestern zum zweiten Mal remis – diesmal gegen Martin Schmidt vom Verein Königskinder Hohentübingen, die Nummer 77 der Ratingliste. Miezis opferte eine Figur gegen einen Bauern und spielte dann weiter, als ob nichts passiert wäre. Im passenden Moment gab Schmidt die Figur zurück und behielt zwei Mehrbauern im Endspiel – der GM konnte über das Unentschieden froh sein. Von einem Endspiel spricht man im Schach, wenn die Damen und die meisten übrigen Figuren abgetauscht sind.
Computer haben den Schachsport verändert. In Datenbanken sind Millionen Partien gespeichert. Der Drittrunden-​Gegner des ehemaligen Gmünder Oberliga-​Spitzenmannes Frank Zeller hatte sich nachts gründlich auf die Eröffnung vorbereitet. Er zog die ersten 15 Züge à tempo und erreichte einen akademischen Vorteil, den ein GM wohl verwerten würde. „Aber danach hat er nicht mehr die besten Fortsetzungen gefunden“, meinte Zeller, der dann locker gewann. Der Internationale Meister (IM), der mittlerweile für Schwäbisch Hall spielt, hat damit zweieinhalb aus drei.
Bester Gmünder ist nach drei Runden Oberliga-​Mann Walter Pohl mit ebenfalls zweieinhalb Punkten. Er schlug im zweiten Spiel den nominell stärkeren, knapp hundert Ratingpunkte besseren Gerd Aring aus Nürtingen. „Die Partie war zäh wie Leder“, meinte Pohl hinterher. Der Gegner wollte kein Remis, und in Zeitnot blickte der Gmünder besser durch. Pohl gewann dann auch das dritte Spiel sicher.
Zwei Punkte hat Oberliga-​Spitzenmann IM Josef Jurek. Er unterlag nach zwei Auftaktsiegen gestern Vormittag im dritten Spiel gegen den russischen GM Vladimir Burmakin, die Nummer eins der Setzliste. Jurek stand schlechter, verlor bald einen Bauern und blieb chancenlos. „Ich hatte wenig Zeit mich vorzubereiten, das ist schlecht gegen solche Spieler. Und dann hatte ich auch noch Schwarz“, meinte Jurek nach der Partie. Burmakin hat aber auch schon Federn gelassen – er kam in Runde zwei gegen den englischen Fide-​Meister (FM) Tom Wiley, der an Nummer 20 gesetzt ist, nicht über ein Unentschieden hinaus und hat nach drei Runden 2,5 Punkte.
Großmeister Tamir Nabaty führte das Feld an vor zwei GM-​Kollegen
Zwei aus drei hat der Gmünder Oberliga-​Neuzugang FM Mersid Kahrovic. Der Serbe war mit zwei Siegen gestartet, blieb dann aber am ersten Tisch gegen den israelischen GM Tamir Nabaty, den Zweiten der Setzliste, chancenlos (siehe „Partie des Tages“). Nabaty führte damit nach drei Runden das Feld an, gefolgt von den GM-​Kollegen Vladimir Epishin aus Russland und Alexandre Dgebuadze aus Belgien.
Taktische Remisen gehören zum Open-​Alltag. Im dritten Spiel stand der Gmünder Landesliga-​Spieler Gerd Bader nach der Eröffnung besser gegen Sebastian Bravo Lutz aus Gelnhausen. Der ist um mehr als 200 Ratingpunkte besser als Bader. Der Favorit witterte die Gefahr und bot schnell Remis an. Der Gmünder ging auf Nummer sicher und nahm an. Richtig glücklich war er darüber freilich nicht. Immerhin ist er damit ebenfalls mit zwei aus drei gestartet.
Die Spiele im Stadtgarten beginnen täglich um 9.30 und 16 Uhr. Siegerehrung ist nach neun Runden an Dreikönig um 15.30 Uhr. Am Sonntag beginnt um 10 Uhr das mittlerweile 19. Kinderturnier der Staufer-​Open. Hier spielen Nachwuchsleute bis 14 Jahren in vier Altersgruppen jeweils sieben Schnellpartien mit 20 Minuten Bedenkzeit pro Person.

 

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