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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 05. Dezember 2014

Treppenskulptur soll am Sparkassenplatz an die ehemalige Gmünder Synagoge erinnern

Galerie (2 Bilder)

Eine Treppenskulptur der HfG–Studentin Andrea Kastner soll an die einstige Synagoge in Schwäbisch Gmünd erinnern. Diese Entscheidung trafen die Juroren des Wettbewerbs „Ein Zeichen der Erinnerung – die Synagoge Schwäbisch Gmünd“.


Von Reinhard Wagenblast
SCHWÄBISCH GMÜND. Der Siegerentwurf wurde unter fünf Endrundenteilnehmern ermittelt. Andrea Kastner entwickelte ein Erinnerungszeichen in Form einer Treppe, die maßstabsgetreu, aber stilisiert die Zugangstreppe zur ehemaligen Synagoge auf dem heutigen Areal der Kreissparkasse zwischen Ufer– und Katharinenstraße wiedererstehen lässt. Auf dem Zugangsweg vor der Treppe befinden sich die Namen der letzten Mitglieder der jüdischen Gemeinde Gmünds. Informationstafeln erläutern den historischen Hintergrund.
Die Kreissparkasse Ostalb hatte den in der Öffentlichkeit stark beachteten Wettbewerb Ende Oktober 2013 vorgestellt. Ausgeschrieben wurde er im Januar, bis Mitte Mai waren die Entwürfe einzureichen. Es sollte ein Objekt für den neuen Sparkassenplatz werden. Im Inneren der in den 80er-​Jahren neu gebauten Sparkassen-​Hauptstelle befinden sich bereits zwei Objekte: eine von Kurt Nusser gestaltete Tafel am Eingang, die 1979 angebracht wurde, und ein Wandteppich von Gudrun Müsse Florin.
Die Kreissparkasse wollte über Tafel und Teppich hinaus in „gebührender Weise an die Synagoge sowie an das jüdische Leben in Schwäbisch Gmünd erinnern“, wie es im Informationsblatt zum Gestaltungswettbewerb hieß. Kunstschaffende aus der Region Ostwürttemberg und die Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd wurden eingeladen, Entwürfe für das Zeichen im öffentlichen Raum einzureichen. Vorgaben zu Form, Techniken und Materialien gab es keine. Der Wettbewerb verstand sich als ein offen kommuniziertes Verfahren, das von interessierten Bürgern begleitet werden konnte. In einem Kolloquium wurde der Stand der Forschung zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Gmünds dargestellt.
In der Jury saß u. a. der Architekt, Gestalter und Museums-​Spezialist HG Merz. Zu dessen Projekten gehört der Umbau der Alten Nationalgalerie in Berlin, das Ausstellungskonzept für das Mercedes-​Benz-​Museum in Stuttgart, das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden und der Umbau der Stasi-​Gedenkstätte in Hohenschönhausen. Außerdem gehörten der Jury Vertreter der Kreissparkasse, der Stadt, engagierte Bürger und eine Vertreterin der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden-​Württemberg an. Sie wählten in einer zweiten Phase unter fünf verbliebenen Vorschlägen aus. Überzeugt habe die Jury die „formale Klarheit des Entwurfs und sein direkter und allgemein verständlicher Bezug zu der zerstörten Synagoge. Es ist eine Treppe, die ins Leere führt und gleichzeitig einen Ausblick bietet. So gelang es Andrea Kastner in einem einzigen Zeichen den historischen Abgrund und einen hoffnungsvollen Zukunftsglauben zu verbinden“, heißt es in einer Mitteilung der KSK zum Wettbewerbs-​Ergebnis. Andrea Kastner (26) entwickelte ihren Entwurf als Studienprojekt an der HfG im Wahlpflichtfach „Kommunikation im Raum – Erinnerungskultur“.
Für die Realisierung des ausgewählten Entwurfs hatte die Kreissparkasse 50 000 Euro einschließlich Honorar vorgesehen. Im Frühjahr 2015 wird die Treppen-​Skulptur aufgebaut, es wird eine Einweihung geben. Wo genau sie platziert wird, ist noch offen.
Zu berücksichtigen ist das wegen des Gartenschau-​Zauns auf die andere Seite des Josefsbach versetzte Kroatenkreuz. Aus der Sicht der Stadtverwaltung hat es an der Grundstücks-​Ecke von St. Ludwig seinen endgültigen Platz gefunden.

Die fünf Entwürfe der Endrunde mit dem Gewinnerkonzept werden von Montag,
8. Dezember, bis 30. Januar in der
Schalterhalle der KSK–Hauptstelle,
Sparkassenplatz mit Modellen und zugehörigen Texten ausgestellt.

 

Aktuelle Beiträge im Ressort Schwäbisch Gmünd

Kommentare

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  1. Treppe
    Ich habe mir erst heute die Jüdische Gedenkstätte (Treppe) angeschaut und bin leider enttäuscht davon. Wie kann es sein, dass man die Namen der früheren jüdischen Mitbürger unten in den Boden mit einer Schrift die man in kürzester Zeit nicht mehr sehen wird, einlässt. Was ich ebenso nicht verstehe warum muss man auf diese Namen auch noch drauftreten. Auf der Seite der Treppe wäre doch genügend Platz gewesen um die Namen für die Nachwelt gut leserlich anzubringen. Verdient hätten sie es auf alle Fälle. Ich war ein guter Bekannter von Frau Ortrud Seidel. (Mut zur Erinnerung) Ob es ihr wohl gefallen hätte?
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Treppenskulptur soll am Sparkassenplatz an die ehemalige Gmünder Synagoge erinnern

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Eine Treppenskulptur der HfG–Studentin Andrea Kastner soll an die einstige Synagoge in Schwäbisch Gmünd erinnern. Diese Entscheidung trafen die Juroren des Wettbewerbs „Ein Zeichen der Erinnerung – die Synagoge Schwäbisch Gmünd“.


Von Reinhard Wagenblast
SCHWÄBISCH GMÜND. Der Siegerentwurf wurde unter fünf Endrundenteilnehmern ermittelt. Andrea Kastner entwickelte ein Erinnerungszeichen in Form einer Treppe, die maßstabsgetreu, aber stilisiert die Zugangstreppe zur ehemaligen Synagoge auf dem heutigen Areal der Kreissparkasse zwischen Ufer– und Katharinenstraße wiedererstehen lässt. Auf dem Zugangsweg vor der Treppe befinden sich die Namen der letzten Mitglieder der jüdischen Gemeinde Gmünds. Informationstafeln erläutern den historischen Hintergrund.
Die Kreissparkasse Ostalb hatte den in der Öffentlichkeit stark beachteten Wettbewerb Ende Oktober 2013 vorgestellt. Ausgeschrieben wurde er im Januar, bis Mitte Mai waren die Entwürfe einzureichen. Es sollte ein Objekt für den neuen Sparkassenplatz werden. Im Inneren der in den 80er-​Jahren neu gebauten Sparkassen-​Hauptstelle befinden sich bereits zwei Objekte: eine von Kurt Nusser gestaltete Tafel am Eingang, die 1979 angebracht wurde, und ein Wandteppich von Gudrun Müsse Florin.
Die Kreissparkasse wollte über Tafel und Teppich hinaus in „gebührender Weise an die Synagoge sowie an das jüdische Leben in Schwäbisch Gmünd erinnern“, wie es im Informationsblatt zum Gestaltungswettbewerb hieß. Kunstschaffende aus der Region Ostwürttemberg und die Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd wurden eingeladen, Entwürfe für das Zeichen im öffentlichen Raum einzureichen. Vorgaben zu Form, Techniken und Materialien gab es keine. Der Wettbewerb verstand sich als ein offen kommuniziertes Verfahren, das von interessierten Bürgern begleitet werden konnte. In einem Kolloquium wurde der Stand der Forschung zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Gmünds dargestellt.
In der Jury saß u. a. der Architekt, Gestalter und Museums-​Spezialist HG Merz. Zu dessen Projekten gehört der Umbau der Alten Nationalgalerie in Berlin, das Ausstellungskonzept für das Mercedes-​Benz-​Museum in Stuttgart, das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden und der Umbau der Stasi-​Gedenkstätte in Hohenschönhausen. Außerdem gehörten der Jury Vertreter der Kreissparkasse, der Stadt, engagierte Bürger und eine Vertreterin der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden-​Württemberg an. Sie wählten in einer zweiten Phase unter fünf verbliebenen Vorschlägen aus. Überzeugt habe die Jury die „formale Klarheit des Entwurfs und sein direkter und allgemein verständlicher Bezug zu der zerstörten Synagoge. Es ist eine Treppe, die ins Leere führt und gleichzeitig einen Ausblick bietet. So gelang es Andrea Kastner in einem einzigen Zeichen den historischen Abgrund und einen hoffnungsvollen Zukunftsglauben zu verbinden“, heißt es in einer Mitteilung der KSK zum Wettbewerbs-​Ergebnis. Andrea Kastner (26) entwickelte ihren Entwurf als Studienprojekt an der HfG im Wahlpflichtfach „Kommunikation im Raum – Erinnerungskultur“.
Für die Realisierung des ausgewählten Entwurfs hatte die Kreissparkasse 50 000 Euro einschließlich Honorar vorgesehen. Im Frühjahr 2015 wird die Treppen-​Skulptur aufgebaut, es wird eine Einweihung geben. Wo genau sie platziert wird, ist noch offen.
Zu berücksichtigen ist das wegen des Gartenschau-​Zauns auf die andere Seite des Josefsbach versetzte Kroatenkreuz. Aus der Sicht der Stadtverwaltung hat es an der Grundstücks-​Ecke von St. Ludwig seinen endgültigen Platz gefunden.

Die fünf Entwürfe der Endrunde mit dem Gewinnerkonzept werden von Montag,
8. Dezember, bis 30. Januar in der
Schalterhalle der KSK–Hauptstelle,
Sparkassenplatz mit Modellen und zugehörigen Texten ausgestellt.

 

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  1. Treppe
    Ich habe mir erst heute die Jüdische Gedenkstätte (Treppe) angeschaut und bin leider enttäuscht davon. Wie kann es sein, dass man die Namen der früheren jüdischen Mitbürger unten in den Boden mit einer Schrift die man in kürzester Zeit nicht mehr sehen wird, einlässt. Was ich ebenso nicht verstehe warum muss man auf diese Namen auch noch drauftreten. Auf der Seite der Treppe wäre doch genügend Platz gewesen um die Namen für die Nachwelt gut leserlich anzubringen. Verdient hätten sie es auf alle Fälle. Ich war ein guter Bekannter von Frau Ortrud Seidel. (Mut zur Erinnerung) Ob es ihr wohl gefallen hätte?
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