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Lokalnachrichten

» Ostalbkreis | Donnerstag, 27. Februar 2014

Fast 700 Menschen besuchten den Vortrag von Anselm Grün in der Römerhalle in Böbingen

Galerie (2 Bilder)

Knapp 700 Menschen kamen am Mittwoch in die Römerhalle, um sich inspirieren zu lassen von den Gedanken und Antworten des Benediktinerpaters Anselm Grün zum Thema „Was will ich – Mut zur Entscheidung“. Für den Böbinger Kulturbeirat war dies ein weiteres Highlight im Rahmen seines Veranstaltungsprogramms.


BÖBINGEN. Eine besondere Ehre und Freude nannte Bürgermeister Jürgen Stempfle die Anwesenheit des bekannten Autors von über 300 spirituellen Büchern, der im Jahr etwa 200 Vorträge hält.
Anselm Grün, Jahrgang 1945, trat mit 19 Jahren nach dem Abitur in die Benediktinerabtei Münsterschwarzach bei Würzburg ein, dessen wirtschaftlicher Leiter (Cellerar) er wurde. In seinen Kursen und Vorträgen will er auf die Nöte und Fragen der Menschen eingehen. So wurde er auch zum spirituellen Berater und geistlichen Begleiter vieler Manager. Mit anschaulichen Beispielen, die der Lebenswirklichkeit entnommen sind, erreichte Anselm Grün seine Zuhörer.
Entscheidung wofür? „Entscheide dich für das Leben, statt gelebt zu werden“, sagte er zu Beginn in Anlehnung an den Evangelisten Lukas, der den Einzelnen anspreche. Auch auf Jesus bezog sich der Referent, um den weisen Umgang mit Entscheidungen zu beleuchten.
Mancher wolle die absolut richtige Entscheidung treffen, die es aber nicht gebe. Entscheidung sei immer Begrenzung. Für etwas zu sein, bedeute gleichzeitig, gegen etwas zu sein, nur sollte dem nicht nachgetrauert werden.
Dass es „Zuschauer“ immer besser wissen, ob in Politik oder Sport, dürfe nicht von mutigen Entscheidungen abhalten.
Wer entscheidet, übernehme Verantwortung und werde dafür oft kritisiert. Man achte aber oft zu sehr auf die anderen („Was sagen die Leute“), statt dem inneren Gefühl zu trauen. Aufs „Bauchgefühl“ zu hören, hält Anselm Grün nicht fürs Schlechteste, wobei er ein Buch des Schweizer Schiedsrichters Urs Meier zitierte, der einmal ein umstrittenes Tor nicht gab und Recht hatte.
Vor weitreichenden Lebensentscheidungen rät er, sich in die verschiedenen Alternativen hineinzuversetzen und nachzuspüren, wie sich das Eine und das Andere anfühlt, womit „mehr Freude, Lebendigkeit und Friede“ verbunden wird. Rein rational seien viele Entscheidungen oft nicht zu treffen.
Entscheidungsschwache Menschen würden sich oft „hinter Gremien verstecken“ statt „den Kopf hinzuhalten“. Er halte aber nichts davon, so lange zu beraten, bis Einstimmigkeit herrscht, wenn Probleme eine schnelle Entscheidung erfordern. Als Gewissensentscheidung bezeichnet Anselm Grün das, „was ich aus der inneren Tiefe will“, womit auch ein göttlicher Wille zum Ausdruck komme. Das Gewissen sei auch in der Lehre der katholischen Kirche die oberste Norm: „Das Gewissen klärt meine Beziehung zu Gott, nicht der Papst“.
„Wenn ich entschieden habe, gehe ich meinen eigenen Weg“, deshalb könne eine Entscheidung auch mal einsam machen, wenn nicht alle Beifall klatschen. Letztlich sei die Frage „Wer bin ich, was will ich mit dem Leben“ Ausgangspunkt für alle Entscheidungen. Den eigenen Weg gehen, „die eigene Spur eingraben ins Leben“, das sei gefordert. „Haben Sie den Mut, sich für das Leben zu entscheiden, dann ist die Entscheidung auch ein Segen für alle“, schloss Anselm Grün seinen Vortrag, bevor aus dem Publikum Fragen gestellt werden konnten.
„Wir wollen nur fromm sein, haben aber auch eine gottlose Seite“, riet Anselm Grün dazu, sich mit allen Gegenpolen anzunehmen. In einem meditativen Ritual konzentrierte man sich zum Schluss auf den „inneren Raum der Stille“, wo jeder Mensch „ursprünglich und authentisch ist und sich nicht beweisen muss“, den göttlichen Kern des Seins. Mit riesigem Beifall wurde Anselm Grün verabschiedet. Mit einem Eintrag ins „Goldene Buch“ der Gemeinde Böbingen rundete Pater Anselm Grün seinen Vortrag ab, bevor er anschließend noch Bücher signierte und für Fotoaufnahmen zur Verfügung stand.
 

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Fast 700 Menschen besuchten den Vortrag von Anselm Grün in der Römerhalle in Böbingen

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Knapp 700 Menschen kamen am Mittwoch in die Römerhalle, um sich inspirieren zu lassen von den Gedanken und Antworten des Benediktinerpaters Anselm Grün zum Thema „Was will ich – Mut zur Entscheidung“. Für den Böbinger Kulturbeirat war dies ein weiteres Highlight im Rahmen seines Veranstaltungsprogramms.


BÖBINGEN. Eine besondere Ehre und Freude nannte Bürgermeister Jürgen Stempfle die Anwesenheit des bekannten Autors von über 300 spirituellen Büchern, der im Jahr etwa 200 Vorträge hält.
Anselm Grün, Jahrgang 1945, trat mit 19 Jahren nach dem Abitur in die Benediktinerabtei Münsterschwarzach bei Würzburg ein, dessen wirtschaftlicher Leiter (Cellerar) er wurde. In seinen Kursen und Vorträgen will er auf die Nöte und Fragen der Menschen eingehen. So wurde er auch zum spirituellen Berater und geistlichen Begleiter vieler Manager. Mit anschaulichen Beispielen, die der Lebenswirklichkeit entnommen sind, erreichte Anselm Grün seine Zuhörer.
Entscheidung wofür? „Entscheide dich für das Leben, statt gelebt zu werden“, sagte er zu Beginn in Anlehnung an den Evangelisten Lukas, der den Einzelnen anspreche. Auch auf Jesus bezog sich der Referent, um den weisen Umgang mit Entscheidungen zu beleuchten.
Mancher wolle die absolut richtige Entscheidung treffen, die es aber nicht gebe. Entscheidung sei immer Begrenzung. Für etwas zu sein, bedeute gleichzeitig, gegen etwas zu sein, nur sollte dem nicht nachgetrauert werden.
Dass es „Zuschauer“ immer besser wissen, ob in Politik oder Sport, dürfe nicht von mutigen Entscheidungen abhalten.
Wer entscheidet, übernehme Verantwortung und werde dafür oft kritisiert. Man achte aber oft zu sehr auf die anderen („Was sagen die Leute“), statt dem inneren Gefühl zu trauen. Aufs „Bauchgefühl“ zu hören, hält Anselm Grün nicht fürs Schlechteste, wobei er ein Buch des Schweizer Schiedsrichters Urs Meier zitierte, der einmal ein umstrittenes Tor nicht gab und Recht hatte.
Vor weitreichenden Lebensentscheidungen rät er, sich in die verschiedenen Alternativen hineinzuversetzen und nachzuspüren, wie sich das Eine und das Andere anfühlt, womit „mehr Freude, Lebendigkeit und Friede“ verbunden wird. Rein rational seien viele Entscheidungen oft nicht zu treffen.
Entscheidungsschwache Menschen würden sich oft „hinter Gremien verstecken“ statt „den Kopf hinzuhalten“. Er halte aber nichts davon, so lange zu beraten, bis Einstimmigkeit herrscht, wenn Probleme eine schnelle Entscheidung erfordern. Als Gewissensentscheidung bezeichnet Anselm Grün das, „was ich aus der inneren Tiefe will“, womit auch ein göttlicher Wille zum Ausdruck komme. Das Gewissen sei auch in der Lehre der katholischen Kirche die oberste Norm: „Das Gewissen klärt meine Beziehung zu Gott, nicht der Papst“.
„Wenn ich entschieden habe, gehe ich meinen eigenen Weg“, deshalb könne eine Entscheidung auch mal einsam machen, wenn nicht alle Beifall klatschen. Letztlich sei die Frage „Wer bin ich, was will ich mit dem Leben“ Ausgangspunkt für alle Entscheidungen. Den eigenen Weg gehen, „die eigene Spur eingraben ins Leben“, das sei gefordert. „Haben Sie den Mut, sich für das Leben zu entscheiden, dann ist die Entscheidung auch ein Segen für alle“, schloss Anselm Grün seinen Vortrag, bevor aus dem Publikum Fragen gestellt werden konnten.
„Wir wollen nur fromm sein, haben aber auch eine gottlose Seite“, riet Anselm Grün dazu, sich mit allen Gegenpolen anzunehmen. In einem meditativen Ritual konzentrierte man sich zum Schluss auf den „inneren Raum der Stille“, wo jeder Mensch „ursprünglich und authentisch ist und sich nicht beweisen muss“, den göttlichen Kern des Seins. Mit riesigem Beifall wurde Anselm Grün verabschiedet. Mit einem Eintrag ins „Goldene Buch“ der Gemeinde Böbingen rundete Pater Anselm Grün seinen Vortrag ab, bevor er anschließend noch Bücher signierte und für Fotoaufnahmen zur Verfügung stand.