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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 01. Mai 2014

Mai-​Kundgebung im Prediger

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Nicht wie sonst traditionsgemäß auf dem Johannisplatz, sondern dieses Jahr im Festsaal des Prediger fand dieses Jahr die Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes statt, zu der viele Besucher kamen, die die Redebeiträge unter dem Motto des 1. Mai „Gute Arbeit — Soziales Europa“ mit viel Beifall bedachten.

Unter den überaus vielen Zuhörern begrüßte der Vize-​Kreisvorsitzende des DGB Ostalb und 2. Bevollmächtigte der IG Metall Peter Yay-​Müller auch den 1. Bürgermeister der Stadt Schwäbisch Dr. Joachim Bläse, den ehemaligen Oberbürgermeister Wolfgang Leidig, den SPD–Bundestagsabgeordneten Christian Lange, den SPD–Landtagsabgeordneten Klaus Maier und viele Gmünder Kommunalpolitiker.
Peter Müller hob in seiner Rede hervor, dass es ein wichtiges Anliegen sei, dass der Mensch wieder in den Mittelpunkt gestellt werden und man auch das Kleine genauso wie das Große würdigen müsse. Viele machten sich Sorgen um die Arbeitsplätze und fürchteten, dass sie ein erhöhtes Rentenalter gar nicht erreichen würden. Auf den geforderten Mindestlohn eingehend, stellte er fest, dass sich die Gewerkschaft mehr als ein Jahrzehnt für einen solchen stark gemacht hätte, der nun in Höhe von 8,50 Euro kommen soll. Das sei auch ein Erfolg der gewerkschaftlichen Aktivität. Es dürfe bei einem solchen aber keine Ausnahmen geben. Er müsse für alle gelten. Ausnahmen wären diskriminierend und so verfassungswidrig.
Auch bei der Rente mit 63 stimme die Richtung, und wie die Gewerkschaft schon 2010 hervorgehoben habe, sei die „Rente mit 67 Blödsinn“. Und der Weg in die Rente sei oft ein Weg in die Altersarmut.
Kritik übte er an Politikern. Unter ihnen würde es immer weniger geben, die sich mit der Realität in den Betrieben auskennen würden. Er bemängelte auch, dass es immer noch Betriebe gibt, in denen es keinen Betriebsrat geben würde. Diese aber seien wichtig, weil es nicht angehe, dass hier allein die Unternehmer das Sagen haben würden. Leider würde es das auch in Gmünd und im Ostalbkreis noch geben. Auch den Missbrauch von Leiharbeit z.B. bei Daimler, prangerte Müller ebenso an wie den Missbrauch von Werkverträgen. Die Arbeitnehmer dürften auch nicht zum Spielball der Konzerne werden. Auch müsse der, der arbeitslos werde, eine bessere Absicherung bekommen und Unterstützung, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen.
Auch die europäische Krisenpolitik hinsichtlich der sozialen Aspekte sah der Redner negativ. Hier wären auch vermehrt die Gewerkschaften durch Angriffe geschwächt worden. Armut, Arbeitslosigkeit und soziale Unsicherheit hätten gerade in Südeuropa in Folge der falschen Antikrisenpolitk zugenommen. Arbeitsrechte seien geschleift worden, die Löhne gesenkt, der Sozialstaat beschnitten und die Gewerkschaften beschnitten worden. In diesem Zusammenhang ging er auch auf die Gemeinverhandlungen der Bundesrepublik mit den USA auf eine Freihandelszone ein, die letztlich den Konzernen dienen würden. Dies sei ein aktuelles Beispiel für die Unterwanderung von Mitbestimmungsrechten und der Einschränkung jeglicher Sozial– und Umweltstandards. Man müsse aber das europäische Parlament stärken. Es sei daher wichtig durch die Europawahlen das Vertrauen darin zu stärken.
Für seine klaren Worte konnte Peter Müller viel Beifall entgegennehmen, bevor dann Karin Schwenk zu Wort kam, Mitglied von Verdi und hauptberufliche Geschäftsführerin der a.l.s.o in Gmünd, die mit ihrem Team für Menschen einsteht, welche dem Zentrum der Gemeinschaft fern sind und denen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, der Kultur und den Arbeitsleben eingeschränkt ist oder verwehrt wird. Schwenk berichtete über die Arbeit der Also und die Probleme der Arbeitslosen und stellte einen „sozialen Arbeitsmarkt“ als wichtig heraus. Der sei wichtig auch für die, die nicht mithalten könnten. So sei auch die Frage einer Grundsicherung für alle wichtig. Auch ihr galt dann viel Zustimmung ebenso so wie dem nachfolgenden Redner Joe Bauer, der ehrenamtlich in der Deutschen Journalistenunion bei Verdi tätig ist und klare Worte spricht, wenn es darum geht, gewerkschaftliches Handeln zu motivieren.
An diesen klaren Worten ließ er es auch in Gmünd nicht fehlen, nahm sich Markt und Märkte vor, „eine korrupte Justiz“, Stuttgart 21, eine „fatale Liberalisierung der Weltmärkte“ hin zu „Zockermärkten“. Er nahm sich den Abbau von Lebensqualität vor, wie den Verlust bürgerschaftlicher Rechte und wandte sich gegen eine neoliberale Politik ebenso wie die Vermehrung der Profite von Investoren auf Kosten der Steuerzahler, wie z.B. bei Stuttgart 21. Man müsse sich vermehrt gegen undemokratische Machenschaften und somit den Abbau der Demokratie wehren. Den vielen kräftig beifallspendenden Zuhörern empfahl er die „Kraft der Solidarität“ spüren zu lassen und sich dafür auf der Landesgartenschau rote Nelken zu besorgen.

 

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