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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 07. Mai 2014

Mehr als 1000 Flüchtlinge im Ostalbkreis

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„Uns brennt der Kittel“ und „Wir sind gewaltig unter Druck, net bloß a bissle“ – so hat Landrat Pavel im Ausschuss für Bildung und Finanzen des Kreistags die aktuelle Situation bei der Unterbringung eines größer werdenden Zustroms an Flüchtlingen in den Ostalbkreis beschrieben.

Von Eckard Scheiderer
SCHWÄBISCH GMÜND/​OSTALBKREIS. Weshalb der Ausschuss am Ende einhellig sowohl den Neubau einer Flüchtlingsunterkunft an der Oberbettringer Straße in Schwäbisch Gmünd als auch die Umnutzung des einstigen Gmünder Jobcenters in der Benzholzstraße als weitere Flüchtlingsunterkunft befürwortet hat.
Derzeit werden dem Ostalbkreis laut Pavel monatlich 50 bis 60 neue Flüchtlinge zugewiesen, darunter immer mehr Familien aus Syrien mit jeweils mehreren Kindern. Schon jetzt wisse man nicht mehr, wo man alle Zugewiesenen in diesem Monat unterbringen solle. Weshalb der Kreis am Wochenende per Zeitungsanzeigen weitere anmietbare Möglichkeiten suchen wolle. Bis Jahresende rechnet Pavel mit 600 bis 700 neuen Flüchtlingen im Kreis, am Ende werde die Zahl der Unterzubringenden deutlich die 1000er-​Marke überschreiten.
Für wegfallende Gemeinschaftsunterkunft im alten Kasernenbereich auf dem Hardt in Schwäbisch Gmünd mit rund 220 Plätzen wird der Ostalbkreis in enger Abstimmung mit der Stadt eine neue Flüchtlingsunterkunft errichten. Auf einem städtischen Grundstück an der Oberbetrringer Straße, nahe des Kreisberufsschulzentrums. Aus einem, wegen der drängenden Zeit vom Kreis ohne Ausschreibung veranstalteten kleinen Architektenwettbewerb war das Gmünder Büro Hoiker als Sieger hervorgegangen. Dessen Entwurf sieht eine vierteilige Anlage mit drei Wohngebäuden sowie einem Gebäude mit verwaltung und Gemeinschaftsräumen vor. Die reinen Baukosten liegen, ohne Ausstattung, bei rund 3,24 Millionen Euro. Bezugsfertig soll der Neubau im März oder April 2015 sein. Damit kann der Kreis aber nur knapp 150 der in Gmünd wegfallenden 220 Plätze ersetzen. Deshalb will der das ehemalige Jobcenter an der Benzholzstraße, das angemietet ist, für rund 495 000 Euro ebenfalls in eine Flüchtlingsunterkunft umwandeln. Sie könnte weitere 80 bis 90 Plätze bieten. Der Gebäudebesitzer bietet dem Kreis dafür eine Mietoption von zehn bis 15 Jahren an. Trotz all dieser Pläne ließ Pavel keinen Zweifel daran, dass der Kreis 2014 noch viel Räume für Flüchtlingen werde anmieten müssen.
Wegen der Flüchtlinge erreichen Pavel übelste Briefe
Dem Dank von Klaus Pavel an all diejenigen, die dem Ostalbkreis bislang Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt haben, und der Erkenntnis etwa von Georg Ruf (CDU), dass die Hilfe für Flüchtlinge aus Kriegs– und Krisengebieten eine Verpflichtung „aus christlicher Verantwortung heraus“ sei, stand eine weitere Feststellung des Landrats in krassem Widerspruch gegenüber: Es sei unglaublich, so Pavel, was er inzwischen an Briefen mit übelsten Beschimpfungen, die ihn erreichten, aushalten müsse. Wegen der Flüchtlingsunterbringung im Ostalbkreis sei er inzwischen schon als „Deutschenhasser“ oder als „schäbiges, asoziales Schwein“ bezeichnet worden, zitierte Pavel unter anderem noch die druckfähigsten Formulierungen aus Schreiben an ihn. Rund 250 solcher Briefe hätten ihn inzwischen erreicht, zum Teil aus ganz Deutschland, etliche leider aber auch aus dem Ostalbkreis. „Wir werden für das, was wir hier tun, brutal gescholten“, resümierte Pavel.
 

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„Uns brennt der Kittel“ und „Wir sind gewaltig unter Druck, net bloß a bissle“ – so hat Landrat Pavel im Ausschuss für Bildung und Finanzen des Kreistags die aktuelle Situation bei der Unterbringung eines größer werdenden Zustroms an Flüchtlingen in den Ostalbkreis beschrieben.

Von Eckard Scheiderer
SCHWÄBISCH GMÜND/​OSTALBKREIS. Weshalb der Ausschuss am Ende einhellig sowohl den Neubau einer Flüchtlingsunterkunft an der Oberbettringer Straße in Schwäbisch Gmünd als auch die Umnutzung des einstigen Gmünder Jobcenters in der Benzholzstraße als weitere Flüchtlingsunterkunft befürwortet hat.
Derzeit werden dem Ostalbkreis laut Pavel monatlich 50 bis 60 neue Flüchtlinge zugewiesen, darunter immer mehr Familien aus Syrien mit jeweils mehreren Kindern. Schon jetzt wisse man nicht mehr, wo man alle Zugewiesenen in diesem Monat unterbringen solle. Weshalb der Kreis am Wochenende per Zeitungsanzeigen weitere anmietbare Möglichkeiten suchen wolle. Bis Jahresende rechnet Pavel mit 600 bis 700 neuen Flüchtlingen im Kreis, am Ende werde die Zahl der Unterzubringenden deutlich die 1000er-​Marke überschreiten.
Für wegfallende Gemeinschaftsunterkunft im alten Kasernenbereich auf dem Hardt in Schwäbisch Gmünd mit rund 220 Plätzen wird der Ostalbkreis in enger Abstimmung mit der Stadt eine neue Flüchtlingsunterkunft errichten. Auf einem städtischen Grundstück an der Oberbetrringer Straße, nahe des Kreisberufsschulzentrums. Aus einem, wegen der drängenden Zeit vom Kreis ohne Ausschreibung veranstalteten kleinen Architektenwettbewerb war das Gmünder Büro Hoiker als Sieger hervorgegangen. Dessen Entwurf sieht eine vierteilige Anlage mit drei Wohngebäuden sowie einem Gebäude mit verwaltung und Gemeinschaftsräumen vor. Die reinen Baukosten liegen, ohne Ausstattung, bei rund 3,24 Millionen Euro. Bezugsfertig soll der Neubau im März oder April 2015 sein. Damit kann der Kreis aber nur knapp 150 der in Gmünd wegfallenden 220 Plätze ersetzen. Deshalb will der das ehemalige Jobcenter an der Benzholzstraße, das angemietet ist, für rund 495 000 Euro ebenfalls in eine Flüchtlingsunterkunft umwandeln. Sie könnte weitere 80 bis 90 Plätze bieten. Der Gebäudebesitzer bietet dem Kreis dafür eine Mietoption von zehn bis 15 Jahren an. Trotz all dieser Pläne ließ Pavel keinen Zweifel daran, dass der Kreis 2014 noch viel Räume für Flüchtlingen werde anmieten müssen.
Wegen der Flüchtlinge erreichen Pavel übelste Briefe
Dem Dank von Klaus Pavel an all diejenigen, die dem Ostalbkreis bislang Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt haben, und der Erkenntnis etwa von Georg Ruf (CDU), dass die Hilfe für Flüchtlinge aus Kriegs– und Krisengebieten eine Verpflichtung „aus christlicher Verantwortung heraus“ sei, stand eine weitere Feststellung des Landrats in krassem Widerspruch gegenüber: Es sei unglaublich, so Pavel, was er inzwischen an Briefen mit übelsten Beschimpfungen, die ihn erreichten, aushalten müsse. Wegen der Flüchtlingsunterbringung im Ostalbkreis sei er inzwischen schon als „Deutschenhasser“ oder als „schäbiges, asoziales Schwein“ bezeichnet worden, zitierte Pavel unter anderem noch die druckfähigsten Formulierungen aus Schreiben an ihn. Rund 250 solcher Briefe hätten ihn inzwischen erreicht, zum Teil aus ganz Deutschland, etliche leider aber auch aus dem Ostalbkreis. „Wir werden für das, was wir hier tun, brutal gescholten“, resümierte Pavel.
 

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