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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Montag, 15. September 2014

Kommentar: Farbwechsel

Man darf gespannt sein, wie lange man in Gmünd und Umgebung noch den Ausdruck hören wird, jemand schaffe „bei der ZF“. Ziemlich lange vermutlich, denn eigentlich ist die ZF ja als solche schon 15 Jahre nicht mehr Arbeitgeber für die Belegschaft der ZFLS. So, wie man in Alfdorf heute noch hört, einer von TRW sei „bei der Repa“.

Von Manfred Laduch Künftig muss es bei den einen heißen „ich bin bei Bosch“ und bei den anderen „ich bin bei der ZF“. Denn das ist der wahre Hintergrund der ZFLS–Übernahme durch Bosch: ZF hat TRW Automotive gekauft. Da es dort aber eine Lenkungs-​Sparte gibt, würde diesem Geschäft das Veto des Kartellamtes aufgrund einer marktbeherrschenden Stellung drohen. Deshalb – und weil es viel Geld in die Kasse spült – wird die ZF ihre Anteile an den Partner Bosch verkaufen. Die alten „ZF-​ler“ sind nicht begeistert. Befürchtet wird, dass man im großen Bosch-​Konzern nur ein kleines Rädchen wäre. Was vielleicht etwas zu viel Bescheidenheit ist: Immerhin schaffte die ZFLS im vergangenen Jahr rund neun Prozent des Umsatzes von Bosch mit lediglich vier Prozent der Mitarbeiter. Ein attraktiver Partner mithin. Und angesichts dieser Attraktivität könnte es für die ZFLS–Beschäftigten durchaus schlechtere Lösungen geben, als der komplette Umzug unters Bosch-​Dach: Im Gegensatz zu „Heuschrecken“, die an ihren Investments außer einem möglichst hohen Gewinn wenig interessiert, gilt das Stiftungsunternehmen Bosch als hervorragender Arbeitgeber, 2012 zum familienfreundlichsten Unternehmen Deutschlands gekürt. Mithin werden die ZFLS–ler ohne Zweifel mit der Farbe Rot (Bosch) ebenso zurecht kommen wie seither mit dem ZF-​Blau. Ob die TRW (bislang rot) künftig blau daherkommt, bleibt offen. Schließlich spricht ZF von einer „separaten Division“.
 

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Von Manfred Laduch Künftig muss es bei den einen heißen „ich bin bei Bosch“ und bei den anderen „ich bin bei der ZF“. Denn das ist der wahre Hintergrund der ZFLS–Übernahme durch Bosch: ZF hat TRW Automotive gekauft. Da es dort aber eine Lenkungs-​Sparte gibt, würde diesem Geschäft das Veto des Kartellamtes aufgrund einer marktbeherrschenden Stellung drohen. Deshalb – und weil es viel Geld in die Kasse spült – wird die ZF ihre Anteile an den Partner Bosch verkaufen. Die alten „ZF-​ler“ sind nicht begeistert. Befürchtet wird, dass man im großen Bosch-​Konzern nur ein kleines Rädchen wäre. Was vielleicht etwas zu viel Bescheidenheit ist: Immerhin schaffte die ZFLS im vergangenen Jahr rund neun Prozent des Umsatzes von Bosch mit lediglich vier Prozent der Mitarbeiter. Ein attraktiver Partner mithin. Und angesichts dieser Attraktivität könnte es für die ZFLS–Beschäftigten durchaus schlechtere Lösungen geben, als der komplette Umzug unters Bosch-​Dach: Im Gegensatz zu „Heuschrecken“, die an ihren Investments außer einem möglichst hohen Gewinn wenig interessiert, gilt das Stiftungsunternehmen Bosch als hervorragender Arbeitgeber, 2012 zum familienfreundlichsten Unternehmen Deutschlands gekürt. Mithin werden die ZFLS–ler ohne Zweifel mit der Farbe Rot (Bosch) ebenso zurecht kommen wie seither mit dem ZF-​Blau. Ob die TRW (bislang rot) künftig blau daherkommt, bleibt offen. Schließlich spricht ZF von einer „separaten Division“.
 

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