Freitag, 24. Juni 2016

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Lokalnachrichten

» Landesgartenschau | Freitag, 05. September 2014

Es war einmal in Gamundia: Matthias Ihdens „Gaude munde Gamundia“ feierte am Freitag Abend Premiere

Liebe in den Zeiten der Leibeigenschaft, eine Gesellschaft im Umbruch, Umdenken im ganz großen und im kleinen Maßstab und eine Stadt, die in ihre Blütezeit hineinwächst — mehr als genug Themen fürs Stück „Gaude munde Gamundia“. Dieses Schauspiel der Tannhäuser-​Gruppe im Verein Staufersaga wurde eigens für die Stauferwoche der Gartenschau geschrieben und produziert. Zum Schluss des gelungenen Premierenabends bedankte sich Bürgermeister Bläse mit Blumen, das Publikum spendete Riesen-​Applaus.


HIMMELSGARTEN (bt). „Es kommt nichts Besseres nach“, meint Marktfrau Elisabeth Müller, und überhaupt die ganzen Bettler, die einfallen werden: Nein, durchaus nicht alle sind dafür, dass Gamundia Stadt wird. Aber die Angst vor Veränderungen – die die Jahrhunderte ebenso überdauert hat, wie Sorgen rund um den Straßenbau – ist unbegründet. Die neue Stadt blüht auf, was sich nicht zuletzt an der Kleidung der Menschen zeigt und an ihrem Auftreten. Wie es dazu kam, erzählt Matthias Ihden in verschiedenen Handlungssträngen, die weit über eine Geschichtslektion hinausgehen. Bewegend etwa wird’s, wenn alte Kampfgefährten einen Bund erneuern, der seinesgleichen nicht hat, oder wenn eine junge Liebende all ihre Hoffnung, all ihren Glauben in wenige Worte und Gesten legt.
„Morsche Knochen und altes Holz“ bringen Gamundia Reichtum
Die Handlung ist abendfüllend im schnell kühl werdenden Zelt – eine Decke und eine Thermoskanne mitzubringen ist sicher eine gute Idee. Im Jahr 1147 wünscht sich Hadwig (eine sehr anrührende Franziska Beckmann) nichts so sehr, wie ihren Johannes (Joe Maurer) zu heiraten; allein, sie ist Leibeigene, und ihre Herrin (Birgit Ihden) will’s nun mal nicht haben. In dieser Zeit platzt Gamundia aus allen Nähten: Wo kommt das Wasser her, wo sollen die neuen Siedler wohnen. Im Rat wird über Steuern und Straßen gestritten und darüber, wie es weitergehen soll. Ohne eine neue Straße, das wird schnell zur größten Sorge, ist der Handel in seiner Existenz bedroht — die Finanzierung aber ist für den kleinen, gerade mal tausend Köpfe zählenden Flecken nicht zu stemmen. Ratsleiter Marktgraf Reinbold (Jürgen Neifer), Marktgräfin Mathilde (Heike Holder), Landgraf During (Dieter Ellinger), Baumeister Walter (Wolfgang Vogt), Minsterialer Arnold (Alfred Ostertag), Weinhändler Gebwin (Joachim Meyer) und Abt Kraft aus dem Kloster Lorch (Uwe Kreusel) planen in großem Maßstab: Längst steht ein Großteil Gamundias außerhalb der alten Wehrmauer. Dass muss sich ändern. Ohne Geld für die Erweiterung und vor allem für die neue Straße aber wird alles beim alten bleiben.
Neu in der Runde ist Kreuzritter Heinrich (Klasse: Robin El Sayed), der eben erst aus dem Heiligen Land zurückgekehrt und nun all seiner Güter beraubt ist. Ausgerechnet er ist es, dem entscheidende Bedeutung zukommt. Zunächst ist der Kreuzfahrer, der sich als Leibwächter für Kaufleute verdingen muss, der Schlüssel zum Herz des Königs: Konrad III (Gerald Just) und der Ritter haben einst Schulter an Schulter gekämpft in diesen furchtbaren Schlachten im fremden Land – die im Stück aus der alten Sicht, der Sicht des Mittelalters, gleichwohl sehr differenziert betrachtet werden. In dieser Erinnerung übergeben Konrad und sein Kanzler Arno von Wied (Matthias Iden) den Gmündern die Heilig-​Kreuz-​Reliquie sowie Reliquien verschiedener Heiligen.
„Morsche Knochen und altes Holz, nichts funkelt“, und das Geld des Reiches, mit dem man so fest gerechnet hatte? Die zunächst tief enttäuschen Ratsherren begreifen sehr schnell, welche Reichtümer ihnen die Pilger in die Kassen spülen werden. Ritter Heinrich ist fortan Kommandant – er war bei der Belagerung von Damaskus dabei und weiß, worauf zu achten ist. Beim Planen der Verteidigungsanlagen der neuen Stadt, der Mauern und Türme stößt er nicht nur beim Rat, sondern auch im Publikum auf viel Verständnis: So kennen sie ihre Stadt. Der König verleiht die Stadtrechte in einem Festakt, der glanzvoller kaum sein könnte: Er braucht die Einnahmen seiner Städte; Gmünd und das Kloster Lorch nehmen ohnehin Sonderstellungen ein — die erste Stadt im Herzen seines Stauferlandes, Gaude munde Gamundia, und das Kloster, in dem die Reliquien auch seinen Vater schützen sollen, dessen Gebeine dort ruhen. Mit einen Fest auf dem Marktplatz wird mit viel Tanz und Musik gefeiert. Während Hadwigs Vater (Wolfgang Vogt) mit seiner Familie an die Gebrüder Utinkofen verkauft wird, weil Hadwigs Heiratswunsch Unfrieden in die Familie ihrer Dienstherren trägt, wächst die Stadt. Eine Marienkirche wird gebaut – Vorgängerbau des Münsters –, das neue Gmünd ist da, und nach langen Jahren gibt es endlich Hoffnung für Hadwig und ihre Schwester (Isabelle Ihden), die an das Kloster Lorch übergeben werden. Der Abt des Klosters besiegelt die Schenkung in der berühmten Lorcher Urkunde – und die Stadt hat ihren Weg in die Geschichtsbücher gefunden. Und für die Liebenden gibt es auch ein glückliches Ende.
Bei der Vorstellung des Stücken hatte Autor Matthias Ihden im Namen der Tannhäuser der Staufer-​Saga deutlich gemacht, dass dieses Stück im Gedenken an Stefan Kirchenbauer produziert wurde – auch, weil es nicht angehe, das Großprojekt des Stauferlagers durchzuführen, ohne an die Wurzeln, die Staufersaga selbst, zu erinnern, bzw. die schönen Künste zu ihrem Recht kommen zu lassen. Dank der Beratung durch Prof. Hubert Herkommer ist das Stück so historisch fundiert, wie’s nur geht. Die Inszenierung ist neben Matthias Ihden, Heike Holder und Dietmar Waibel zu verdanken,die Gewänder federführend Gundi Mertens und Christine Zorniger, das Bühnenbild dem Team um Josef Stampfer.

Weitere Aufführungen gibt es am heutigen Samstag, 6. September, und am Dienstag, 9. September, jeweils um 19.30 Uhr auf der Sparkassen-​Bühne.

 

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Es war einmal in Gamundia: Matthias Ihdens „Gaude munde Gamundia“ feierte am Freitag Abend Premiere

Liebe in den Zeiten der Leibeigenschaft, eine Gesellschaft im Umbruch, Umdenken im ganz großen und im kleinen Maßstab und eine Stadt, die in ihre Blütezeit hineinwächst — mehr als genug Themen fürs Stück „Gaude munde Gamundia“. Dieses Schauspiel der Tannhäuser-​Gruppe im Verein Staufersaga wurde eigens für die Stauferwoche der Gartenschau geschrieben und produziert. Zum Schluss des gelungenen Premierenabends bedankte sich Bürgermeister Bläse mit Blumen, das Publikum spendete Riesen-​Applaus.


HIMMELSGARTEN (bt). „Es kommt nichts Besseres nach“, meint Marktfrau Elisabeth Müller, und überhaupt die ganzen Bettler, die einfallen werden: Nein, durchaus nicht alle sind dafür, dass Gamundia Stadt wird. Aber die Angst vor Veränderungen – die die Jahrhunderte ebenso überdauert hat, wie Sorgen rund um den Straßenbau – ist unbegründet. Die neue Stadt blüht auf, was sich nicht zuletzt an der Kleidung der Menschen zeigt und an ihrem Auftreten. Wie es dazu kam, erzählt Matthias Ihden in verschiedenen Handlungssträngen, die weit über eine Geschichtslektion hinausgehen. Bewegend etwa wird’s, wenn alte Kampfgefährten einen Bund erneuern, der seinesgleichen nicht hat, oder wenn eine junge Liebende all ihre Hoffnung, all ihren Glauben in wenige Worte und Gesten legt.
„Morsche Knochen und altes Holz“ bringen Gamundia Reichtum
Die Handlung ist abendfüllend im schnell kühl werdenden Zelt – eine Decke und eine Thermoskanne mitzubringen ist sicher eine gute Idee. Im Jahr 1147 wünscht sich Hadwig (eine sehr anrührende Franziska Beckmann) nichts so sehr, wie ihren Johannes (Joe Maurer) zu heiraten; allein, sie ist Leibeigene, und ihre Herrin (Birgit Ihden) will’s nun mal nicht haben. In dieser Zeit platzt Gamundia aus allen Nähten: Wo kommt das Wasser her, wo sollen die neuen Siedler wohnen. Im Rat wird über Steuern und Straßen gestritten und darüber, wie es weitergehen soll. Ohne eine neue Straße, das wird schnell zur größten Sorge, ist der Handel in seiner Existenz bedroht — die Finanzierung aber ist für den kleinen, gerade mal tausend Köpfe zählenden Flecken nicht zu stemmen. Ratsleiter Marktgraf Reinbold (Jürgen Neifer), Marktgräfin Mathilde (Heike Holder), Landgraf During (Dieter Ellinger), Baumeister Walter (Wolfgang Vogt), Minsterialer Arnold (Alfred Ostertag), Weinhändler Gebwin (Joachim Meyer) und Abt Kraft aus dem Kloster Lorch (Uwe Kreusel) planen in großem Maßstab: Längst steht ein Großteil Gamundias außerhalb der alten Wehrmauer. Dass muss sich ändern. Ohne Geld für die Erweiterung und vor allem für die neue Straße aber wird alles beim alten bleiben.
Neu in der Runde ist Kreuzritter Heinrich (Klasse: Robin El Sayed), der eben erst aus dem Heiligen Land zurückgekehrt und nun all seiner Güter beraubt ist. Ausgerechnet er ist es, dem entscheidende Bedeutung zukommt. Zunächst ist der Kreuzfahrer, der sich als Leibwächter für Kaufleute verdingen muss, der Schlüssel zum Herz des Königs: Konrad III (Gerald Just) und der Ritter haben einst Schulter an Schulter gekämpft in diesen furchtbaren Schlachten im fremden Land – die im Stück aus der alten Sicht, der Sicht des Mittelalters, gleichwohl sehr differenziert betrachtet werden. In dieser Erinnerung übergeben Konrad und sein Kanzler Arno von Wied (Matthias Iden) den Gmündern die Heilig-​Kreuz-​Reliquie sowie Reliquien verschiedener Heiligen.
„Morsche Knochen und altes Holz, nichts funkelt“, und das Geld des Reiches, mit dem man so fest gerechnet hatte? Die zunächst tief enttäuschen Ratsherren begreifen sehr schnell, welche Reichtümer ihnen die Pilger in die Kassen spülen werden. Ritter Heinrich ist fortan Kommandant – er war bei der Belagerung von Damaskus dabei und weiß, worauf zu achten ist. Beim Planen der Verteidigungsanlagen der neuen Stadt, der Mauern und Türme stößt er nicht nur beim Rat, sondern auch im Publikum auf viel Verständnis: So kennen sie ihre Stadt. Der König verleiht die Stadtrechte in einem Festakt, der glanzvoller kaum sein könnte: Er braucht die Einnahmen seiner Städte; Gmünd und das Kloster Lorch nehmen ohnehin Sonderstellungen ein — die erste Stadt im Herzen seines Stauferlandes, Gaude munde Gamundia, und das Kloster, in dem die Reliquien auch seinen Vater schützen sollen, dessen Gebeine dort ruhen. Mit einen Fest auf dem Marktplatz wird mit viel Tanz und Musik gefeiert. Während Hadwigs Vater (Wolfgang Vogt) mit seiner Familie an die Gebrüder Utinkofen verkauft wird, weil Hadwigs Heiratswunsch Unfrieden in die Familie ihrer Dienstherren trägt, wächst die Stadt. Eine Marienkirche wird gebaut – Vorgängerbau des Münsters –, das neue Gmünd ist da, und nach langen Jahren gibt es endlich Hoffnung für Hadwig und ihre Schwester (Isabelle Ihden), die an das Kloster Lorch übergeben werden. Der Abt des Klosters besiegelt die Schenkung in der berühmten Lorcher Urkunde – und die Stadt hat ihren Weg in die Geschichtsbücher gefunden. Und für die Liebenden gibt es auch ein glückliches Ende.
Bei der Vorstellung des Stücken hatte Autor Matthias Ihden im Namen der Tannhäuser der Staufer-​Saga deutlich gemacht, dass dieses Stück im Gedenken an Stefan Kirchenbauer produziert wurde – auch, weil es nicht angehe, das Großprojekt des Stauferlagers durchzuführen, ohne an die Wurzeln, die Staufersaga selbst, zu erinnern, bzw. die schönen Künste zu ihrem Recht kommen zu lassen. Dank der Beratung durch Prof. Hubert Herkommer ist das Stück so historisch fundiert, wie’s nur geht. Die Inszenierung ist neben Matthias Ihden, Heike Holder und Dietmar Waibel zu verdanken,die Gewänder federführend Gundi Mertens und Christine Zorniger, das Bühnenbild dem Team um Josef Stampfer.

Weitere Aufführungen gibt es am heutigen Samstag, 6. September, und am Dienstag, 9. September, jeweils um 19.30 Uhr auf der Sparkassen-​Bühne.

 

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