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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Montag, 12. Januar 2015

Schimmelproblem in der Felsenkirche: Wiedereröffnung spätestens Ende Januar

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Bereits zu Weihnachten hätte die obere Felsenkapelle der Salvator-​Kirche für Besucher wieder begehbar sein sollen. Dort war, wie mehrfach berichtet, im Herbst eine aufwendige und wissenschaftlich begleitete Maßnahme für Konservierung der einzigartigen Ölbergszene eingeleitet worden.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs).Die vor 400 Jahren von Menschenhand aus dem Sandsteinfelsen geformte Darstellung fast lebensgroßer Figuren mit reicher christlicher Symbolik und sogar einer Ansicht des spätmittelalterlichen Gmünd war zuletzt durch schädliche Umwelteinflüsse vor dem Verfall bedroht. Nicht zuletzt durch Initiative und mit Hilfe von Spendenmitteln des Salvator-​Freundeskreises haben Experten eine Methode entwickelt und nun realisiert, damit das weitere Zerbröseln des empfindlichen Sandsteins der Figuren und des Reliefs der Ölbergszene gestoppt werden kann. Für die Behandlung mit Kieselsäureester-​Lösung, bei der vor allem intensive Alkoholdämpfe frei werden, wurde ein Holzverschlag eingerichtet und die Felsenkapelle für den Besucherverkehr aus Gründen der Sicherheit zunächst geschlossen. Münsterarchitekt Paul Philipp Waldenmaier findet sich aktuell zunehmend in einer Rolle eines Vermittlers zwischen den Wissenschaftlern des Projekts und den Machern des Salvator-​Freundeskreises wieder, weil auch die Ungeduld bei den Gmündern insgesamt wächst. Es gibt sogar Befürchtungen, wonach die Sperrung bis Ostern anhalten und die anderen Kunstwerke in der Kirche Schaden nehmen könnten. Der Münsterarchitekt hat, wie er gestern gegenüber der Rems-​Zeitung sagte, auch schon von diesen Ängsten gehört. Tatsächlich sei es aber so, dass keinerlei schädliche Auswirkungen des laufenden Konservierungsprozesses beispielsweise auf das Gestühl, Gemälde oder Holzskulpturen zu befürchten sei. Ein Problem sei allerdings erkannt worden: Es gebe durch die ausgebliebene Belüftung einen Schimmelbefall. Der sei jedoch nur oberflächlich und könne problemlos abgewischt werden. Der Vorgang liefere nun auch Erkenntnisse für ein notwendiges Klimakonzept, das für die Felsenkirche entwickelt und mit entsprechenden Geräten realisiert werden müsse. Es gehe darum, bei Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit eine Balance zu halten, die einerseits Schimmelbildung und anderseits das Kristallieren von Salzen im Gestein möglichst verhindere. Münsterarchitekt Paul Philipp Waldenmaier beruhigte gestern auch dahingehend, dass Besucher bereits in den nächsten Tagen, spätestens jedoch Ende Januar die gesamte Wallfahrtskirche wieder betreten können. Er wirbt um Verständnis: „Wenn wir so etwas machen, dann müssen wir’s richtig machen. Und das braucht halt seine Zeit.“ Gemäß den Vorgaben des Denkmalschutzes seien jedoch die Schäden nicht repariert beziehungsweise bereits abhanden gekommene Teile nicht künstlich ersetzt worden. „Bei diesem Projekt ging es darum, den weiteren Verfall zu stoppen und die Ölbergszene dauerhaft zu konservieren.“

 

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Schimmelproblem in der Felsenkirche: Wiedereröffnung spätestens Ende Januar

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Bereits zu Weihnachten hätte die obere Felsenkapelle der Salvator-​Kirche für Besucher wieder begehbar sein sollen. Dort war, wie mehrfach berichtet, im Herbst eine aufwendige und wissenschaftlich begleitete Maßnahme für Konservierung der einzigartigen Ölbergszene eingeleitet worden.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs).Die vor 400 Jahren von Menschenhand aus dem Sandsteinfelsen geformte Darstellung fast lebensgroßer Figuren mit reicher christlicher Symbolik und sogar einer Ansicht des spätmittelalterlichen Gmünd war zuletzt durch schädliche Umwelteinflüsse vor dem Verfall bedroht. Nicht zuletzt durch Initiative und mit Hilfe von Spendenmitteln des Salvator-​Freundeskreises haben Experten eine Methode entwickelt und nun realisiert, damit das weitere Zerbröseln des empfindlichen Sandsteins der Figuren und des Reliefs der Ölbergszene gestoppt werden kann. Für die Behandlung mit Kieselsäureester-​Lösung, bei der vor allem intensive Alkoholdämpfe frei werden, wurde ein Holzverschlag eingerichtet und die Felsenkapelle für den Besucherverkehr aus Gründen der Sicherheit zunächst geschlossen. Münsterarchitekt Paul Philipp Waldenmaier findet sich aktuell zunehmend in einer Rolle eines Vermittlers zwischen den Wissenschaftlern des Projekts und den Machern des Salvator-​Freundeskreises wieder, weil auch die Ungeduld bei den Gmündern insgesamt wächst. Es gibt sogar Befürchtungen, wonach die Sperrung bis Ostern anhalten und die anderen Kunstwerke in der Kirche Schaden nehmen könnten. Der Münsterarchitekt hat, wie er gestern gegenüber der Rems-​Zeitung sagte, auch schon von diesen Ängsten gehört. Tatsächlich sei es aber so, dass keinerlei schädliche Auswirkungen des laufenden Konservierungsprozesses beispielsweise auf das Gestühl, Gemälde oder Holzskulpturen zu befürchten sei. Ein Problem sei allerdings erkannt worden: Es gebe durch die ausgebliebene Belüftung einen Schimmelbefall. Der sei jedoch nur oberflächlich und könne problemlos abgewischt werden. Der Vorgang liefere nun auch Erkenntnisse für ein notwendiges Klimakonzept, das für die Felsenkirche entwickelt und mit entsprechenden Geräten realisiert werden müsse. Es gehe darum, bei Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit eine Balance zu halten, die einerseits Schimmelbildung und anderseits das Kristallieren von Salzen im Gestein möglichst verhindere. Münsterarchitekt Paul Philipp Waldenmaier beruhigte gestern auch dahingehend, dass Besucher bereits in den nächsten Tagen, spätestens jedoch Ende Januar die gesamte Wallfahrtskirche wieder betreten können. Er wirbt um Verständnis: „Wenn wir so etwas machen, dann müssen wir’s richtig machen. Und das braucht halt seine Zeit.“ Gemäß den Vorgaben des Denkmalschutzes seien jedoch die Schäden nicht repariert beziehungsweise bereits abhanden gekommene Teile nicht künstlich ersetzt worden. „Bei diesem Projekt ging es darum, den weiteren Verfall zu stoppen und die Ölbergszene dauerhaft zu konservieren.“

 

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