Donnerstag, 30. Juni 2016
Rems-Zeitung
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Lokalnachrichten

» Sport | Freitag, 30. Oktober 2015

Geldstrafen und Neuansetzung

Das Sportgericht Kocher/​Rems hat die Vorkommnisse im Zusammenhang mit dem Verbandsspiel der Kreisliga A, Staffel 1, zwischen dem TSB Schwäbisch Gmünd und dem TSV Mutlangen vom vergangenen Sonntag aufgearbeitet und eine Entscheidung gefällt.

Das Verbandsspiel war in der 70. Spielminute vom leitenden Schiedsrichter abgebrochen worden, nachdem bereits kurz nach Spielbeginn die ersten Reklamationen gegen Schiedsrichterentscheidungen und Beleidigungen des Schiedsrichters aus dem Umfeld des Gastvereins, die Betreuerbank eingeschlossen, laut wurden, sich im weiteren Spielverlauf fortsetzen und 20 Minuten vor Spielende – der TSV Mutlangen lag zu diesem Zeitpunkt mit 0:2 Toren zurück — einen „verbalen Höhepunkt“ erreichten. Bis zum Abbruch war es zu einigen Spielunterbrechungen gekommen, wobei ein Gästebetreuer aus dem Innenraum verwiesen wurde und der Schiedsrichter den Ordnungsdienst des Platzvereins aufforderte, die Gästeanhänger zu mehr Zurückhaltung zu bewegen.

Als dann der TSV–Linienrichter nach einer strittigen Entscheidung (Eckball für den Gastverein oder nicht) in ein heftiges Wortgefecht mit dem Schiedsrichter verstrickt war, dabei auch beleidigende und abwertende Äußerungen fielen, die zur Ablösung des Linienrichters geführt haben, rief ein Anhänger des Gastvereins deutlich hörbar ins Spielfeld, dass man solche Menschen wie den Schiedsrichter früher durch den Häcksler gelassen hätte. Dass dieses „Häckslerzitat“, möglicherweise auch etwas anders formuliert, gefallen ist, wird von keinem der Beteiligten bestritten.Der leitenden Schiedsrichter sah darin eine konkrete Bedrohung, seine Sicherheit auch aufgrund der fortwährenden verbalen Störungen nicht mehr gewährleistet und hat das Spiel abgebrochen. Dass sich ein Gästebetreuer und der Mutlanger Vereinslinienrichter sportwidrig verhalten haben, war für das Sportgericht unstreitig. Beide müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, Schiedsrichterentscheidungen wiederholt reklamiert und im Falle des Linienrichters den Schiedsrichter auch in beleidigender Form angegriffen zu haben. Von Vereinsfunktionären darf eigentlich erwarten werden, dass beide in einer hitzigen Atmosphäre mehr Zurückhaltung vorleben, statt die ohnehin negative Stimmung gegen den Schiedsrichter noch mehr anzuheizen. Das unsportliche Verhalten der Gästezuschauer während des Spiels und letztlich auch in der 70. Spielminute muss sich auch der TSV Mutlangen anlasten lassen. Das Sportgericht verkennt nicht, dass den Verantwortlichen des Gastvereins gerade bei Auswärtsspielen in Sachen Störungsbeseitigung gewisse Grenzen gesetzt sind. Wenn jedoch – wie am vergangen Sonntag offensichtlich eingetreten – es nicht bei einzelnen spontanen Unmutsäußerungen gegen Schiedsrichterentscheidungen und bei Beleidigungen bleibt, so kann auch von den Verantwortlichen des Gastvereins eingefordert werden, dass sie sich in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsdienst des Heimvereins um die gebotene Zurückhaltung der Störer aus den eigenen Reihen kümmern.Gegen die beiden Vereinsfunktionäre und den Verein selbst sprach das Sportgericht insgesamt Geldstrafen im unteren dreistelligen Bereich aus.Eingehend wurde auch geprüft, ob der TSV Mutlangen den Spielabbruch mit der Folge Spielverlust zu vertreten hat. Dass ausschließlich Vereinsfunktionäre und Anhänger des Gastvereins mit ihrem sportwidrigen Betragen den Schieds-​richter zum Teil eingeschüchtert und somit entscheidend zu dessen Maßnahme (Spielabbruch) beigetragen haben, steht zweifelsfrei fest. Von einem verschuldeten Spielabbruch wird ausgegangen, wenn während eines Fußballspiels Störungen von außen vorliegen und der Schiedsrichter vergeblich alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel eingesetzt hat, um das Spiel fortzusetzen. Das Sportgericht sah die möglichen Maßnahmen als nicht ausgeschöpft an und kam zu dem Ergebnis, das abgebrochene Spiel neu anzusetzen. Dabei ist auch der erkennenden Instanz bewusst, dass es am letzten Spieltag drei Verlierer gab: Den Schiedsrichter (er sprach von einem traurigen Tiefpunkt seiner jungen SR-​Laufbahn) den Verein TSB Schwäbisch Gmünd (die Mannschaft lag 2:0 in Front) und den Fußballsport schlechthin.


 

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» Sport | Freitag, 30. Oktober 2015

Geldstrafen und Neuansetzung

Das Sportgericht Kocher/​Rems hat die Vorkommnisse im Zusammenhang mit dem Verbandsspiel der Kreisliga A, Staffel 1, zwischen dem TSB Schwäbisch Gmünd und dem TSV Mutlangen vom vergangenen Sonntag aufgearbeitet und eine Entscheidung gefällt.

Das Verbandsspiel war in der 70. Spielminute vom leitenden Schiedsrichter abgebrochen worden, nachdem bereits kurz nach Spielbeginn die ersten Reklamationen gegen Schiedsrichterentscheidungen und Beleidigungen des Schiedsrichters aus dem Umfeld des Gastvereins, die Betreuerbank eingeschlossen, laut wurden, sich im weiteren Spielverlauf fortsetzen und 20 Minuten vor Spielende – der TSV Mutlangen lag zu diesem Zeitpunkt mit 0:2 Toren zurück — einen „verbalen Höhepunkt“ erreichten. Bis zum Abbruch war es zu einigen Spielunterbrechungen gekommen, wobei ein Gästebetreuer aus dem Innenraum verwiesen wurde und der Schiedsrichter den Ordnungsdienst des Platzvereins aufforderte, die Gästeanhänger zu mehr Zurückhaltung zu bewegen.

Als dann der TSV–Linienrichter nach einer strittigen Entscheidung (Eckball für den Gastverein oder nicht) in ein heftiges Wortgefecht mit dem Schiedsrichter verstrickt war, dabei auch beleidigende und abwertende Äußerungen fielen, die zur Ablösung des Linienrichters geführt haben, rief ein Anhänger des Gastvereins deutlich hörbar ins Spielfeld, dass man solche Menschen wie den Schiedsrichter früher durch den Häcksler gelassen hätte. Dass dieses „Häckslerzitat“, möglicherweise auch etwas anders formuliert, gefallen ist, wird von keinem der Beteiligten bestritten.Der leitenden Schiedsrichter sah darin eine konkrete Bedrohung, seine Sicherheit auch aufgrund der fortwährenden verbalen Störungen nicht mehr gewährleistet und hat das Spiel abgebrochen. Dass sich ein Gästebetreuer und der Mutlanger Vereinslinienrichter sportwidrig verhalten haben, war für das Sportgericht unstreitig. Beide müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, Schiedsrichterentscheidungen wiederholt reklamiert und im Falle des Linienrichters den Schiedsrichter auch in beleidigender Form angegriffen zu haben. Von Vereinsfunktionären darf eigentlich erwarten werden, dass beide in einer hitzigen Atmosphäre mehr Zurückhaltung vorleben, statt die ohnehin negative Stimmung gegen den Schiedsrichter noch mehr anzuheizen. Das unsportliche Verhalten der Gästezuschauer während des Spiels und letztlich auch in der 70. Spielminute muss sich auch der TSV Mutlangen anlasten lassen. Das Sportgericht verkennt nicht, dass den Verantwortlichen des Gastvereins gerade bei Auswärtsspielen in Sachen Störungsbeseitigung gewisse Grenzen gesetzt sind. Wenn jedoch – wie am vergangen Sonntag offensichtlich eingetreten – es nicht bei einzelnen spontanen Unmutsäußerungen gegen Schiedsrichterentscheidungen und bei Beleidigungen bleibt, so kann auch von den Verantwortlichen des Gastvereins eingefordert werden, dass sie sich in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsdienst des Heimvereins um die gebotene Zurückhaltung der Störer aus den eigenen Reihen kümmern.Gegen die beiden Vereinsfunktionäre und den Verein selbst sprach das Sportgericht insgesamt Geldstrafen im unteren dreistelligen Bereich aus.Eingehend wurde auch geprüft, ob der TSV Mutlangen den Spielabbruch mit der Folge Spielverlust zu vertreten hat. Dass ausschließlich Vereinsfunktionäre und Anhänger des Gastvereins mit ihrem sportwidrigen Betragen den Schieds-​richter zum Teil eingeschüchtert und somit entscheidend zu dessen Maßnahme (Spielabbruch) beigetragen haben, steht zweifelsfrei fest. Von einem verschuldeten Spielabbruch wird ausgegangen, wenn während eines Fußballspiels Störungen von außen vorliegen und der Schiedsrichter vergeblich alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel eingesetzt hat, um das Spiel fortzusetzen. Das Sportgericht sah die möglichen Maßnahmen als nicht ausgeschöpft an und kam zu dem Ergebnis, das abgebrochene Spiel neu anzusetzen. Dabei ist auch der erkennenden Instanz bewusst, dass es am letzten Spieltag drei Verlierer gab: Den Schiedsrichter (er sprach von einem traurigen Tiefpunkt seiner jungen SR-​Laufbahn) den Verein TSB Schwäbisch Gmünd (die Mannschaft lag 2:0 in Front) und den Fußballsport schlechthin.