Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung
Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Ostalbkreis | Montag, 02. Februar 2015

Wichtige und millionenschwere Weichenstellung für Bartholomä

Galerie (1 Bild)

Auf sehr starkes Interesse ist am Montagabend in Bartholomä eine Bürgerversammlung zu einem millionenschweren Zukunftsthema geworden. Es geht, wie es Bürgermeister Thomas Kuhn griffig formulierte, um den Dreiklang, wie zukünftig die drei Gebäude Rathaus, Dorfhaus und vor allem die viel zu groß gewordene Laubenhartschule zusammenspielen werden.

In seinen einführenden Worten betonte Bürgermeister Thomas Kuhn zunächst die sehr gute Arbeit, die in Vergangenheit, Gegenwart und gewiss auch in der Zukunft an der Laubenhartschule geleistet werde. Sie unterliege jedoch aktuell den bekannten Zwängen, nachdem die Hauptschule weggefallen ist. Die seit 50 Jahren immer wieder vergrößerte Schule sei einstmals von bis zu 200 Jungen und Mädchen in neun Klassenstufen besucht worden. Nun seien es noch die 64 Grundschüler in vier Klassen. Die Konsequenz: Viele Räume stünden leer. Dazu zeige sich erheblicher Modernisierungsbedarf. Gleichzeitig platze die Gemeindeverwaltung im 1905 erbauten Rathaus aus allen Nähten. Und auch dieses Gebäude habe einen dringenden, kaum mehr aufschiebbaren Sanierungsbedarf, auch was Brandschutz und Erreichbarkeit der Büros für Behinderte anbelangt. Zusammen mit Architekt Stephan Wittmann stellte nun der Bürgermeister unter Einbeziehung des Dorfhauses drei Varianten vor, wie es in der Dreiklang-​Raumplanung weitergehen könnte. Auch aufgrund der für die 2000-​Einwohner-​Gemeinde mutigen Investition von — je nach Variante — bis zu 1,9 Millionen Euro wollen der Gemeinderat und die Verwaltung vor allen Beratungen und Entscheidungen die Meinungen und Vorschläge aus der Bürgerschaft anhören.
Variante 1 sieht eine räumliche Bündelung von Schule und Rathaus mit einem teilweisen Rückbau, jedoch Modernisierung der Grundschule vor. Kostenschätzung: 1,5 Millionen Euro.
Variante 2 beinhaltet eine Generalsanierung mit Erweiterung des Rathauses sowie Rückbau und Modernisierung der Laubenhartschule. Kostenschätzung: 1,9 Millionen Euro.
Variante 3 beschreibt eine weitreichende Idee, nämlich komplette Aufgabe des altersschwachen Rathauses mit Verkauf oder Vermietung in private Hand. Dafür würde das Dorfhaus zum Rathaus verwandelt werden. Die im Dorfhaus beheimateten Vereine könnten ein neues Domizil in einem Flügel der sodann sanierten und umgebauten Laubenhartschule beziehen. Kostenschätzung: Bis 1,9 Millionen Euro.
Bürgermeister Thomas Kuhn beschrieb: „Eine wichtige Entscheidung für die Zukunft. Wir wollen nun zusammen mit den Bürgern die beste Lösung für Bartholomä entwickeln“. Deutlich liebäugelte er mit der Variante 3, weil er längerfristig erhebliche finanzielle Vorteile sehe, wenn die Gemeinde statt drei nur noch zwei Gebäude bewirtschaften müsse. Außerdem passe das Thema Vereine und Kultur doch eher ins Schulgebäude als die Verwaltung. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Auch Unbehagen wurde beim Gedanken geschildert, wenn man das angestammte Rathaus tatsächlich verkaufen würde und man keine Kontrolle mehr darüber hätte, was ein privater Besitzer daraus macht. Die eigentliche Tragweite einer Weichenstellung — egal welche Variante — wurde auf Nachfrage von Bruno Bieser deutlich: Die Gemeinde müsste das Projekt über neue Schulden finanzieren, etwa 600 000 bis 800 000 Euro, was pro Kopf zwischen 300 und 400 bedeute, wie Bürgermeister Kuhn grob vorrechnete. Andererseits beschrieb er auch, dass er die Erwartung habe, mehrere Zuschusstöpfe des Landes anzapfen zu können, deren Mittel jedoch zielgerichtet erst dann beantragt werden können, wenn die Variante klar sei. Kuhn nannte als Zeithorizont bis zur tatsächlichen Umsetzung das Jahr 2018. Dies gebe wiederum die Möglichkeit, die Belastung auf mehrere Haushalte zu verteilen. Er versprach Bruno Bieser auch: Die Gemeinde werde trotz dieses Vorhabens ihre Pflichtaufgaben erledigen können.
Fazit des gestrigen Abends: Es wird in Bartholomä spannende Gemeinderatssitzungen geben. Und die Bürgerschaft zeigt spürbar lebhaftes Interesse.

 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen

Lokalnachrichten

» Ostalbkreis | Montag, 02. Februar 2015

Wichtige und millionenschwere Weichenstellung für Bartholomä

Galerie (1 Bild)

Auf sehr starkes Interesse ist am Montagabend in Bartholomä eine Bürgerversammlung zu einem millionenschweren Zukunftsthema geworden. Es geht, wie es Bürgermeister Thomas Kuhn griffig formulierte, um den Dreiklang, wie zukünftig die drei Gebäude Rathaus, Dorfhaus und vor allem die viel zu groß gewordene Laubenhartschule zusammenspielen werden.

In seinen einführenden Worten betonte Bürgermeister Thomas Kuhn zunächst die sehr gute Arbeit, die in Vergangenheit, Gegenwart und gewiss auch in der Zukunft an der Laubenhartschule geleistet werde. Sie unterliege jedoch aktuell den bekannten Zwängen, nachdem die Hauptschule weggefallen ist. Die seit 50 Jahren immer wieder vergrößerte Schule sei einstmals von bis zu 200 Jungen und Mädchen in neun Klassenstufen besucht worden. Nun seien es noch die 64 Grundschüler in vier Klassen. Die Konsequenz: Viele Räume stünden leer. Dazu zeige sich erheblicher Modernisierungsbedarf. Gleichzeitig platze die Gemeindeverwaltung im 1905 erbauten Rathaus aus allen Nähten. Und auch dieses Gebäude habe einen dringenden, kaum mehr aufschiebbaren Sanierungsbedarf, auch was Brandschutz und Erreichbarkeit der Büros für Behinderte anbelangt. Zusammen mit Architekt Stephan Wittmann stellte nun der Bürgermeister unter Einbeziehung des Dorfhauses drei Varianten vor, wie es in der Dreiklang-​Raumplanung weitergehen könnte. Auch aufgrund der für die 2000-​Einwohner-​Gemeinde mutigen Investition von — je nach Variante — bis zu 1,9 Millionen Euro wollen der Gemeinderat und die Verwaltung vor allen Beratungen und Entscheidungen die Meinungen und Vorschläge aus der Bürgerschaft anhören.
Variante 1 sieht eine räumliche Bündelung von Schule und Rathaus mit einem teilweisen Rückbau, jedoch Modernisierung der Grundschule vor. Kostenschätzung: 1,5 Millionen Euro.
Variante 2 beinhaltet eine Generalsanierung mit Erweiterung des Rathauses sowie Rückbau und Modernisierung der Laubenhartschule. Kostenschätzung: 1,9 Millionen Euro.
Variante 3 beschreibt eine weitreichende Idee, nämlich komplette Aufgabe des altersschwachen Rathauses mit Verkauf oder Vermietung in private Hand. Dafür würde das Dorfhaus zum Rathaus verwandelt werden. Die im Dorfhaus beheimateten Vereine könnten ein neues Domizil in einem Flügel der sodann sanierten und umgebauten Laubenhartschule beziehen. Kostenschätzung: Bis 1,9 Millionen Euro.
Bürgermeister Thomas Kuhn beschrieb: „Eine wichtige Entscheidung für die Zukunft. Wir wollen nun zusammen mit den Bürgern die beste Lösung für Bartholomä entwickeln“. Deutlich liebäugelte er mit der Variante 3, weil er längerfristig erhebliche finanzielle Vorteile sehe, wenn die Gemeinde statt drei nur noch zwei Gebäude bewirtschaften müsse. Außerdem passe das Thema Vereine und Kultur doch eher ins Schulgebäude als die Verwaltung. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Auch Unbehagen wurde beim Gedanken geschildert, wenn man das angestammte Rathaus tatsächlich verkaufen würde und man keine Kontrolle mehr darüber hätte, was ein privater Besitzer daraus macht. Die eigentliche Tragweite einer Weichenstellung — egal welche Variante — wurde auf Nachfrage von Bruno Bieser deutlich: Die Gemeinde müsste das Projekt über neue Schulden finanzieren, etwa 600 000 bis 800 000 Euro, was pro Kopf zwischen 300 und 400 bedeute, wie Bürgermeister Kuhn grob vorrechnete. Andererseits beschrieb er auch, dass er die Erwartung habe, mehrere Zuschusstöpfe des Landes anzapfen zu können, deren Mittel jedoch zielgerichtet erst dann beantragt werden können, wenn die Variante klar sei. Kuhn nannte als Zeithorizont bis zur tatsächlichen Umsetzung das Jahr 2018. Dies gebe wiederum die Möglichkeit, die Belastung auf mehrere Haushalte zu verteilen. Er versprach Bruno Bieser auch: Die Gemeinde werde trotz dieses Vorhabens ihre Pflichtaufgaben erledigen können.
Fazit des gestrigen Abends: Es wird in Bartholomä spannende Gemeinderatssitzungen geben. Und die Bürgerschaft zeigt spürbar lebhaftes Interesse.

 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen