Startseite REMS-ZEITUNG – Montag, 25. Juli 2016 Rems-Zeitung bei Facebook Rems-Zeitung bei Google+ Rems-Zeitung bei Twitter Rems-Zeitung RSS-Feeds Kontakt
Ihre Ansprechpartner in der Lokalredaktion
Die Geschichte der Rems-​Zeitung
Ihre Ansprechpartner in der Werbeberatung
Unsere Mediadaten als PDF
Unsere Themenwelten /​Sonderveröffentlichungen
Ihre Ansprechpartner im Bereich Abo und Service
Kostenloses Probeabo
Aktionsabo zu Sonderkonditionen
Nachsendung und Lieferunterbrechung
Unser Leser werben Leser Prämienprogramm
Übersicht Leserreisen
Übersicht Bücher und mehr
Private Kleinanzeige online aufgeben
Schwäbisch Gmünd
Rosenstein
Lorch
Leintal/Frickenhofer Höhe
Schwäbischer Wald
Waldstetten/Stuifen
Welzheimer Wald
Ostalbkreis

Lokalnachrichten

» Ostalb | Mittwoch, 10. Juni 2015

Fahrvergnügen für Mountainbiker: Infoabend zur Flowtrail– Planung an der Waldstetter Skihütte.

Galerie (8 Bilder)

Waldstetten freut sich auf eine Mountainbike-​Strecke, die das Skiteam des TSGV Waldstetten im Schulterschluss mit der Gemeinde plant und die Dank frühzeitiger Einbindung aller Interessensgruppen – etwa der Jäger – offenbar allenthalben auf Zustimmung stößt. Die RZ stellt das Konzept für den „Flowtrail“ vor.

WALDSTETTEN (bt). Am Dienstag Abend wurde zur Informationsveranstaltung in die Waldstetter Skihütte gebeten. Für die allermeisten Teilnehmer war wohltuende Abwechslung; in der Regel verbringen sie ihre Dienstagabende mit der Schaufel in der Hand an der entstehenden Strecke.
Jochen Krieger, Abteilungsleiter des Skiteams des TSGV Waldstetten, stellte das neue Bike-​Angebot der Gemeinde in groben Zügen vor: Man wolle etwas bewegen, unvermeidliche Schwierigkeiten angehen und anderen Gemeinden signalisieren, dass solche Projekte möglich sind. Die Skiabteilung habe bereits in der Vergangenheit einiges angestoßen, erinnerte Bürgermeister Michael Rembold mit Blick etwa auf die sehr gut angenommen Langlaufloipen am Schwarzhorn, und sie wolle auch außerhalb schneereicher Winter aktiv sein. Das in Frage kommende Grundstück sei Eigentum der Gemeinde und bereits mit mehrfachen Nutzungen belegt, werde etwa den Gleitschirmfliegern zur Verfügung gestellt.
Für Waldstetten sei es sehr wichtig, intakte Natur zu erhalten. Nun sei das Mountainbiken nicht nur Trendsport, und wer nicht wolle, dass die Biker „kreuz und Quer auf der Markung“ unterwegs seien, tue gut daran, die Aktivitäten der Biker zu bündeln – auch mit Blick auf die Futterstände, auf Tierpflege und –hege im Wald. Mit gutem Grund habe man die Jäger von Anfang an ins Boot geholt, ebenso die Landwirtschaft, und auch die Untere Naturschutzbehörde habe das Ganze als „naturschonende Strecke“ empfehlenswert genannt. So entstehe eine neue Herausforderung, ein Gewinn für Ski-​Team und Gemeinde gleichermaßen.
Die Gemeinde steuert 6000 Euro bei – bei aller ehrenamtlichen Arbeit, die geleistet wird, fallen doch Kosten an, unter anderem für Holzelemente, Beschilderung und Erde. Remolds Dank galt neben Krieger auch Andreas Ocker und Ralph Waibel, denen die Planung zu verdanken sei. Ralph Waibel stellte dann die Einzelheiten vor, die vor allem, aber nicht nur jugendlichen Bikern zugute kommen soll. Die Skiabteilung habe mehrere Bezeichnungen für die Strecke erwogen und sich dann für „Flowtrail“ entschieden bzw. für Bau und Betrieb „gemäß der Kriterien für die Zertifizierung von Premium Flowtrails der DIMB“. Das Konzept sei regional ausgerichtet, nicht auf das ganz große Publikum. Die Strecke müsse für alle flüssig zu durchfahren sein – das bedeutet mäßiges Gefälle, Gegenkurven, und welliger Streckenführung. Der Pfad ist einen Meter breit, der Untergrund möglichst naturbelassen – auch, so Waibel lächelnd, weil das in der Unterhaltung weniger Arbeit macht –, und er ist überwiegend im Wald zu finden, wo den Bikern die Erosion weniger zu schaffen macht als auf freiem Feld.
Wie beim Skifahren darf man sich die Streckenbewertung vorstellen. Eine durchgängige „blaue“ Abfahrt wird ergänzt um Passagen „für alle Könnens-​Stufen“. Steilstücke oder Hindernisse wie „Anlieger“, buchstäblich tischhohe „Tables“, Sprünge und ein „North Shore Element“ können umfahren oder überrollt werden. Start und Ende sind an der Skihütte; die Auffahrt erfolgt über die Forststraße; überhaupt verläuft die gesamte Strecke parallel zur Forststraße, um Wald und Wild zu zu schonen. Zu schützende Stellen werden mit Holzelementen überbaut; genutzt werden darf die Strecke nur bei Tageslicht; im Winter ist sie ganz geschlossen. Über die Website der Skiabteilung, auch über Facebook (Flow-​Trail Waldstetten) werden die Nutzer über Neuigkeiten informiert. Der Sicherheit kommt große Bedeutung zu, so Waibel: Die gesamte Strecke ist für den Rettungsdienst erreichbar; Rettungsdienst und Bergwacht werden eingewiesen.
Die Waldstetter orientieren sich am „Stromberger Modell“ – entsprechend teilen sich die Gemeinde die mit dem Betrieb der Strecke verbundenen Lasten. Über die Verkehrssicherungspflicht der so genannten Spielplatzversicherung ist Waldstetten ohnehin abgesichert; der Verein ist für die Strecke selbst zuständig, überwacht, beseitigt Schäden.

Die Strecke ist 600 Meter lang und führt von 543 auf 496 Höhenmeter – auf einem Gefälle von durchschnittlich 7,8 Prozent.

Flowtrails lassen sich aufs englische Wort für „fließen“ zurückführen. Es sind Wege, die eigens für Mountainbiker angelegt oder eben entsprechend verändert werden. Im Gegensatz zu den meisten Downhill-​Strecken sind solche Radwege nicht nur für Extrembiker geeignet. Wer sie nutzt, kann, aber muss nicht über Absätze rumpeln oder Schanzen überspringen: Er kann durchgängig rollen – fließen. Das Modell wurde von der DIMB entwickelt, Deutsche Initiative Mountain Bike. Die DIMB liefert auch ein Sicherheitsgutachten. Es gibt eigens entwickelte Kriterienkataloge für solche zertifizierten Wege.

 

QR-Code
remszeitung.de/2015/6/10/fahrvergnuegen-fuer-mountainbiker-infoabend-zur-flowtrail--planung-an-der-waldstetter-skihuette/