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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 02. Juni 2015

Keine Giftköder im Gmünder Raum

Die Angst ging um. Verständlich, dass viele vor Giftködern im Norden Gmünds gewarnt haben. Die RZ hat nachgefragt, um für Gewissheit zu sorgen: Es spricht alles dafür, dass diese Ängste genommen werden können.

In der vergangenen Woche wurden, wie berichtet, im Internet vor allem von Großdeinbachern und Mutlangern vielhundertfach Warnungen vor mutwillig vergifteten Ködern gepostet, an denen Hunde gestorben seien. Auch der Tierschutzverein Ostalb hat offiziell gewarnt, die Gemeinde Mutlangen hat’s in ihrem Gemeindeblatt veröffentlicht. Wenn ein Hund leidet, gar stirbt, der in den meisten Fällen als Familienmitglied wert geschätzt wird, ist es umso schlimmer, wenn vermutet werden muss, dass gezielt Giftköder ausgelegt wurden.
Nach dem Kenntnisstand der Behörden wurden in diesem Jahr im Ostalbkreis in keinem einzigen Fall Gifte ausgebracht mit der Absicht, Hunde zu schädigen. Dass solche Fälle der Polizei angezeigt würden, davon könne man ausgehen. (Falsch-)Meldungen kursierten, so Polizeisprecher Bernhard Kohn, aber in unschöner Regelmäßigkeit im Internet.
Jörg Jahnke, Vorsitzender des Tierschutzvereins Ostalb, meinte dazu, die am 28. Mai ins Netz gestellte und mittlerweile über 700 Mal geteilte Warnung finde sich „nur im Facebook-​Auftritt des Vereins, nicht auf der offiziellen Homepage des Dreherhofs“, und auf Facebook sei die Meldung nunmehr bereits veraltet. Entfernt werde sie jetzt nicht mehr: Vorsichtig zu sein, schade bekanntlich nie.
Die Gemeinde Mutlangen hatte kurz vor Redaktionsschluss ihres Amtsblattes von den Warnungen erfahren und sich entschlossen, die Bürgerinnen und Bürger vorsorglich zu informieren – man wollte Schlimmeres verhindern. Die Reaktionen der Hundebesitzer bei einem weiteren, bei rechtzeitiger Warnung vermeidbaren Vergiftungsfall mag man sich nicht ausmalen. In Mutlangen sind aber keine konkreten Fälle gemeldet, auch im Bezirksamt Großdeinbach weiß man, so Ortsvorsteher Gerhard Maier, nur vom Hörensagen von Vorfällen.
Die RZ ging allen ihr bekannt gewordenen Hinweisen zu vergifteten Hundeködern nach. Etwa der Aussage eines verständlicherweise aufgewühlten Mannes, der vom toten Hund seiner Tochter in Großdeinbach berichtete und davon, dass bei der Blutuntersuchung im Labor des Tierarztes „Rattengift nachgewiesen“ wurde. Die betreffende Böbinger Tierklinik wollte dies gestern nicht bestätigen. Auch im trauernden Umfeld des plötzlich verstorbenen Lindacher Hundes „Sky“ ist man nach wie vor davon überzeugt, dass das Tier vergiftet wurde. Die Ärztin der Klinik habe einen Tumor als mögliche Todesursache genannt; auch dazu gab es keine Stellungnahme. Andere Tierärztinnen und –ärzte erzählen zum Teil, Hundebesitzer hätten Fälle geschildert, von denen sie persönlich Kenntnis hätten, grundsätzlich aber wurde in keiner befragten Praxis ein Tier mit Vergiftungserscheinungen untersucht oder behandelt.
Fast immer wurde an die Polizei verwiesen, der der Vorfall gemeldet worden sei. Dort ist definitiv nichts bekannt. Polizeisprecher Kohn bestätigte Verdachtsfälle in jüngerer Zeit bei Hüttlingen und Dewangen, die sich aber als Krankheiten oder „unbeabsichtigte Vergiftungsfälle“ erwiesen hätten. Gefunden wurden Schneckenkorn und gegen Schädlinge präparierte Maissaat, die in großen Mengen aufgenommen wurden. Ein Anti-​Giftköder-​Training mit Hunden wird deshalb von einigen Hundebesitzern grundsätzlich empfohlen, für andere ist es entscheidend, das Tier zumindest nicht so lange unbeaufsichtigt zu lassen, dass es größere Mengen schädlicher Substanzen wie Maiskörner fressen kann. Ebenfalls ein Problem könnten Gifte sein, die etwa Wühlmäusen in die Gänge gestopft werden; wenn die Tiere nicht sofort sterben, können sie von Katzen und Hunden vollends zur Strecke gebracht werden.
Als vor geraumer Zeit in Aalen eine mit Glasscherben präparierte Wurst gefunden wurde, ging das umgehend an die Öffentlichkeit. Eben weil es in der Vergangenheit in Deutschland durchaus Fälle von Gift oder Rasierklingen in ausgelegtem Hundefutter gegeben hat, nimmt die Polizei solche Hinweise ernst. Auch in einem Nachbarkreis gab es jüngst einen Fall, den die Polizei dann ebenfalls öffentlich gemacht hat. „In aller Regel aber lässt sich ein solcher Verdacht nicht bekräftigen“, so Kohn, der noch einmal erklärt: „In Mutlangen und Großdeinbach gibt es keine Verdachtsfälle.“

 

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