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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 07. August 2015

BWL-​Student aus der Partnerstadt Faenza erzählt von seinem Praktikum im Gmünder Rathaus

Galerie (3 Bilder)

Manuel Lima aus Italien berichtete am Freitag recht unterhaltsam über sein Praktikum in Gmünd – „ Pizza Opa“ lässt ihn lachen, allein beim Wort „Schoko-​Kebab“ grauste es ihn, Gruschtdasch und andere schwäbische Wörter gaben Rätsel auf, und Kinderbetreuung im Jugendhaus war anstrengender als sein Leichtathletiktraining. Sein Bericht deckt das Deutschland-​Bild in Italien ebenso ab wie seine Beobachtungen zum Umgang mit „Fremden“.

Nicht nur die Partnerstädte beteiligen sich an einem Praktikantenprogramm der Stadtverwaltung, das 250 Praktikanten im Jahr die Chance gibt, sich im Rathaus mit allen Bereichen der Verwaltungsarbeit vertraut zu machen, Schulpraktika zu absolvieren oder den für die Kammerzulassung notwendigen Studienteil „Architekt im Praktikum“. Hauptamtsleiter Helmut Ott betonte gestern, dieses umfassende Programm bewähre sich: Von Bewerbermangel keine Spur, wenn die Stadtverwaltung Nachwuchs sucht. „Dass sich viele junge Leute im Praktikum einen Einblick verschaffen, ein Gefühl für das, was Verwaltungsberufe ausmacht, merken wir an den Bewerbungen, die wir erhalten.“ Er sei stolz auf das „offene Rathaus“, so Ott – das für die Mitarbeiter freilich einiges an Mehraufwand bedeute; „unsere Praktikanten sitzen nicht nur irgendwo ihre Zeit ab“.
Im Jugendhaus und in
Joachim Bläses Büro
Davon weiß Manuel Lima ein Lied zu singen. Der 20-​jährige BWL-​Student aus der Partnerstadt Faenza hat während seines Praktikums einiges gesehen und erlebt. Zunächst hat er bei Katharina Aubele gelernt, wie Städtepartnerschaften organisiert werden. Den größten Teil seiner Zeit in Gmünd war er mit dem Integrationsbeauftragten Hermann Gaugele unterwegs. Gerade den Umgang mit ganz jungen Flüchtlingen fand er ungemein spannend: „Die sind so unschuldig, so unvoreingenommen, so offen für Dinge, die man sie lehrt – gute oder hässliche Dinge, die sie dann formen und prägen.“ Jugendarbeit, wie die im Jugendhaus geleistete, trage wesentlich dazu bei, gute Menschen zu erziehen, davon ist der junge Mann überzeugt. Er hat nicht nur zugeschaut, der Gast aus Italien, er hat auch mit angepackt – etwa als es darum ging, an der Sportmeile mitzuarbeiten oder einen Spielplatz für die Flüchtlingskinder anzulegen. In Gmünd habe ihn vor allem das funktionierende Miteinander so vieler Kulturen imponiert: Beim türkischen Döner-​Essen hat er einen IT-​Spezialisten aus Nigeria und einen italienischen Landsmann kennengelernt, alle kannten sich offenbar, alle mochten sich. Davon könne Italien einiges lernen, sagt Manuel Lima, dessen Eltern lange vor seiner Geburt aus Guinea-​Bissau nach Italien kamen. Aus einem solchen Austausch, aus der Offenheit, entstünden neue Ideen und Entwicklungen, die eine Gesellschaft voranbrächten. Dass er die Schokoladen-​Variante seiner traditionell scharfen Kebab-​Gerichte dann doch noch probiert und für gut befunden hat, ist in seinen Augen ein kleines Beispiel dafür, wie sich Kulturen gegenseitig befruchten können.
In einem dritten Teil war er an der Seite des Ersten Bürgermeisters Dr. Joachim Bläse unterwegs und beobachtete sehr aufmerksam, wie auch unterschiedlichste Meinungen zusammengeführt werden können: „Unglaublich lehrreich das Ganze“. Gut getan hat der Aufenthalt auch seinem Deutsch, an dem er intensiv arbeitet, seit er 2009 über einen Schüleraustausch zum ersten Mal hier war. Seit er sich für Wirtschaft interessiere, wisse er, dass es kein Vorbeikommen gebe an der deutschen Sprache: „Das ist die Basis der europäischen Wirtschaft.“ Die RZ berichtet am Samstag über Manuels Erlebnisse und über ein Schmuckprojekt Gold und Silber /​Keramik, das Gmünd und Faenza gemeinsam auf dem Weg bringen — mit Manuel Lima als Mittler und Kurier.
 

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BWL-​Student aus der Partnerstadt Faenza erzählt von seinem Praktikum im Gmünder Rathaus

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Manuel Lima aus Italien berichtete am Freitag recht unterhaltsam über sein Praktikum in Gmünd – „ Pizza Opa“ lässt ihn lachen, allein beim Wort „Schoko-​Kebab“ grauste es ihn, Gruschtdasch und andere schwäbische Wörter gaben Rätsel auf, und Kinderbetreuung im Jugendhaus war anstrengender als sein Leichtathletiktraining. Sein Bericht deckt das Deutschland-​Bild in Italien ebenso ab wie seine Beobachtungen zum Umgang mit „Fremden“.

Nicht nur die Partnerstädte beteiligen sich an einem Praktikantenprogramm der Stadtverwaltung, das 250 Praktikanten im Jahr die Chance gibt, sich im Rathaus mit allen Bereichen der Verwaltungsarbeit vertraut zu machen, Schulpraktika zu absolvieren oder den für die Kammerzulassung notwendigen Studienteil „Architekt im Praktikum“. Hauptamtsleiter Helmut Ott betonte gestern, dieses umfassende Programm bewähre sich: Von Bewerbermangel keine Spur, wenn die Stadtverwaltung Nachwuchs sucht. „Dass sich viele junge Leute im Praktikum einen Einblick verschaffen, ein Gefühl für das, was Verwaltungsberufe ausmacht, merken wir an den Bewerbungen, die wir erhalten.“ Er sei stolz auf das „offene Rathaus“, so Ott – das für die Mitarbeiter freilich einiges an Mehraufwand bedeute; „unsere Praktikanten sitzen nicht nur irgendwo ihre Zeit ab“.
Im Jugendhaus und in
Joachim Bläses Büro
Davon weiß Manuel Lima ein Lied zu singen. Der 20-​jährige BWL-​Student aus der Partnerstadt Faenza hat während seines Praktikums einiges gesehen und erlebt. Zunächst hat er bei Katharina Aubele gelernt, wie Städtepartnerschaften organisiert werden. Den größten Teil seiner Zeit in Gmünd war er mit dem Integrationsbeauftragten Hermann Gaugele unterwegs. Gerade den Umgang mit ganz jungen Flüchtlingen fand er ungemein spannend: „Die sind so unschuldig, so unvoreingenommen, so offen für Dinge, die man sie lehrt – gute oder hässliche Dinge, die sie dann formen und prägen.“ Jugendarbeit, wie die im Jugendhaus geleistete, trage wesentlich dazu bei, gute Menschen zu erziehen, davon ist der junge Mann überzeugt. Er hat nicht nur zugeschaut, der Gast aus Italien, er hat auch mit angepackt – etwa als es darum ging, an der Sportmeile mitzuarbeiten oder einen Spielplatz für die Flüchtlingskinder anzulegen. In Gmünd habe ihn vor allem das funktionierende Miteinander so vieler Kulturen imponiert: Beim türkischen Döner-​Essen hat er einen IT-​Spezialisten aus Nigeria und einen italienischen Landsmann kennengelernt, alle kannten sich offenbar, alle mochten sich. Davon könne Italien einiges lernen, sagt Manuel Lima, dessen Eltern lange vor seiner Geburt aus Guinea-​Bissau nach Italien kamen. Aus einem solchen Austausch, aus der Offenheit, entstünden neue Ideen und Entwicklungen, die eine Gesellschaft voranbrächten. Dass er die Schokoladen-​Variante seiner traditionell scharfen Kebab-​Gerichte dann doch noch probiert und für gut befunden hat, ist in seinen Augen ein kleines Beispiel dafür, wie sich Kulturen gegenseitig befruchten können.
In einem dritten Teil war er an der Seite des Ersten Bürgermeisters Dr. Joachim Bläse unterwegs und beobachtete sehr aufmerksam, wie auch unterschiedlichste Meinungen zusammengeführt werden können: „Unglaublich lehrreich das Ganze“. Gut getan hat der Aufenthalt auch seinem Deutsch, an dem er intensiv arbeitet, seit er 2009 über einen Schüleraustausch zum ersten Mal hier war. Seit er sich für Wirtschaft interessiere, wisse er, dass es kein Vorbeikommen gebe an der deutschen Sprache: „Das ist die Basis der europäischen Wirtschaft.“ Die RZ berichtet am Samstag über Manuels Erlebnisse und über ein Schmuckprojekt Gold und Silber /​Keramik, das Gmünd und Faenza gemeinsam auf dem Weg bringen — mit Manuel Lima als Mittler und Kurier.
 

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