Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung
Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Montag, 14. März 2016

Kommentar: „Es bleibt spannend“

Die Würfel sind gefallen, aber noch ist nichts entschieden: Wer das Land künftig regieren wird, entscheidet sich erst nach Gesprächen zwischen mehreren Parteien. Die Grünen haben die Wahl klar gewonnen, vor der CDU, der AfD, der SPD und der FDP. Dazu unser Kommentar von Heinz Strohmaier.

Die Grünen haben die Wahl gewonnen. Oder anders gesagt: Die CDU und die SPD haben die Wahl verloren. Spielte vor fünf Jahren noch der Tsunami von Fukushima eine gewisse Rolle beim überraschenden Wahlergebnis der Grünen, so konnten die Grünen sich jetzt nochmals gewaltig steigern. Dank Ministerpräsident Kretschmann, aber vermutlich auch dank Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in der Asylpolitik immer weniger Freunde gefunden hat. Außer Winfried Kretschmann, der die Linie der Kanzlerin gut findet. Eigentlich ein Widerspruch zum Wahlergebnis?
Das Debakel der CDU ist im Wahlkreis aber auch eine Schlappe für Dr. Stefan Scheffold, der vor fünf Jahren noch ein wesentlich besseres Ergebnis (43,9 Prozent) eingefahren hatte als die CDU landesweit (39,0). Und jetzt? Scheffold hat über zwölf Prozent Stimmen verloren, ist immer noch besser als die Landes–CDU. Aber auch Klaus Maier ist um über zehn Prozent auf 13,57 Prozent zurückgefallen. Und dabei hat der SPD–Mann fünf Jahre lang sicher keine schlechte Arbeit geleistet und hat auch fast ein Prozent mehr Stimmen in seinem Wahlkreis als die SPD im Land. Aber die Landtagswahl ist eine Parteienwahl, da fiel Maier ganz einfach durchs Raster. Maier muss vom Landtag Abschied nehmen. Veronika Gromann (Die Grünen) liegt mit ihrem Ergebnis von 25,60 Prozent im Wahlkreis weit weg vom Landesergebnis und trotzdem nicht so weit weg von Stefan Scheffold. Aber auch sie hat es nicht geschafft, über ein Zweitmandat in den Landtag einzuziehen.
Die Landtagswahl war aber auch der Vergleich zwischen Winfried Kretschmann und Guido Wolf. Der eine stellt den typischen Landesvater dar, den sich ein Großteil der Bevölkerung wünscht. Der andere, na ja, was soll man sagen, hat nicht das Profil dazu und hat in der Flüchtlingspolitik so richtig herumgeeiert. Dass die Flüchtlingspolitik bei der Landtagswahl die vermutlich entscheidende Rolle gespielt hat, obwohl sie nicht Landessache ist, hat der AfD den eigentlichen Wahlsieg beschert. Rund 15 Prozent, sogar mehr als die Sozialdemokraten.
Was passiert mit der AfD? Keine der im Landtag vertretenen Parteien will mit ihr etwas zu tun haben. Geht man einmal davon aus, dass viele dieser Wählerinnen und Wähler nicht zu den „ganz rechts“ Stehenden gehören, sondern in erster Linie Protestwähler sind, dann müssen sich die Etablierten fragen: Was machen wir falsch? Oder was können wir der Bevölkerung nicht vermitteln, obwohl es richtig zu sein scheint?
Wie und von wem das Land nun regiert wird, werden erst die kommenden Tage zeigen. Dr. Stefan Scheffold wird wahrscheinlich wieder dabei sein, entweder in einer Koalition Grün/​Schwarz oder Schwarz/​Rot und FDP. Hier wären plötzlich die FDP und die SPD die Sieger, wenn das nach den Ergebnissen zu urteilen auch nicht des Wählers Wille sein möge. Die Grünen wären plötzlich in der Opposition, zusammen mit der AfD. Viel Vergnügen! Die Spannung beginnt von vorne.
Welcher Meinung sind Sie?


 

Kommentare

Neuen Kommentar hinzufügen
  1. Kommentar
    Der Kommentar vom Chef vom Dienst war quasi neutral. Die RZ hat bei Demokraten die Nase vorn. Der Linksruck wurde durch die AfD-Wähler gestoppt. Klaus Maier (SPD) und Genossen_innen erreichen Stammwähler nicht mehr oder gingen fremd. Schwarz - Rot - Gelb wäre gut. Verantwortung tragen für Schwaben und Badener. Nur ein Ministerpräsident (Grüner) mit Schauspieler Qualitäten (Reagan - Schwarzenegger beide USA) ist zu wenig. 3 von 10 Wähler sind für Kretschmann. 7 von 10 Wähler sind dagegen. Deutschland braucht eine starke Mitte, keine Phantasten.
  2. Absurdes Schauspiel
    Man traut seinen Ohren kaum, wenn man die Argumentationen des Spitzenpersonals der Parteien hört, die in den gestrigen Wahlen zum Teil krachend abgestraft wurden. Da war der Zwischenruf von Giovanni di Lorenzo bei Illner sehr hilfreich, der ob der unglaublichen Schönrednerei vor "parteipolitische Selbstgefälligkeit" warnte. Dazu gehört auch die dümmlich anmutende Argumentation, dass letztlich 90 % der Wähler gegen die AfD gestimmt hätten. Statt sich damit auseinanderzusetzen, wie es sein kann, dass in BW, dem einstigen Stammland der CDU, das mit Abstand schlechtestes Ergebnis aller Zeiten eingefahren wurde, verlegt man sich einmal mehr auf verbale Zahlentricksereien und versucht den Wähler, der einen gerade abgestraft hat, für dumm zu verkaufen.
    Wenn Herr Dick mit der gleichen Argumentation einen Ministerpräsidenten Wolf herbeiredet, sollte er sich einmal vor Augen führen, dass dieser fast 1/3 der Wähler verloren hat und dem möglichen Juniorpartner gar rund 45 % der Wähler von der Fahne gelaufen sind. Einen Ministerpräsidenten Kretschmann - man kann ihn mögen oder nicht - auf eine Stufe mit drittklassigen Schauspielern zu stellen, zeigt einmal mehr die verächtliche Argumentation, die schon seit Monaten zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Wenn sich die beiden größten Verlierer der Wahl den Grünen verweigern, um in einer Koalition der Verlierer eine Regierung zu bilden, ist das nicht nur ein Affront dem Wähler gegenüber, sondern zeigt am Ende auch den weiteren Verfall der demokratischen Sitten.
  3. Demokratische Sitten
    Demokratische Sitten und verächtliche Argumentation als Retourkutsche für Demokraten die anderer Meinung sind. Aber Hallo! Gerade grüne Politiker wie Joschka Fischer (Straftäter) - Claudia Roth - Jürgen Trittin und nicht zu vergessen Cem Özdemir sind keine Vorbilder für Demokraten. Ausgrenzen heute in der Vergangenheit ausgegrenzt von Kernparteien. Keiner wollte mit Grünen etwas zutun haben. Zeitweise standen gewisse Damen und Herren auch unter Beobachtung vom BfV. Mir kommen die Tränen beim Verfall demokratischer Sitten. Hautnah erlebt in Gmünd durch Grüne Wahlhelfer. Ausgrenzen Intoleranz und alles was anderen Bürger unterstellt findet man bei den Grünen. Noch ist Kretschmann nicht im Sattel. Wenn doch dann akzeptieren Demokraten ohne wenn und aber den neuen Ministerpräsidenten.
    Das zum Thema demokratische Sitten.
Neuen Kommentar hinzufügen

Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Montag, 14. März 2016

Kommentar: „Es bleibt spannend“

Die Würfel sind gefallen, aber noch ist nichts entschieden: Wer das Land künftig regieren wird, entscheidet sich erst nach Gesprächen zwischen mehreren Parteien. Die Grünen haben die Wahl klar gewonnen, vor der CDU, der AfD, der SPD und der FDP. Dazu unser Kommentar von Heinz Strohmaier.

Die Grünen haben die Wahl gewonnen. Oder anders gesagt: Die CDU und die SPD haben die Wahl verloren. Spielte vor fünf Jahren noch der Tsunami von Fukushima eine gewisse Rolle beim überraschenden Wahlergebnis der Grünen, so konnten die Grünen sich jetzt nochmals gewaltig steigern. Dank Ministerpräsident Kretschmann, aber vermutlich auch dank Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in der Asylpolitik immer weniger Freunde gefunden hat. Außer Winfried Kretschmann, der die Linie der Kanzlerin gut findet. Eigentlich ein Widerspruch zum Wahlergebnis?
Das Debakel der CDU ist im Wahlkreis aber auch eine Schlappe für Dr. Stefan Scheffold, der vor fünf Jahren noch ein wesentlich besseres Ergebnis (43,9 Prozent) eingefahren hatte als die CDU landesweit (39,0). Und jetzt? Scheffold hat über zwölf Prozent Stimmen verloren, ist immer noch besser als die Landes–CDU. Aber auch Klaus Maier ist um über zehn Prozent auf 13,57 Prozent zurückgefallen. Und dabei hat der SPD–Mann fünf Jahre lang sicher keine schlechte Arbeit geleistet und hat auch fast ein Prozent mehr Stimmen in seinem Wahlkreis als die SPD im Land. Aber die Landtagswahl ist eine Parteienwahl, da fiel Maier ganz einfach durchs Raster. Maier muss vom Landtag Abschied nehmen. Veronika Gromann (Die Grünen) liegt mit ihrem Ergebnis von 25,60 Prozent im Wahlkreis weit weg vom Landesergebnis und trotzdem nicht so weit weg von Stefan Scheffold. Aber auch sie hat es nicht geschafft, über ein Zweitmandat in den Landtag einzuziehen.
Die Landtagswahl war aber auch der Vergleich zwischen Winfried Kretschmann und Guido Wolf. Der eine stellt den typischen Landesvater dar, den sich ein Großteil der Bevölkerung wünscht. Der andere, na ja, was soll man sagen, hat nicht das Profil dazu und hat in der Flüchtlingspolitik so richtig herumgeeiert. Dass die Flüchtlingspolitik bei der Landtagswahl die vermutlich entscheidende Rolle gespielt hat, obwohl sie nicht Landessache ist, hat der AfD den eigentlichen Wahlsieg beschert. Rund 15 Prozent, sogar mehr als die Sozialdemokraten.
Was passiert mit der AfD? Keine der im Landtag vertretenen Parteien will mit ihr etwas zu tun haben. Geht man einmal davon aus, dass viele dieser Wählerinnen und Wähler nicht zu den „ganz rechts“ Stehenden gehören, sondern in erster Linie Protestwähler sind, dann müssen sich die Etablierten fragen: Was machen wir falsch? Oder was können wir der Bevölkerung nicht vermitteln, obwohl es richtig zu sein scheint?
Wie und von wem das Land nun regiert wird, werden erst die kommenden Tage zeigen. Dr. Stefan Scheffold wird wahrscheinlich wieder dabei sein, entweder in einer Koalition Grün/​Schwarz oder Schwarz/​Rot und FDP. Hier wären plötzlich die FDP und die SPD die Sieger, wenn das nach den Ergebnissen zu urteilen auch nicht des Wählers Wille sein möge. Die Grünen wären plötzlich in der Opposition, zusammen mit der AfD. Viel Vergnügen! Die Spannung beginnt von vorne.
Welcher Meinung sind Sie?


 

Kommentare

Neuen Kommentar hinzufügen
  1. Kommentar
    Der Kommentar vom Chef vom Dienst war quasi neutral. Die RZ hat bei Demokraten die Nase vorn. Der Linksruck wurde durch die AfD-Wähler gestoppt. Klaus Maier (SPD) und Genossen_innen erreichen Stammwähler nicht mehr oder gingen fremd. Schwarz - Rot - Gelb wäre gut. Verantwortung tragen für Schwaben und Badener. Nur ein Ministerpräsident (Grüner) mit Schauspieler Qualitäten (Reagan - Schwarzenegger beide USA) ist zu wenig. 3 von 10 Wähler sind für Kretschmann. 7 von 10 Wähler sind dagegen. Deutschland braucht eine starke Mitte, keine Phantasten.
  2. Absurdes Schauspiel
    Man traut seinen Ohren kaum, wenn man die Argumentationen des Spitzenpersonals der Parteien hört, die in den gestrigen Wahlen zum Teil krachend abgestraft wurden. Da war der Zwischenruf von Giovanni di Lorenzo bei Illner sehr hilfreich, der ob der unglaublichen Schönrednerei vor "parteipolitische Selbstgefälligkeit" warnte. Dazu gehört auch die dümmlich anmutende Argumentation, dass letztlich 90 % der Wähler gegen die AfD gestimmt hätten. Statt sich damit auseinanderzusetzen, wie es sein kann, dass in BW, dem einstigen Stammland der CDU, das mit Abstand schlechtestes Ergebnis aller Zeiten eingefahren wurde, verlegt man sich einmal mehr auf verbale Zahlentricksereien und versucht den Wähler, der einen gerade abgestraft hat, für dumm zu verkaufen.
    Wenn Herr Dick mit der gleichen Argumentation einen Ministerpräsidenten Wolf herbeiredet, sollte er sich einmal vor Augen führen, dass dieser fast 1/3 der Wähler verloren hat und dem möglichen Juniorpartner gar rund 45 % der Wähler von der Fahne gelaufen sind. Einen Ministerpräsidenten Kretschmann - man kann ihn mögen oder nicht - auf eine Stufe mit drittklassigen Schauspielern zu stellen, zeigt einmal mehr die verächtliche Argumentation, die schon seit Monaten zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Wenn sich die beiden größten Verlierer der Wahl den Grünen verweigern, um in einer Koalition der Verlierer eine Regierung zu bilden, ist das nicht nur ein Affront dem Wähler gegenüber, sondern zeigt am Ende auch den weiteren Verfall der demokratischen Sitten.
  3. Demokratische Sitten
    Demokratische Sitten und verächtliche Argumentation als Retourkutsche für Demokraten die anderer Meinung sind. Aber Hallo! Gerade grüne Politiker wie Joschka Fischer (Straftäter) - Claudia Roth - Jürgen Trittin und nicht zu vergessen Cem Özdemir sind keine Vorbilder für Demokraten. Ausgrenzen heute in der Vergangenheit ausgegrenzt von Kernparteien. Keiner wollte mit Grünen etwas zutun haben. Zeitweise standen gewisse Damen und Herren auch unter Beobachtung vom BfV. Mir kommen die Tränen beim Verfall demokratischer Sitten. Hautnah erlebt in Gmünd durch Grüne Wahlhelfer. Ausgrenzen Intoleranz und alles was anderen Bürger unterstellt findet man bei den Grünen. Noch ist Kretschmann nicht im Sattel. Wenn doch dann akzeptieren Demokraten ohne wenn und aber den neuen Ministerpräsidenten.
    Das zum Thema demokratische Sitten.
Neuen Kommentar hinzufügen