Salvatortunnel
Durchschlag im Rettungstunnel ist erfolgt
Genau einem Jahr nach dem so genannten Tunnelanschlag konnten die Mineure im Salvatortunnel im Herbst 2009 Halbzeit feiern: Der Vortrieb für den Tunnel der Bundesstraße 29 durch Schwäbisch Gmünd (von der Bürgerschaft aufgrund der Nähe zur gleichnamigen Wallfahrtskirche längst auf den Namen Salvatortunnel getauft) hatte exakt am 28. Oktober 2009 ziemlich genau den Punkt etwa 120 Meter unterhalb des bekannten Aussichtsplatzes mit seiner Schutzhütte auf dem Lindenfirst erreicht. Dort tief unten entstanden auch die Filmaufnahmen. Besuchergruppen dürfen aus Sicherheitsgründen nicht mehr bis zu dieser eindrucksvollen Baustelle weit unterhalb von Bahnhnlinie, Rems, Taubental und Lindenfirst geführt werden. Zufälligerweise hatten die Tunnelbauer zeitgleich zum Jahrestag auch die „Schnapszahl-Marke“ von exakt 888 Metern erreicht. Der bergmännische Teil des Tunnelbaus wird 1686 Meter lang, zusammen mit den Trogbauteilen wird der Salvatortunnel insgesamt eine Fahrstrecke von 2,2 Kilometern umfassen. Sechs Querstollen führen zum bis zu 50 Meter entfernten Rettungstunnel, der 1613 Meter lang sein wird. Durchschlag des Rettungstunnels im Bereich der Pfitzerkreuzung war am 5. August 2010. Ende 2010, eher Anfang 2011 wird der Haupttunnel folgen, wobei dann der offizielle Durchschlag für dieses Jahrhundertprojekt zelebriert werden soll. Am kleinen Rettungstunnel fand lediglich eine interne Feier der Mineure mit nur wenigen Gästen statt. Dies aus Sicherheitsgründen und aufgrund der beengten Verhältnisse in der kleinen Zielbaugrube. Es ging in den letzten Monaten problemlos vorwärts: Mitte Februar 2010 befand sich der Vortrieb für den Haupttunnel schon bei der 1100-Meter-Marke. Dann im Juni 2010 befanden sich die Mineure mit ihren Spreng- und Baggerarbeiten unmittelbar vor der kritischen Unterquerung der Rems im Bereich unterhalb der Lindenfirststraße, damit etwa am 1400-Meter-Punkt.. An der beschriebenen Stelle am zukünftigen Tunnelmittelpunkt unterhalb des Lindenfirstes wird derzeit auch eine Kaverne in der Dimension einer großen Sporthalle hergestellt. In dieser wird die Entlüftungs- und vielleicht auch eine hochmoderne Filtertechnik ihren Platz finden. Hierzu laufen noch die Finanzierungsgespräche auf politischer Ebene. Am Lindenfirst haben die Bohrungen und Sprengungen für einen 120 Meter tiefen Schacht begonnen. Zusammen mit einem 33 Meter hohen Kamin handelt es sich dann um das Entlüftungswerk, wo an zentraler Stelle die Tunnelabluft abgeblasen wird. Die bisherige Technik sieht vor, dass die Schadstoffe (Feinstaub und Abgase) verdünnt und in eine solche Höhe„gepustet“ werden, wo sie sich laut Planfeststellungsunterlagen in der Atmosphäre problemlos verteilen können. Das alternative Filterkonzept beruht dagegen auf der ökologisch und ökonomisch sinnvollen Idee, den Feinstaub und die Abgase bereits in der Kaverne abzuscheiden bzw. zu sammeln, so dass der Energieaufwand für das gewaltige Gebläse via Kamin deutlich reduziert werden könnte. So dass sich die Investitionskosten für das Pilotprojekt Tunnelfilter unterm Strich sogar amortisieren könnten. Bei einem Besuch in Schwäbisch Gmünd hat Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan einen Prüfauftrag angekündigt. Fragestellung: Ist der Tunnel in Gmünd für ein Tunnelfilter-Forschungsprojekt geeignet. Sollte dieses hausinterne Gutachten positiv ausfallen, werde sie diese bundesweit bislang einmalige Pilotanlage eines Tunnel-Katalysators befürworten.
- Barbarafeier im Salvatortunnel, 4. Dezember 2009 | youtube.com
- Salvatortunnel Schwäbisch Gmünd | youtube.com
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