Direkt zum Inhalt springen

Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Ministerpräsident Oettinger Hauptredner beim Ehrenamts-​Abend der Kreissparkasse

Nicht nur Lob gab es gestern beim siebten Ehrenamts-​Abend der Kreissparkasse für die vielen Vereinsvertreter, sondern auch Handfestes. Und zwar nicht etwa nur den Imbiss, sondern eine Erhöhung des Kapitals der Ostalb-​Stiftung um eine Million Euro – auf 4,5 Mio.. Von Manfred Laduch

Samstag, 10. Oktober 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 41 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Da aus dem Ertrag dieser Stiftung viel Gutes für das ehrenamtliche Engagement geleistet wird, durften sich die Geladenen – der große Stadtgartensaal war fast komplett besetzt – wirklich freuen. Wie auch über die Wertschätzung durch viele Ehrengäste, die KSK-​Vorstandschef Johannes Werner begrüßte: Landrat Klaus Pavel, die Bundestagsabgeordneten Norbert Barthle und Christian Lange, die Landtagsmitglieder Stefan Scheffold, Ulla Haussmann und Wilfried Mack, Bundesbankdirektor Rudolf Böhmler sowie Oberbürgermeister Richard Arnold an der Spitze vieler Ostalb-​Gemeindeoberhäupter.
„Liebe Stars und Leistungsträger der Ostalb“ adressierte Klaus Pavel die Ehrenamtlichen. „Ihnen ist die gute Aufstellung unseres Kreises zu verdanken“, lobte der Landrat. Es sei phänomenal, was von Sozial über Musik und Sport bis Heimatpflege alles im Ehrenamt umgesetzt werde. Dies wolle die Kreissparkasse unterstützen, sagte der Verwaltungsrats-​Chef.
Gerade jetzt in der Krise zeige sich, wie wichtig Sparkassen und Volksbanken seien, lobte Ministerpräsident Günther Oettinger die KSK Ostalb für deren Unterstützung des Ehrenamts. Vereinsarbeit sei dem Land wichtig, und wenn die Sparkassen-​Stiftung diese Arbeit erleichtere, dann sei das prima.
Baden-​Württemberg habe eine hohe Ehrenamtskultur; 42 Prozent der Bevölkerung seien engagiert – bei nur 34 Prozent im Bundesdurchschnitt. Andere beneideten das Land um diese Menschen. Über Herzenswärme und Lebensqualität entscheide nicht der Staat, sondern dieses Einbringen persönlicher Fähigkeiten für die Allgemeinheit. „Im Grunde stiftet Ehrenamt Lebenssinn“, rief der Ministerpräsident aus.
Vereinsarbeit stehe in gesundem Gegensatz zu reinem Kommerz und überbordendem Medienkonsum. Deshalb sei ehrenamtlicher Einsatz auch nicht ersetzbar. In Zeiten geforderter beruflicher Mobilität bildeten Vereine ein Integrationsangebot. Einem Zehnjährigen, der mit seinen Eltern auf die Ostalb ziehe, könne nichts Besseres passieren, als Freunde im einheimischen Fußball– oder Musikverein zu finden.
Da es immer mehr Einzelkinder gebe, vermittelten Vereine auch zunehmend soziale Kompetenz. Auch er habe in seiner Jugend Vorbilder im Verein gefunden. „Leider gibt es kein Bruttoinlandsprodukt des Ehrenamtes und der Familienarbeit“, bedauerte Oettinger. Wenn allein die 1000 Mitarbeiter der KSK Ostalb im Jahr 7000 Ehrenamts-​Tage leisteten, könne man sich den enormen Gesamtumfang gut vorstellen.
Es sei bedauerlich, so der Ministerpräsident zum Schluss, dass auch Vereine unter zu vielen Gesetzen und Verordnungen litten: „Hier zu reduzieren wäre für die Politik in Zeiten, in denen es wenig zu verteilen gibt, eine schöne Aufgabe.“

14 Tage kostenlos und unverbindlich testen?
Das RZ-Probeabo - digital oder klassisch mit Trägerzustellung

2063 Aufrufe
406 Wörter
5339 Tage 7 Stunden Online

Beitrag teilen

Hinweis: Dieser Artikel wurde vor 5339 Tagen veröffentlicht.


QR-Code
remszeitung.de/2009/10/10/ministerprasident-oettinger-hauptredner-beim-ehrenamts-abend-der-kreissparkasse/