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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Neuer Masterstudiengang „Interkulturalität und Integration“ an der Pädagogischen Hochschule

Wie kann Deutschland die Chancen, die sich durch die soziale, kulturelle und sprachliche Vielfalt eines Einwan-​derungslandes bieten, besser nutzen? Indem Personen ausgebildet werden, die besondere Fähigkeiten für die Gestaltung der Begleitumstände von Migration aufweisen und diese auch anzuwenden wissen.

Mittwoch, 14. Oktober 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 30 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Der neue Master-​Studiengang „Interkulturalität und Integration“ der Pädagogischen Hochschule Gmünd stellt eine solche Qualifizierungsmöglichkeit dar.
Interkulturalität ist eines der ausgewiesenen Profile der Pädagogischen Hochschule. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich der interkulturellen Bildung und Erziehung, des Zweit– und Fremdsprachenerwerbs, der Projektorganisation und der Durchführung von Interventionsprogrammen und Förderprojekten. Mit dem neuen Masterstudiengang Interkulturalität und Integration vermittelt die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd ihren Absolventen die notwendigen Kompetenzen für Tätigkeiten in den Handlungsfeldern soziale Integration, interkulturelle Beziehungen und Deutsch als Zweitsprache sowie Mehrsprachigkeit.
Einer der zentralen Forschungsschwerpunkte des neuen Studienganges ist die umfassende Auseinandersetzung mit mehrsprachigen Lernergruppen, die keine Randerscheinung mehr sind, sondern fester Bestandteil unserer Gesellschaft.
Dabei wird auch besonderer Wert auf die intensive Förderung qualifizierter Nachwuchswissenschaftler in diesem Bereich gelegt. Aktuelle Forschungsprojekte und deren Ergebnisse fließen unmittelbar in die Lehrveranstaltungen ein. Seda Tunç, die im Rahmen ihrer Dissertation im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ an der Pädagogischen Hochschule forscht und lehrt und deren langjährige Zusammenarbeit mit Frau Prof. Dr. Artemis Alexiadou (Universität Stuttgart) eine enge Verzahnung zwischen Theorie und Praxis ermöglicht, beschreibt als eines der wichtigsten Ziele des neuen Studiengangs: „Im Sinne eines interkulturellen Ansatzes gilt es, Diversität als Chance und Reichtum für unsere Gesellschaft betrachten zu lernen. Mehrsprachigkeit darf nicht länger als ein exotisches Konstrukt, sondern muss — wie in fast allen anderen Ländern dieser Welt — als Selbstverständlichkeit der Gesellschaft angesehen und entsprechend reagiert werden. Dies wiederum erfordert die professionelle Ausbildung qualifizierter Personen, das eines der vielen wichtigen Ziele des neuen Studiengangs Interkulturalität und Integration ist.“ Dabei steht unter anderem die Erforschung spezifischer gesellschaftlicher Kontextbedingungen, die den Zweitspracherwerb beeinflussen können, im Mittelpunkt. Die Auseinandersetzung mit typologischen Merkmalen gängiger Herkunftssprachen, wie zum Beispiel des Türkischen, Kroatischen und Griechischen, und deren möglicher Einfluss auf den Zweitspracherwerb Deutsch, bildet einen grundlegenden Baustein des Studiengangs. Dabei werden Möglichkeiten der Sprachstandsdiagnostik im Kontext von Mehrsprachigkeit evaluiert und praxisnah umgesetzt.
Die Deutschprofessorin Dr. Maria E. Brunner ist eine der Verantwortlichen des neuen Studiengangs und Expertin im Bereich interkultureller Literatur. Sie beschreibt die Ziele des neuen Studiengangs: „Wir wollen Experten in allen relevanten Berufsfeldern ausbilden, die gerüstet sind für die Herausforderungen, die Deutschland als Einwanderungsland bewältigen muss, und zwar in allen Bereichen der kommunalen, interreligiösen und pädagogischen Berufsfelder. Unsere Absolventen und Absolventinnen sollen Fach– und Führungsaufgaben im Bereich sozialer Integration und interkultureller Beziehungen wahrnehmen können. Transnationale Lebensläufe und Identitätsentwürfe gehören in den Schulen schon zum pädagogischen Alltag; darauf müssen auch die Lehrerinnen und Lehrer in Zukunft besser vorbereitet werden. Die Demographie der Globalisierung besteht aus der Geschichte postkolonialer Migration, den Erzählungen der kulturellen und politischen Diaspora, den großen sozialen Verdrängungen. Allmählich setzt sich auch in Deutschland die Erkenntnis darüber durch, dass wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Vorteile der internationalen Migration effizienter verwirklicht werden müssen, und dass negativen Konsequenzen grenzüberschreitender Mobilität besser begegnet werden sollte. Dieses Ziel verfolgen wir auch mit unserem Studiengang.“
Da Interkulturalität und Integration keine isolierten Bereiche sind, ist der Studiengang interdisziplinär angelegt. Die drei Kernfächer sind Deutsch, Erziehungswissenschaft (Verantwortliche: Prof. Dr. Karin Priem) und Soziologie (Verantwortlicher: Prof. Dr. Stefan Immerfall). Hinzu kommt ein breites und vielseitiges Angebot aus weiteren Bereichen: Religionswissenschaft, Ökonomie, Geschichte, Psychologie, Naturwissenschaft und Technik, Sozialgeographie und Kulturanthropologie, Statistik und Methodenlehre, Projektorganisation und –management. Der neue Studiengang, der zum Wintersemester 2009/​10 startet, richtet sich an qualifizierte Hochschulabsolventen und Berufstätige in unterschiedlichen Arbeitsbereichen, die nach ersten Berufserfahrungen entsprechende Zusatzqualifikationen erwerben wollen. Der Studiengang schließt mit dem „Master of Arts“ ab.

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