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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Am Dienstag wird ein Verein für museale Bewahrung und Dokumentation der legendären Uhrenfabrik Bifora gegründet

Fast 100 Jahre lange prägte die Uhrenfabrik Bifora die Industrie-​Kultur in Schwäbisch Gmünd. Die Erfindungen und Produkte der Firma eroberten die Welt. Jetzt wird ein Verein gegründet, um das Erbe dieser Unternehmenslegende zu bewahren — vielleicht auch zu neuem Leben zu erwecken.

Freitag, 16. Oktober 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 32 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Genaugenommen lebt die Bifora-​Historie ja fort, obwohl die gesamte Produktion in den 80er-​Jahren nach Indien verlagert wurde. Geschäftsführer Jawahar Kandhari repräsentiert mit seiner kleinen Bifora-​Niederlassung und mit dem zu einem vitalen Geschäfts– und Wellnesszentrum umfunktionierten Fabrikanwesen nach wie vor das Unternehmen. Wie von der Rems-​Zeitung kürzlich berichtet, zeichnet sich sogar eine hochinteressante Entwicklung ab, weil das Familienunternehmen aus Indien einen kleinen Uhrenproduktionszweig wieder zurück nach Deutschland in den Schwarzwald verlagert hatte. Derzeit gibt es zwar noch keine konkreten Pläne, doch ganz ausschließen will Jawahar Kandhari nicht, dass eines Tages auch in Schwäbisch Gmünd wieder die berühmten Bifora-​Uhren hergestellt werden.
Weltweit gibt es leidenschaftliche Sammler. Die Marke Bifora hat einen sehr guten Ruf. Die feinmechanischen Uhren aus Gmünder Produktion funktionieren auch nach 50,60,70 Jahren mit schier unglaublicher Präzision und Zuverlässigkeit. Zeitweise bis zu 1200 Mitarbeiter beschäftigte die „Uhrenfabrik J.Bidlingmaier“, vor mehr als 100 Jahren hervorgegangen aus einer Goldwarenfabrik. 1926/​27 wurde die heute teils unter Denkmalschutz stehende Fabrik an der Lorcher Straße und nahe des zukünftigen Gartenschaugeländes am Bahnhof errichtet. Zur unvergesslichen Firmengeschichte trug Unternehmer und Ehrenbürger Josef Bidlingmaier bei.
Dieser Unternehmer prägte zeitlebens nicht nur die Erfolgsgeschichte mit weltweit bekannten Produkten, sondern berühmt wurde auch sein sorgsam-​sozialer Umgang mit den Mitarbeitern. Er baute für seine Leute Wohnungen und richtete eine zukunftsweisende Altersversorgung ein. „In Dankbarkeit für seine stete Sorge um das Wohlergehen einiger Tausend Mitmenschen“ verlieh ihm die Stadt Gmünd im Jahre 1960 das Ehrenbürgerrecht. Eine große Anzahl von Bifora-​Sammlern und auch ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens haben sich nun zum Ziel gesetzt, dieses wichtige Stück Gmünder Industrie– und Gewerbekultur auch in Form von Ausstellungen zu bewahren und zu dokumentieren. Seit etwa einem halben treffen sie sich regelmäßig. Nun soll ganz offiziell ein Verein gegründet werden. Hierzu sind alle Interessierten herzlich zu einer konstituierenden Versammlung eingeladen. Sie findet am kommenden Dienstag, 20. Oktober, um 19 Uhr im Gasthaus Römerkastell in der Weststadt statt.

Nähere Infos bei Initiator Götz Schweitzer, Tel. 07171/​63987 oder goetzschweitzer@​t-​online.​de

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