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Wie es Schüler sehen: Das Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie in Schwäbisch Gmünd

Wer das vor 50 Jahren erbaute rote Backsteingebäude in der Katharinenstraße betritt, erschnuppert leichten Chemiegeruch. Geräusche wie aus Zahnarztpraxen dringen ans Ohr. Man folgt einem langen Flur mit gelben Türrahmen. Im dritten, obersten Stockwerk betritt man einen lichtdurchfluteten Raum.

Donnerstag, 12. November 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 32 Sekunden Lesedauer

SCHULPROJEKT. Die Situation heute gleicht jener in den zwanziger Jahren, als unser Institut gegründet wurde,“ beginnt Dr. Andreas Zielonka, der Leiter des Forschungsinstituts für Edelmetalle und Metallchemie („fem“) in Schwäbisch Gmünd, seine Einführung. „Deshalb ist es wichtig, jetzt in die Zukunft zu investieren. Denn Forschung und Fortschritt bedeuten Zukunft.“ 1922 gründete die Stadt Schwäbisch Gmünd mit ihren Unternehmen und dem Land Württemberg das Institut, um der ansässigen Edelmetallindustrie Unterstützung in jenen wirtschaftlich schweren Zeiten zu geben. „Natürlich geschieht dies heute auf einem ganz anderen Niveau, da damals ja die Grundlagen erst erforscht werden mussten, auf denen wir heute aufbauen können“.
„Wir sind eine Non-​Profit-​Organisation, alle Einnahmen werden wieder investiert — in Forschung und Personal“. Das gemeinnützige Institut hat in diesem Jahr ein Budget von 5 Mio. Euro. Diese Einnahmen stammen aus Aufträgen aus der Industrie (40%) und von Forschungsförderern (35%) wie der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und zwei Bundesministerien. Der Rest kommt vom Land. Erfolgreiche Arbeit mit der Industrie wird außerdem von Baden-​Württemberg mit einem Zuschlag zur industriellen Förderung honoriert. Besonders wichtig ist dem Institut die direkte Unterstützung der Partner aus der Industrie. Kunden und Partner kommen aus der metallverarbeitenden Industrie, aus Architektur– und Baubüros und von öffentlichen Einrichtungen.
Als Beispiel für ein hilfreiches Eingreifen erzählt der Institutsleiter von den Silbersteckverbindern in den Autos eines bekannten Herstellers, die sich immer dann „unartig widersetzten“, wenn Kunden sie lösen wollten. Hier entwickelte das „fem“ eine „selbstorganisierende Beschichtung“ auf den Steckkontakten, und das Problem war beseitigt.
„In den letzten 20 Jahren hat sich unsere Mitarbeiterzahl verdoppelt. Momentan haben wir 62 unbefristete Angestellte.“ Die flexiblen Arbeitszeiten sind Anreiz für junge Frauen. Sie wissen die Chance zu schätzen, ihre qualifizierte Berufstätigkeit mit dem Familienleben zu vereinbaren.“
Die 60 Gäste aus dem slowenischen Ptuj und vom Heubacher Rosenstein-​Gymnasium verabschiedet Zielonka schmunzelnd mit dem Satz: „Ich hoffe, Sie haben heute gesehen, dass wir ein Institut für Oberflächentechnik sind und nicht für oberflächliche Technik.“

Milena Knödler, Stephanie Frey und
Katrin Kreuzer

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