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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Nachher mit mehr Wohlklang

Zum ersten Mal seit 25 Jahren muss die Münstergemeinde auf ihre wunderbare Orgel verzichten. Allerdings nur für zwei Wochen. Und im Wissen, sie danach wohltönender denn je wieder in Empfang nehmen zu können. Von Birgit Trinkle

Donnerstag, 30. April 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 21 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Wenn Münsterorganist Stephan Beck sagt, dass die Pflege der Orgel zentrale Voraussetzung für ihre Werterhaltung ist – die Münsterorgel ist ein ungeheurer Schatz, zuverlässig wie kaum eine andere und mit 55 Registern und 3800 Pfeifen, eine der größten und volltönendsten in Süddeutschland — ist das seine Art, klar zu machen, wie sehr sie ihm ans Herz gewachsen ist. Und nicht nur ihm: Die Gottesdienste, die sie begleitete, sind Legion, über 150 Orgelkonzerte mit internationalen Organisten von Weltrang hat sie der Stadt geschenkt.
Jetzt muss sie überholt werden, gerüstet für weitere Jahre im Dienst der Gläubigen und unvergesslicher Momente der Kirchenmusik. Die Firma Klais in Bonn renoviert unter anderem die Klaviaturen und ersetzt die veraltete Elektronik, die auch in Zukunft Zuverlässigkeit gewährleisten soll – außerdem werden die längst nicht mehr hergestellten Ersatzplatinen immer teurer. Eine elektronische Setzerkombination wird eingebaut, die statt 32 10 000 Speichermöglichkeiten bietet und mehreren Spielern ein ganz anderes Arbeiten ermöglicht: In Nullkommanix können dann die Register umgestellt werden. Dieses wird möglich, jenes verbessert: 60 000 Euro kostet das alles die Münstergemeinde. Gut investiertes Geld, wie sehr bald zu hören sein wird.
Stephan Beck erklärt, wie durch den Einbau einer voluminösen 8’-Flöte im Hauptwerk ein sinfonischerer und grundtönigerer Klang erzielt werden soll, dass es hier eine Oktavversetzung, dort eine Umintonation geben soll. Dass es höchste Zeit war, das historische Bombarde 16’er Register aus dem Jahr 1877 gründlich zu restaurieren, reagierten die alten Holzteile doch immer stärker auf Feuchtigkeit. Das einzige, was während seiner Ausführungen für alle verständlich ist, wird von Münsterpfarrer Robert Kloker auf den Punkt gebracht: „Wir sind glücklich, nicht nur einen äußerst begabten Münsterorganist gefunden zu haben, sondern auch einen, der sich um sein Instrument kümmert und es nach Kräften weiterentwickelt“.

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