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Spannende Überführung für die Brücke

Nach dem spannenden Abbau der Klepperle-​Brücke hielten die vielen Schaulustigen dann in der Nacht zum Mittwoch erneut den Atem an. Der überlange Schwertransport machte sich teils in Zentimeterarbeit auf den Weg durch etliche Ortsdurchfahrten in Richtung Gschwend und nach Seifertshofen.

Donnerstag, 30. April 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 32 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Eine solche Aktion erfordert eine generalstabsmäßige Vorbereitung. Wie Geschäftsführer Jochen Paule von der gleichnamigen Projekt– und Schwerlastspedition aus Stuttgart erklärt, werde die Strecke für einen solchen überlangen Transport bereits im Vorfeld besichtigt. Kritische Stellen und Kurven in engen Ortsdurchfahrten oder auch auf Kreuzungen werden von den Fachleuten vermessen. Ein solches Spezialunternehmen kann es sich nicht leisten, sollte ein komplizierter Sehwertransport plötzlich festsitzen und weder vorwärts noch rückwärts kommen. Auch muss ein exakter Zeitplan ausgeknobelt werden. Dies ist auch notwendig für die Abstimmung mit den Behörden, insbesondere mit der Polizei, die einen solchen überlangen oder auch überbreiten Schwertransport stets begleitet. Überwiegend werden die verkehrsarmen Nachtsstunden genutzt, um sich möglichst flott über Fernstraßen zu bewegen und in den Dörfern und Städten keine Blockaden auszulösen. Am Nachmittag war die knapp 30 Meter lange und rund 60 Tonnen Klepperle-​Brücke auf eine speziellen Tieflader gehoben worden. Dieser hat lenkbare Hinterachsen, kann sogar hydraulisch angehoben werden, um mit dem Mittelstück sozusagen über Hindernisse hinwegzuschweben. Bis zum Abend wurde der Transport abseits im Baustellenbereich für die zukünftige Tunnelzufahrt abgestellt. Durch eine Öffnung der Leitplanken wechselte der Tieflader dann auf die erneut gesperrte B29 in Richtung Stuttgart. Über den Verteiler West führte der Weg durch den Wald nach Großdeinbach hinauf. In allen Ortschaften standen Schaulustige gespannt am Wegesrand sowie an geöffneten Fenstern. Denn ein solches Spektakel sieht man nicht alle Tage beziehungsweise Nächte. Die kompliziertes Engstelle folgte dann in Wetzgau. Die scharfe Kurve in der Ortsdurchfahrt wurde zwar noch problemlos bewältigt. Richtig haarig wurde es dann für das Paule-​Team im Bereich des großen Kreisverkehrs an der Zufahrt zur B 298. Kurzerhand wurden dort mehrere Verkehrszeichen abmontiert. Dann und wann ist bei solchen Transporten auch Flurschaden nicht zu vermeiden: Einer der Felsen, die am Wetzgauer Kreisverkehr als Begrenzungen stehen, wurde beim Vorbeischrammen unter der Last des Tiefladers einfach zerdrückt. Zentimeter für Zentimeter schlängelte sich der Koloss durch den Kreisverkehr. Endlich war die B 298 erreicht, wo’s flott Richtung Zielort ging.

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