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ZF sieht sich für das Krisenjahr gerüstet

„Vor dem Hintergrund der weltweiten Absatzschwäche im Pkw– und Nutzfahrzeugmarkt erwartet die ZF Lenksysteme GmbH für 2009 einen deutlichen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr.“ So steht es in der Bilanz der Konzernmutter ZF, die gestern vorgestellt wurde. Von Manfred Laduch

Donnerstag, 30. April 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 35 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Bereits im vergangenen Jahr ist der Umsatz der Gmünder Tochter von ZF und Bosch gesunken: Um ein Prozent gegenüber dem Spitzenjahr 2007 auf 2,594 Milliarden Euro. Dass der Rückgang nicht noch dramatischer ausfiel, liegt an den positiven drei ersten Quartalen. Der Auslandsumsatz reduzierte sich gegenüber 2007 um rund drei Prozent, im Inland war ein schwaches Wachstum von einem Prozent zu verzeichnen.
„Vorab: Das Schiff ist stabil auf Kurs“ betonte der ZF-​Vorstandsvorsitzende Hans-​Georg Härter. Man sei trotz der einsetzenden Krise in einem fordernden, schwierigen Umfeld erfolgreich gewesen, habe gegenüber dem Spitzenjahr 2007 nur ein Prozent Umsatz verloren. Bei 12,5 Milliarden Euro Umsatz betrug das operative Ergebnis 768 Millionen Euro. Das sind 16 Prozent weniger als 2007.
Zahl der Beschäftigten
stieg um acht Prozent
Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich im Konzern um acht Prozent auf 25 454. Das hängt vor allem mit dem Kauf der Cherry Corporation zusammen, die jetzt als ZF Electronics GmbH firmiert. Auch bei der ZFLS erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um acht Prozent auf 10 610 – hier allerdings vor allem im Ausland.
ZF belegt in der Rangliste der Top-​10-​Patentanmelder in Deutschland Platz 9. Würden die 103 seitens der Gmünder ZF Lenksysteme angemeldeten Patente hinzu gezählt, wäre die Position noch besser.
Willi Berchtold, ZF-​Finanzvorstand, war mit dem zweitbesten Ergebnis in der Konzerngeschichte zufrieden. Man habe durch die stabil hohen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (697 Millionen Euro) sowie in Sachanlagen (939 Millionen) Zukunftsvorsorge betrieben. Außerdem habe sich die Eigenkapitalquote positiv entwickelt (42 Prozent) und die Finanzsituation des ZF-​Konzerns sei „sehr, sehr stabil“.
Dass das auch notwendig ist, machte Hans-​Georg Härter in seinem Ausblick auf 2009 deutlich: „Wir befinden uns in schwerer See und verzeichnen heftigste Abschwünge besonders im Nutzfahrzeug-​Bereich. Ich kann in diesem Jahr rote Zahlen nicht ausschließen, sehe aber auch erste Erholungszeichen am Markt.“
In China zeichne sich seit März eine stabile Entwicklung ab, in Brasilien gebe es erste Anzeichen einer Belebung. Durch die deutsche Abwrackprämie — die Härter ausdrücklich lobte – liege der Absatz in manchen Sparten 40 Prozent höher, als 2008. Man müsse sich allerdings darüber im Klaren sein, dass man für diese vorgezogenen Käufe, die später fehlten, irgendwann bezahlen werde.
Man dürfe auch nicht die Bedeutung der Nutzfahrzeug-​Industrie übersehen, die bei den Maßnahmen der Regierung bislang leer ausgehe. Er fordere eine Aussetzung der jüngsten Mauterhöhung für schwere Lkw, eine Verschiebung der Abgasnorm „Euro 6“ um zwei Jahre und eine Abwrackprämie für leichte Nutzfahrzeuge.
ZF habe heute schon jene Produkte, die morgen gefragt seien, betonte Härter, und nannte unter anderem die Gmünder Elektrolenkung. Von ihr seien schon acht Millionen im Markt und sparten damit 240 Millionen Liter Kraftstoff und 570 000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.
Beschäftigungsziel des Konzerns sei die Sicherung der Stammbelegschaft. „Das sind wir unseren Mitarbeitern schuldig“, betonte Härter. Und das funktioniere angesichts der beispielgebenden deutschen Bandbreite flexibler Instrumente auch. Derzeit seien im Konzern 20 000 von 35 000 Mitarbeitern von Kurzarbeit betroffen; ab Mai komme auch die zentrale Verwaltung dazu. „Wir gehen davon aus, damit über die Runden zu kommen und planen im Inland keine betriebsbedingten Kündigungen“, schloss Härter. Auch die Zahl der Ausbildungsplätze würden konstant gehalten.
Härters Fazit: „Die ZF wird die Krise meistern, auch wenn wir 2009 deutliche Umsatz– und Ergebnisrückgänge zu verkraften haben werden.“ Man sei finanziell unabhängig und stabil, global aufgestellt und habe vorgesorgt.

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