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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Richard Arnold (CDU) siegt mit einem deutlichen Ergebnis

Mit einem Stimmenanteil von 55,42 Prozent hat Herausforderer Richard Arnold (CDU) die gestrige OB-​Wahl überraschend klar für sich entschieden. Amtsinhaber Wolfgang Leidig (SPD) kam auf 44,20 Prozent. Niedrig war die Wahlbeteiligung: 49,31 Prozent. Auffallend: Diese Wahl wurde in den Stadtteilen entschieden; allein in Innenstadt hätte Leidig sogar knapp gewonnen. Von Heino Schütte

Sonntag, 10. Mai 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 20 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Das deutliche Wahlergebnis kam doch sehr überraschend. Wohin man auf dem Marktplatz kurz vor Schließung der Wahllokale auch noch hörte: Alle tippten auf ein sehr knappes Wahlergebnis. Außer der stets sehr gut informierte Szenegänger Erich Hessenberger, der auf „mindestens zehn Prozent Unterschied“ vertraute und damit den halben oberen Marktplatz in Kopfschütteln versetzte. Siegesgewiss auch schon einige Unterstützerinnen von Richard Arnold, die als Herdtlinsweilermer Trachtgruppe erwartungsvoll Aufstellung genommen hatte, um schon um 18 Uhr das erste Sektglas zu schlürfen. Im Rathaus folgte dann ein 40-​minütiger Auszählungskrimi. Hier die Uhrzeiten und Ereignisse im Zeitraffer:
18.12: Die ersten drei (von 62) ausgezählten Stimmbezirke werden noch etwas zittrig auf die Großbildwand eingeblendet. Erste Jubelrufe. Leidig 43,76, Arnold 55,93 Prozent.
18.15: Zehn Bezirke sind ausgezählt. Leidig rückt plötzlich auf; es steht nach Auszählung von zehn Wahlbezirken etwa 47 zu 52 Prozent. Dann plötzlich 14 Wahlbezirke und 49 zu 49 Prozent unentschieden. Alle halten die Luft an. Gespannte Ruhe im Saal.
18.21: 20 von 62 Wahlbezirke haben sich gemeldet. 46 Prozent für Leidig, 53 Prozent für seinen Herausforderer. Wieder Jubelgeschrei.
18.23: Die Hälfte der Ergebnisse ist eingetroffen. Es steht 46 Prozent zu 53 Prozent für Arnold. Mit jedem Stimmbezirk vergrößert sich jetzt sein Vorsprung.
18.24: Der Abstand überspringt die zehn Prozent. Gefolgsleute von Wolfgang Leidig versinken im Sessel, schütteln den Kopf. Einige sind den Tränen nahe. Kommentare auch im anderen politischen Lager: Das hat der Leidig auch nicht verdient
18.38: Nur noch zwei Bezirke fehlen. Die Auszählung ist fast gelaufen. OB Wolfgang Leidig betritt mit Frau und Sohn den Saal. Er blickt auf die Bildwand, wischt mit einem Taschentuch über den hochroten Kopf. Doch er bewahrt Haltung. Hauptamtsleiter Helmut Ott und Bürgermeister Joachim Bläse schütteln ihm die Hand.
18.40: Das vorläufige Endergebnis steht fest: 44,20 Prozent für den Amtsinhaber, 55,42 Prozent für Richard Arnold. Dessen Anhänger fallen sich strahlend in die Arme. Enttäuschung steht auf den Gesichtern der Stadträte von SPD geschrieben. Noch niedergeschlagener der Ausdruck bei Brigitte Abele und Susanne Lutz von den Grünen. Abgeklärt dagegen Fraktionskollege Elmar Hägele: Im Sauseschritt geht’s hinunter auf den Marktplatz. Hägele gehört zu den ersten, die den herannahenden Richard Arnold beglückwünschen, ebenso Stadträtin Daniela Maschka-​Dengler (SPD), zwar traurig, doch betont demokratisch-​freundlich gesinnt. Mindestens tausend Gmünder haben sich auf dem Marktplatz versammelt. Beim Auftauchen des Siegers brechen begeisterte „Richard,Richard“-Sprechchöre los. Arnold bahnt sich mit Verwandten und Wahlkampfhelfern wie ein „schwäbischer Obama“ den Weg Richtung Rathausportal. Es ist eine herzliche Szenerie, die sich auf dem Rathausbalkon bildet: Zusammen mit seinen stolzen Eltern und seinem Partner tritt er winkend hinaus. Den offiziellen Glückwunsch mit Blumengruß bekommt er von Bürgermeister Bläse. Mehr winkend als sprechend nimmt der zukünftige OB, dem als gebürtiger Gmünder ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen ist, das Mikro in die Hand: „Ganz, ganz herzliches Dankeschön an alle, die mich gewählt haben!“ Und er wirbt auch um das Vertrauen von all denjenigen, „die noch a bissle gezögert haben, mich zu wählen“. Und dann sein Wahlkampfmotto als Schlachtruf, erst allein dann der ganze Marktplatz: „Gmünd kann mehr!“ Ende Juli wird Amtseinsetzung sein.

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