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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

„Bin mir der Verantwortung bewusst“

Die ersten Stellungnahmen des Amtsinhabers und Herausforderers der OB-​Wahl am gestrigen Sonntag: Während Wahlverlierer Wolfgang Leidig sich kurz fasste, gab sich Sieger Richard Arnold sehr auskunftsfreudig. Von Reinhard Wagenblast und Manfred Laduch

Montag, 11. Mai 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 11 Sekunden Lesedauer


SCHWÄBISCH GMÜND. Der Amtsinhaber trug die Niederlage mit Fassung. In seiner ersten Stellungnahme kurz nach dem Auszählen der Ergebnisse aus den 62 Stimmbezirken der Stadt sprach Oberbürgermeister Wolfgang Leidig im Rathaus von einer klaren Entscheidung.
„Ich hätte die Stadt gerne die nächsten acht Jahre weitergeführt und die begonnenen großen Projekte auch verwirklicht. Ich wünsche der Stadt, dass sie den von mir erhofften Sprung in die Zukunft macht und sich weiter entwickelt.“ Die Reaktionen, die er im Wahlkampf aus der Bürgerschaft erfahren habe, seien positiv gewesen, „aber man kann es nicht einschätzen — das war beim ersten Mal nicht anders. Ich habe gekämpft, und fange an mir zu überlegen, was kommt.“ Bis Ende Juli wird er noch im Amt sein.
Auf eine weitergehende Analyse wollte Wolfgang Leidig am Wahlabend verzichten, gestand aber ein, dass die „wirklich gute Arbeit in den letzten acht Jahren — Landesgartenschau, Tunnelbau, Schaffung von Arbeitsplätzen und Haushaltssanierung — vom Wähler offensichtlich nicht so gesehen wurde, ich konnte ihn nicht mitnehmen.“ Doch mit diesen großen Projekten könne man in die Zukunft gehen, „die Stadt ist weiter gut aufgestellt.“ Später stieß OB Leidig zur SPD-​Wahlparty im Café Spielplatz.
Die Stimmung in der nicht gerade großen Runde war naturgemäß einigermaßen gedämpft — ganz anders als der überschäumende Jubel am selben Ort vor acht Jahren -, andererseits ist die SPD in Schwäbisch Gmünd Niederlagen noch immer gewohnt und kann sie wegstecken: Man setzt auf den Kommunalwahlkampf.
„Das war ein Krimi, der dann aber doch einen deutlichen Ausgang hatte“, machte Wahlsieger Richard Arnold aus seiner Erleichterung kein Hehl. Die Bürgerinnen und Bürger von Schwäbisch Gmünd hätten klar entschieden, dass die Stadt einen anderen Weg einschlagen müsse.
Der Weg, den er in seinem Wahlkampf vorgeschlagen habe, setze auf „mehr Gemeinschaft, Respekt im Umgang miteinander und mehr Toleranz.“ „Ich bin mir der großen Verantwortung bewusst, die dieser Vertrauensbeweis der Wähler mit sich bringt“, gibt sich der künftige Oberbürgermeister demütig.
Sein erster Gedanke sei gewesen: „Ein tolles Ergebnis“. Schon der zweite habe aber gelautet: „Das muss noch weitergehen; viele haben gezögert, mir ihr Vertrauen auszusprechen Das sieht man auch an der niedrigen Wahlbeteiligung. Diese Menschen möchte ich in der Zukunft genauso erreichen.“
Und etwas ganz Wichtiges sei ihm sofort bewusst geworden: „Jetzt nicht übermütig werden.“ Er wolle seine neue Aufgabe in dienender Haltung angehen. Schließlich bringe das Amt gerade in der wirtschaftlich schwierigen Zeit ein hohes Maß an Verantwortung mit sich.
„Ich will ein OB sein, der bei den Leuten ist“ verspricht Richard Arnold. Die Bürgerinnen und Bürger seien die Stärke dieser Stadt.
Vielleicht habe er auch deshalb das Vertrauen erhalten, weil er dieses direkte Gespräch während seines Wahlkampfes praktisch Tag und Nacht gesucht – und der eine oder andere wohl gemerkt habe, dass er es ernst und ehrlich meine.
Das habe durchaus ein bisschen gedauert. Die Gmünder seien zurückhaltend. Aber er sei angesichts des großen Vertrauensbeweises, für den er sich von Herzen bedanke, der festen Überzeugung: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

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