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Die ganze Magie der Moderne

So viel Fläche war noch nie für eine einzige Ausstellung des Museums im Prediger reserviert wie für die „Highlights der Daimler-​Kunstsammlung“, die am Freitag eröffnet wird: die Wechselausstellungsräume im Museum selbst, die Predigergalerie im einstigen Kirchenschiff und der Innenhof. Von Reinhard Wagenblast

Dienstag, 12. Mai 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 38 Sekunden Lesedauer

KUNST. Das habe, sagt Museums-​Leiterin Gabriele Holthuis, seinen Grund darin, dass es „in diese Unternehmenssammlung in dieser Tiefe noch nie zuvor so einen Einblick gegeben habe.“ Mag schon sein; Renate Wiehager, die Leiterin der Daimler-​Kunstsammlung, betont, dass Ausstellungen der Sammlung immer anders aussehen und sich danach richten, was die jeweiligen Betrachter schon kennen. Man will ihnen möglichst neue Aspekte der Kunst des 20. Jahrhunderts zeigen und folgt der klassischen Devise des Nützens und Erfreuens: „Man geht raus und hat was verstanden von der Entwicklung der Kunst im 20. Jahrhundert“, sagt Wiehager (früher an der Villa Merkel in Esslingen tätig). Und in der Ausstellung, so gewichtig und bedeutsam manche Exponate sind, ist auch Raum für das durch Heiterkeit Erhellende — desto mehr, je näher die Kunst an die Gegenwart heranrückt. Jedenfalls handelt es sich um die erste große Ausstellung der Sammlung seit der Schau im Karlruher ZKM im Jahr 2003. Diese sah OB Wolfgang Leidig, daraus erwuchs der Wunsch, die Sammlung auch einmal in Gmünd zu zeigen. „Wir profitieren von der Stringenz der Sammlung“, sagt Gabriele Holthuis. Und das nicht zu knapp. Die 1977 gegründete, kontinuierlich aufgebaute Sammlung umfasst heute 1800 Arbeiten von 600 Künstlern. 100 Werke aus 100 Jahren sind im Prediger zu sehen — Malerei, Skulpturen, Fotografie und Videokunst. Die Werkkomplexe der Klassischen Moderne und der Nachkriegsavantgarde sowie die Vertreter des Minimalismus befinden sich in den Wechselausstellungsräumen des Museums (1. Obergeschoss), in der Prediger-​Galerie prangen und leuchten die Pop Art und die Ready-​mades sowie die Auftragskunst zum Thema Automobil (nicht ohne Andy Warhols Mercedes-​Siebdrucke, nicht ohne eine Fotocollage von David Hockney), und im Innenhof schnurren Videoarbeiten, stehen Skulpturen und Installationen. Von den Klassikern der Moderne sind repräsentative Einzelwerke zu sehen: von Schlemmer, Baumeister, Itten, Fleischmann am Anfang bis zu Albers, Arp und Lohse in den 60er Jahren. Es folgen die Zero-​Bewegung, der europäische Minimalismus und Werke zeitgenössischer Konzeptkünstler. Genug, um die Ausstellung mehrmals zu besuchen. Solche Fülle, solche Qualität moderner Kunst hatte in Gmünd bislang nicht ihresgleichen.

Eröffnung am Freitag, 15. Mai, 19 Uhr, im Predigersaal. Zu sehen bis zum 13. September. Führungen und ein Rahmenprogramm sind vorgesehen.

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