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Soll ein Dorf bleiben

Oberkirneck soll seinen dörflichen Charakter behalten, darin war sich der Lorcher Gemeinderat gestern Abend einig. Ein kleines Wohngebiet mit neun Bauplätzen soll entsprechende Auflagen erhalten und als Dorfmischgebiet ausgewiesen werden. Von Gerold Bauer

Freitag, 15. Mai 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 56 Sekunden Lesedauer

LORCH. Die Stadt Lorch konnte im Stadtteil Oberkirneck Grundstück erwerben, die sich für eine Wohnbebauung gut eignen. Das Stadtplanungsbüro Sieber aus Lindau hat dafür einen Bebauungsplan erarbeitet, der nicht zuletzt darauf abzielt, dass Oberkirneck bezüglich der Optik auch ein Dorf bleibt. Weil das Neubaugebiet gut einsehbar und damit ortsbildprägend ist, so Sieber gestern in der Sitzung, sei es auch notwendig, im Bebauungsplan gezielte Vorgaben und Einschränkungen zu machen. Dieser Bereich sei zu sensibel, als dass man dort jeden einfach so bauen lasse, wie er gerade möchte, betonte der Planer.
Sieber erläuterte dem Gremium außerdem, dass es sinnvoll ist, die bereits bestehende landwirtschaftliche Hofstelle in das zu überplanende Gebiet einzubeziehen. Wenn ein Bauernhof im Plangebiet liege, sei es möglich, die Siedlung als Dorfmischgebiet auszuweisen. Dann wisse auch jeder Bauherr, dass dort bezüglich Gerüchen oder Geräuschen ein landwirtschaftlicher Betrieb zu tolerieren sei. Würde man die Hofstelle hingegen ausklammern, könnte man nur ein so genanntes „allgemeines Wohngebiet“ ausweisen, in dem per Gesetz andere Emmissionsgrenzwerte definiert seien.
Erfahrungsgemäß führe die unmittelbare Nachbarschaft von reinen Wohngebieten und Bauernhöfen zu Konflikten, die man mit der Ausweisung eines Mischgebiets vermeiden könne. Nicht möglich, so sagte Sieber mit Verweise auf die Aussage des Landratsamts, sei es, in Oberkirneck das neue Baugebiet im Rahmen einer „Innenentwicklung“ als beschleunigtes Verfahren abzuwickeln. Dazu befinde sich ein zu großer Teil des Geländes im Außenbereich. So müsse man eben den normalen Weg gehen, der etwas mehr Schriftverkehr mit sich bringe. „Am Ende stellen wir dann halt nicht einen, sondern eben zwei Aktenordner ins Regal, und es dauert etwas länger“, sagte der Stadtplaner schmunzelnd.
Bürgermeister Karl Bühler ergänzte, dass für den Stadtteil Oberkirneck von privaten Grundstücks– und Gebäudeeigentümern Fördermittel aus dem Etat für die Dorfentwicklung abgerufen werden können. „Und nicht gerade wenig, diese Zuschüsse lohnen sich“, betonte der Schultes und wünschte sich, dass noch mehr Interessenten aus dem Stadtteil auf diesen Zug aufspringen. Eine Besichtigungsfahrt unmittelbar vor der gestrigen Sitzung habe gezeigt, dass dort viel Potenzial für Verschönerungsmaßnahmen vorhanden sei.
„Angemessen und stimmig ins Gelände eingefügt“ begrüßte Hans Kloss namens der SPD-​Fraktion diese vorgelegte Planung und signalisierte die Zustimmung der Fraktion.
Auch Helga Knödler zeigte sich für die FWV-​Fraktion mit der Planung in groben Zügen einverstanden, mahnte aber an, dass bei den Auflagen für Dach– und Fassadengestaltung zu berücksichtigen sei, den Bauherren die Nutzung alternativer oder regenerativer Energien zu ermöglichen.
Gerhard Hackner sprach in Bezug auf die Baumöglichkeiten in den Stadtteilen von einem langgehegten Wunsch seiner Fraktion. Da die Fläche bereits im Eigentum der Stadt sei, bestehen laut Hackner hervorragende Voraussetzungen für eine Realisierung. Auch die vorgeschlagenen Grundstücksgrößen seien in Ordnung.

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