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Die Region für gewisse Sportarten

Heubach „rockt“ – und wie. Beim 9. Heubacher Mountainbike-​Festival „Bike the Rock“ kamen wohl alle auf ihre Kosten. Das Sport-​Spektakel entwickelt sich immer mehr zur großen Kirmes und Sause, und auch sportlich zählt das Heubacher Event zur Spitzenklasse, wie Georg Schmitz, Koordinator für den Mountainbike-​Sektor beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR), fest hielt. Von Giovanni Deriu

Montag, 18. Mai 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 49 Sekunden Lesedauer

Zwei volle Tage Mountainbike total – und vom Feinsten, präsentierte das „Bike the Rock“-Team um „Macher“ und Organisationsleiter Eckhard Häffner. Heubach ist bereits zum Mountainbike-​Mekka für Fans und Biker aus aller Herren Länder avanciert. Aus Europa sowieso, hier mit den großen Favoriten in verschiedenen Klassen aus Spanien, und besonders, aus Frankreich und Italien, aber auch von Übersee kamen die Teams – wie Chan Chun Hing vom Hong Kong-​Team, der am Ende den 25. Platz in der Herren Elite A und B belegte. Es war das Bundesliga-​Rennen, in dem gemeldete und lizenzierte Fahrer verschiedener Nationen teilnehmen dürfen, um Weltcup-​Punkte zu sammeln. Bereits zum dritten Mal zählt das Heubacher Mountainbike-​Festival auch als Austragungsort der „Hors Class“ – einer speziellen Kategorie, die nicht viele Veranstalter, europaweit drei an der Zahl, inne haben. Heubach gehört dazu, was eine besondere Einstufung bedeutet. Für den Sport, aber auch für die Stadt.
Vergeben wird diese „Hors Class“-Einstufung durch den UCI-​Weltverband, und damit rangieren diese Wettbewerbe gleich unter den acht Weltcups. Kein Wunder, an beiden Tagen bevölkerten an die 15 000 Besucher den Rosenstein – die verteilten sich gestern überall rund um die „Stellung“.
Teilweise schien es aber so, als ginge in Heubach – verkehrstechnisch – nichts mehr. Das Wetter war fast zu gut, ein Run setzte ein – auf die Parkmöglichkeiten und besten Plätze an der Rennstrecke. Per Videoleinwand und Beamer wurden die Tausenden an Zuschauer auch auf den Streckenabschnitten sehr gut über die einzelnen Rennen und Abschnitte informiert, angeheizt durch einen sehr guten und fachkundigen Moderator, Sven Simon.
Heubachs Bürgermeister Klaus Maier war natürlich auch vor Ort um sich sein eigenes Bild als Sportinteressierter, aber auch als Stadtoberhaupt zu machen. Mal als Fan, ein anderes Mal als Repräsentant zugegen. Klaus Maier wusste daher auch, wo, wie viele Zuschauer an den Streckenabschnitten standen. „Oben beim Albverein“ seien sehr viele Zuschauer. Kein Wunder, so Maier, auf der einen Seite gäbe es „gute Verpflegung“, auf der anderen Seite „tollen Sport“ zu sehen.
Der Leidensweg „Pain Trail“
Dort oben angekommen, hatten die Trail-​Biker bereits das Härteste hinter sich – den „Pain Trail“, gern mit Schmerzens– oder Leidensweg übersetzt. Diesen erreichten die Biker bereits nach etwa zweieinhalb Kilometer, ein knochenharter Anstieg, der „in die Bein– und Wadenmuskulatur“ ging, wie nicht nur der Sieger in der Herren-​Elite-​Klasse A und B, Wolfram Kurschat, später mitteilte. Und dass, obwohl Kurschat zu den Spezialisten der Aufstiege auf derartigen „Trails“ gehört. Wolfram Kurschat aus Neustadt, war nach einer Stunde und 59 Minuten, und 39 Sekunden am Ziel. Zeitweise, in den Runden zwei und vier war er zurückgefallen, um dann seine Schluss-​Offensive zu starten, was den anderen nur noch gehörigen Respekt abnötigte. Vorjahressieger Julien Absalon, meinte kurz nach der Zieleinfahrt als Zweiter hinter Kurschat, damit hätte er auch nicht mehr gerechnet, und wirkte verausgabter als der Deutsche. Absalon kam nach der Zeit von 2:01, 39 vor seinem Landsmann Jean-​Christophe Peraud (2:02,35) ins Ziel. Moritz Milatz wurde Vierter.
Ein paar spitze Steine
An 24. Stelle fuhr Steffen Thum aus Aalen ein. Wolfram Kurschat und Absalon, beide Könner ihres Fachs, sehen im Duell den Vorteil bei dem Fahrer, der mental gefestigt ist und „beißen“ könne.Julien Absalon sah bereits dem kommenden Wochenende in Madrid entgegen, und stufte seine Chance auf einen Sieg auf „fifty-​fifty“ ein.
Einige Fahrer, darunter auch Sieger Kurschat, der sich kommende Woche im Weltcup, dann in Madrid, wohl wieder ein Rennen mit Absalon liefern wird, beklagte, dass die Sicherheit des Trails „hart an der Grenze“ gewesen sei – ein paar spitze Steine, und Löcher hätten auf dem Weg „hervor gelugt“.
Ein kritisierender Sieger zur Sicherheit aller. Das aber hatten viele Besucher gar nicht mehr gehört, denn die Kirmes lockte wieder, Essensduft lag in der Luft. Das Fahrer-​Karussell dreht sich weiter.

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