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Banken in die Pflicht nehmen

Im Mittelpunkt der DGB–Kundgebung am 1.Mai standen die Aussagen, dass es eine Privatisierung der Gewinne und eine Vergesellschaftung der Verluste nicht geben dürfe, und Banker, Manager und Spekulanten, die die Krise verursacht haben, müssten in die Pflicht genommen werden. Die Krise sei kein Grund zur „Lohndrückerei“. Von Dietrich Kossien

Samstag, 02. Mai 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 46 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Auch in Gmünd stand am gestrigen 1. Mai die Krise im Mittelpunkt der gutbesuchten Kundgebung des DGB auf dem Johannisplatz unter dem Motto: „Arbeit für alle bei fairem Lohn!“ „Gute Arbeit bei fairem Lohn ist ein Grundrecht aller arbeitenden Menschen“ Reden dazu hielten die Vorsitzende des baden-​württembergischen ver.di-Landesfachbereichs Medien, Kunst und Industrie, Cordula Weinke, und der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Schwäbisch Gmünd, Peter Müller.
Zur Kundgebung konnte der Ortvorsitzende des DGB, Werner Jany, neben den vielen Besuchern auch Oberbürgermeister Wolfgang leidig und die beiden Bundestagsabgeordneten Christian Lange (SPD) und Norbert Barthle (CDU) begrüßen – von denen man sich erhoffe, dass sie etliches von den Anliegen des DGB auch in die Politik einbringen würden.
Die Krise stand dann im Mittelpunkt der Rede der Vorsitzende des baden-​württembergischen ver.di-Landesfachbereichs Medien, Kunst und Industrie, Cordula Weinke. Viele würden die Auswirkungen der Krise bereits spüren, die auf immer mehr Betriebe und damit auch auf die Arbeitsplätze durchschlagen, wie man es in Gmünd auch bei Erhard & Söhne sehe. Häufig treffe es Betriebe, denen Banken den Geldhahn zudrehen. Ratlosigkeit und die Schuldenlast steigen, ebenso die Vorbehalte gegen Immigranten und Minderheiten.
Die Rednerin wandte sich im Hinblick auf die Krise gegen eine Hilfe für die Banken, die ohne Bedingungen erteilt werde, und sie forderte Beschäftigungsgarantien und eine dauerhafte Mitsprache durch Eigentumsanteile für den Staat. Fließe Hilfe, müssten sie die Banken als Kredit an die Wirtschaft zurückgeben.
Nein“ sagen die Gewerkschaften zu Sozialkürzungen und der Umverteilung von unten nach oben. Angesichts des „Superwahljahres“ habe man Möglichkeiten, die politische Richtung vorzugeben. So werde man im Wahljahr ganz entschieden die Rückkehr zur Rente mit 65, die Einführung eines Mindestlohnes, des gleichen Lohns für gleiche Arbeit, die Abschaffung der Eineurojobs und anderer menschenunwürdiger Folgen von Hartz IV fordern.
Cordula Weinke wandte sich auch gegen die Aushöhlung von Rechten der Gewerkschaften und die Verschlechterung des Kündigungsschutzes. Dagegen forderte sie mehr Mitbestimmung in den Betrieben für Beschäftigte und Betriebsräte. Zum Schluss ihrer Rede forderte sie auch Solidarität mit den Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus einsetzen würden, so wie es an diesem 1. Mai viele IG-​Metaller aus Schwäbisch Gmünd in Ulm tun, um dort gegen den Aufmarsch der Nazis zu demonstrieren.
In einer mitreißenden Ansprache wandte sich dann der Bevollmächtigte der IG Metall Schwäbisch Gmünd, Peter Müller, an die Zuhörer. Die Politiker seien aufgerufen, Wege aus der Krise zu suchen. Man stehe an eine Wegegabelung, wo man gefragt werde, was man wolle und wo es gelte, den Politikern etwas abzuverlangen. Er nahm die Zustände im Bereich Gmünd unter die Lupe, wo das, was er erlebe, nicht Anlass zum Mut geben würde. Jetzt aber solle man auch wissen, dass man, wenn man zusammenstehe, den Verantwortlichen auch Schranken aufzeigen könne.
Aktuell nahm er zu den Kündigungen bei Erhard & Söhne Stellung. Da sah er ein Sinnbild von einer Welt, in der ein Mensch keinen Stellenwert mehr habe: „Es geht nicht mehr um den Menschen und die Umwelt.“ Auch mit einer Metallfirma in Mutlangen ging Peter Müller hart ins Gericht. Eine der Forderungen des IG-​Metall-​Bevollmächtigten war, Betriebsräte in den Firmen durchzusetzen. Ihm, wie bereits seiner Vorrednerin, wurde großer Beifall gespendet.
Nach den Ansprache gab es für die noch bleibenden Besucher neben einer guten Bewirtung ein Kulturprogramm mit der herausragende Reggae-​Formation „Spicy Roots“; außerdem traten die Gewinner des Wettbewerbs „Support your local act XXL“ beim Stadtfest 2008, die „Beach Bums“ sowie die Theatergruppe der IG-​Metall-​Frauen und die HipHop-​Formation „Gold & Silber“ auf.

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