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Die weitere Entwicklung der Mutlanger Grundschule stellt die Elternvertreterinnen auf eine Geduldsprobe

Mutlangen ist eigentlich dafür bekannt, dass es seine Schullandschaft pflegt. Doch auch hier kann sich der Geduldsfaden auflösen. Elternvertreterinnen finden, dass die Gemeinde nun in Sachen Grundschule in der Hauptstraße handeln sollte.

Samstag, 30. Mai 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 23 Sekunden Lesedauer

MUTLANGEN (rw). In der Kernzeitbetreuung war Mutlangen vor anderthalb Jahrzehnten einer der Vorreiter, und sie läuft bis heute gut, sehr gut sogar, wie Bürgermeister Peter Seyfried betont. 90 Kinder nützen das Betreuungsangebot in der Hauptstraßen-​Grundschule – nie alle gleichzeitig natürlich, aber Gruppen von 30 bis 40 Kindern kommen schon zusammen. „Da gibt’s Engpässe“, ist sich der Schultes bewusst. Die bestehen schon länger, und auch mit der Pausenhof-​Situation ist niemand mehr so richtig zufrieden. Es gibt zwar Platz zum Laufen und seit einiger Zeit auch ein paar Balancier-​Baumstämme, doch Ballspielen geht nicht, und der Belag macht einen ziemlich verwilderten Eindruck. Wenigstens dieser, versichert der Bürgermeister, werde in den nächsten Tagen erneuert, auch sonst soll einiges in Ordnung gebracht werden.
Die Mutlanger Grundschule besitzt zwei Häuser, den einzügig geführten Neubau aus den 90er-​Jahren in der Hornbergstraße und die zweizügige Grundschule in der Hauptstraße, erbaut in den 50ern, aufgestockt in den 70ern. Im nächsten Schuljahr kommen zum ersten Mal nur zwei erste Klassen zustande. Andererseits besteht Raumbedarf, um neuen Unterrichtsformen gerecht zu werden.
Die Schule lancierte deshalb schon vor längerer Zeit den Vorschlag eines Anbaus auf der Westseite des Hauses oder eines Umbaus, auch der Pausenhof sollte vergrößert werden. Vor knapp zwei Jahren fand zum ersten Mal ein runder Tisch mit Schulleitung, Elternvertretern, Bürgermeister und Gemeinderäten zum Thema Schulhoferweiterung.
Was danach geschah, stellte die Geduld der Elternbeiratsvorsitzenden Nicoline Kurz-​Mürdter und der Beiratsmitglieder Annette Sauter und Andrea Kamleiter-​Betz einigermaßen auf die Probe. Ihr Anliegen sei vom Gemeinderat zunächst abgelehnt worden, dann sei das Thema hin– und hergeschoben worden nach Überlegungen zu einer „kleinen Lösung“ mit einem Mauerdurchbruch an der Westseite der Schulhofs, um dahinter einen Bolzplatz anzulegen. „Wir wollten nicht viel, weil wir wissen, dass das angrenzende Lamm-​Areal irgendwann neu bebaut wird“, sagen die Elternvertreterinnen.
Der Gemeinderat habe ein pädagogisches Konzept für nötig gehalten, dies sei vorgelegt worden. Dann kam der Gedanke einer „großen Lösung“ mit dem Abbruch der Garagen neben dem Pausenhof auf. In der Zwischenzeit wuchs die Kernzeitbetreuung weiter.
Im Januar fand eine Schulkonferenz statt, bei welcher eine Schulhauserweiterung Thema war. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde die Grundschule-​Problematik nichtöffentlich behandelt, entschieden wurde nichts. Dem Vernehmen nach wollte das Gremium nicht so kurz vor Ablauf seiner Amtszeit eine Entscheidung fällen. Es seien eingehendere Beratungen nötig — nach der Kommunalwahl. „Es ist immer wieder verschoben worden, und wir wurden immer wieder vertröstet“, wundern sich die Elternbeirätinnen der Grundschule.
Sie befürchten, dass die Grundschule hinten runter fallen könnte: Die Realschule erhielt die Mensa aus IZBB-​Mitteln, die Verbandshauptschule wird im Nachklapp ebenfalls aus Bundesmitteln erweitert, vor allem aber kommt das Gymnasium, ein Millionenvorhaben, mit dessen Bau im nächsten Frühjahr begonnen wird.
„Bis jetzt gibt es überhaupt keine Lösung“, meint der Bürgermeister. Das Thema sei schon recht komplex: „Können wir es mit künftig sonst leerstehendem Schulraum schaffen oder braucht’s eine bauliche Veränderung?“ Dies sei die Frage, mit der sich der Gemeinderat befassen müsse. Es soll in einer Klausurtagung geschehen, die Peter Seyfried noch vor den Ferien ansetzen möchte. Die Elternvertreterinnen blättern derweil in den Wahlprospekten zur Kommunalwahl und finden Formeln wie „Ausbau der Erziehungs– und Bildungseinrichtungen“ (UWL) und „Erneuerung und Sanierung unserer Schulen. Für eine gute Ausbildung unserer Kinder“ (CDU) angesichts ihrer Erfahrungen in den letzten zwei Jahren nicht mehr so erbaulich.

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