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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Hundertelf Jahre Canisius-​Haus

1898 gründete der Pfarrer von St. Salvator, Konrad Kirchner, das Canisius-​Haus als Kommunikantenanstalt. Am 1. Mai 1902 wurde der Neubau in der Heugenstraße eingeweiht. Eine Gedenkstunde fand an den Gräbern des Gründers und der Mitstifterin Agnes Philippine Walter auf dem Leonhardsfriedhof statt.

Donnerstag, 07. Mai 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 35 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (hdb). 111 Jahre Canisius-​Haus, das ist eine Art Jubiläum, das aus der Reihe tanzt. „In einem solchen Jahr liegt es nahe, sich seiner Wurzeln zu besinnen“, sagte Hans-​Dieter Beller, Geschäftsführer von St.Canisius am Grab von Konrad Kirchner am 1. Mai. Im Beisein vieler Ordensschwestern, von Oberbürgermeister Wolfgang Leidig und Mitgliedern des Freundeskreises streifte er das Leben des Gründers, der die Wallfahrten zum Salvator wieder einführte und im katholischen Gmünd Kinder aus der Diaspora der Diözese Rottenburg zur Vorbereitung auf die erste heilige Kommunion in der Kommunikantenanstalt sammelte. Nachdem das Haus in der Paradiesstraße zu klein wurde, fand Kirchner in der Arztwitwe Agnes Philippine Walter eine Mitstreiterin, die Geld und Grundstück für den Neubau beisteuerte.
Gleichzeitig ist Agnes Philippine Walter Mitgründerin der Franziskanerinnen der ewigen Anbetung im Dritten Orden des hl. Franziskus.
Für die Schwestern der Klostergemeinschaft war die Besinnung am Grab ihrer Mitbegründerin ein Anliegen. Oberin Sr. M. Regina machte deutlich: „Dem Auftrag, die Arbeit bei den Kindern betend mit zu tragen und zu unterstützen, wissen wir Schwestern uns bis heute verpflichtet, ja ich möchte sagen, jetzt ganz besonders, seit wir selber nicht mehr in dieser Arbeit stehen“. Mehr als 70 Jahre hatten sich die Franziskanerinnen leitend und lenkend in der sich von der Kommunikantenanstalt zur modernen Kinder– und Jugendhilfeeinrichtung entwickelnden Institution eingebracht.
Als Namensgeber der Kommunikantenanstalt, die bald auch Heimschule wurde, diente der hl. Petrus Canisius. Er wurde 1521 in den Niederlanden geboren, trat dem Jesuitenorden bei, erneuerte das kirchliche Bildungswesen und gründete Hochschulen. Sein Katechismus blieb über Jahrhunderte Grundlage katholischer Glaubensunterweisung.
Sein Motto war: „Persevera! — Halte durch!“ Das Canisius-​Haus, das sich bis heute für Kinder und ihre Familien mit vielfältigen teilstationären und ambulanten Angeboten, mit
Schulen und Bildungseinrichtungen einsetzt, feiert das Jubiläum im Geiste Franz von Assisis im Juni: „Tanzend Schwerstarbeit leisten, lachen mit Tränen im Auge, den Spiegel vorhalten, ohne zu kränken, sich zurückziehen, um sich neu zu sammeln, nichts haben und alles besitzen, lieben, ohne etwas für sich zu wollen.“ (Aus den Grundsätzen und Leitlinien des Canisius-​Hauses).

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