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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Einen Kaktus umarmen

„Die Kunst einen Kaktus zu umarmen — eine Gebrauchsanweisung für Eltern pubertierender Kids“ — so lautet der Vortrag, der am kommenden Dienstag im Prediger stattfindet. Das Motto sagt mehr als 1000 Worte. Von Nicole Beuther

Samstag, 09. Mai 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 59 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Denn der Kaktus, so findet auch Udo Effenberger, Vorstandssprecher der Volksbank Schwäbisch Gmünd, sei zweifelsohne ein Symbol für die Unausgeglichenheit von manchen Jugendlichen in der Pubertät. Dieser Vergleich gefällt Effenberger, der die Familie als „Keimzelle für die Zukunft“ beschreibt. Gegenseitiges Stützen und Auffangen sei hier wichtig.
Referent am Vortragsabend wird Dr. rer. soc. Thomas Fuchs sein, der eine Praxis für Kinder– und Jugendpsychologie und Verhaltenstherapie in Schwäbisch Gmünd leitet. Das Problem heutzutage sei, dass viele Eltern in Ratgebern etwas über die „richtige“ Erziehung ihrer Kinder lesen — „das“, so findet der Dipl. Psychologe, „verunsichert die Eltern“. In seinem Vortrag wolle er unter anderem das Thema Pubertät vereinfacht und übersichtlich wiedergeben.
Anschließend wird er unter anderem auf Probleme wie „Kampftrinken“ und Gefahren, die die mediale Welt birgt, eingehen. Immer mehr Kinder wenden sich der Thematik Internet zu. In seinem Vortrag möchte Fuchs auf die damit verbundenen Risiken hinweisen. Magersucht– und Suizidforen, Pornographie — das Gefahrenpotenzial, das von solchen Homepages ausgeht, ist groß. Das schlimmste, so Dr. Thomas Fuchs, sei die nicht vorhandene Kontrolle durch der Eltern. Durch Computerspiele bestehe zudem die Gefahr, der realen Welt immer mehr zu entfliehen. Dennoch: „Man muss die Kirche auch im Dorf lassen“, so Fuchs. „Nicht jeder, der Computerspiele spielt, wird zum Mörder.“ Und weiter: „Dreiviertel aller Jugendlichen überstehen die Pubertät problemlos.“
Oberbürgermeister Wolfgang Leidig freut sich, dass bereits der vergangene Vortrag mit Dr. Michaela Glöckler aus der Schweiz im Februar 2008 eine große Resonanz erfahren hat. Leidig: „Die konkrete Arbeit muss vor Ort stattfinden.“
In die Wege geleitet wurde der Vortrag von der Aktion Familie mit dem Regionalen Bündnis für Familie. Da das Interesse sehr groß war, lag es nahe, dieses Thema nochmals mit einer Informationsveranstaltung zu behandeln. Elternbildung gehört auch zu den Zielen und Aufgaben des lokalen Bündnisses für Familie — Aktion Familie.
Auch der Gmünder Gesamtelternbeirat und die Gmünder Schulen stehen diesem Vortrag positiv gegenüber. Franz Pflieger, Vorsitzender des Gesamtelternbeirates, dankte im Rahmen eines Pressegespräches Oberbürgermeister Wolfgang Leidig. „Er hat das Thema Bildung immer unterstützt.“ Es gebe viele Berufe, doch einen Beruf gebe es nicht, so Pflieger, nämlich den der Eltern. „Es ist wichtig, dass dieses Thema publiziert wird.“ Pflieger dankte auch der AOK und der Volksbank Schwäbisch Gmünd, die als Initiatoren mit im Boot sitzen. Jörg Hempel, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg: „Wenn wir mit diesem Vortrag bei den Eltern mehr Verständnis für diese schwierige Lebensphase der Pubertierenden erreichen, dann haben wir viel bewegt.“
Um allen Eltern die Teilnahme am Vortrag zu ermöglichen, ist der Eintritt frei. Möglich macht dies auch der Referent, der auf sein Honorar verzichtet. Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit, mit Dr. Thomas Fuchs ins Gespräch zu kommen.

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