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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Fronleichnam: Feiertagsprozession durch die Straßen musste wegen Sturm und Regen leider ausfallen

Die die katholischen Gemeinden Münster/​St. Franziskus und die muttersprachlichen Gemeinden der Italiener, Kroaten und Polen feierten gestern gemeinsam das Fronleichnamsfest.

Freitag, 12. Juni 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 9 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (kos). Seit dem 13. Jahrhundert feiert die katholische Kirche allgemein Fronleichnam als das Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Dies geht auf eine Vision der heiligen Juliana von Lüttich zurück. Zur Feier des Festes gehört heute im Allgemeinen nach dem feierlichen morgendlichen Gottesdienst eine Prozession durch die Straßen des Ortes, die diesmal in Gmünd ob des schlechten Wetters ausfallen musste. Das anschließende Gemeindefest auf dem Münsterplatz aber nicht.
Münsterpfarrer Robert Kloker begann seine Predigt zum Fronleichnamsfest mit der Feststellung: „Wenn wir heute durch unsere Stadt gehen würden, so würden wir das anders als sonst tun. Wir hätten keine Einkaufstaschen dabei und würden es nicht eilig haben. Vielmehr hätten wir Zeit; wir gehen in Feiertagsstimmung, und betend und singend mit dem Allerheiligsten.“ Und das sei etwas völlig anderes: „Heute ist ein Feiertag und der Weg ist ein Fest-​Weg. Das Unterwegs-​Sein ist das erste Ziel, das Unterwegs-​Sein miteinander, und mit dem Heiligen, dem Allerheiligsten.“
Das Allerheiligste werde an Fronleichnam — im starken Sinn des Wortes — ausgesetzt, da habe man im allgemeinen keine schützenden Kirchenmauern bei der Prozession um sich. Pfarrer Kloker stellte die Frage: „Dürfen wir es aus dem gottesdienstlichen Rahmen hinausführen? Öffentlich zur Schau stellen, was in der Intimität des Brotbrechens seinen Ort hat?“ Er stellte fest, heute werde nach außen sichtbar, was uns im Innersten zusammenhalte. Heute bringe man zusammen bringen, was zusammen gehöre, denn es sei ja nicht so, dass es zwei Welten wären, in denen wir leben würden: einmal die Welt der Arbeit und auf der anderen Seite der Glaube. Oft genug leide man darunter, dass die einzelnen Aspekte des Lebens so weit auseinander klaffen. Darum feiere man heute ein Fest, das zeige, dass unser Leben im Innersten ein Ganzes sei und nicht aufgeteilt werde in ein Arbeits-​Ich, ein Schul-​Ich, ein Freizeit-​Ich und ein Glaubens– und Kirchen-​Ich.
Der Münsterpfarrer weiter: Fronleichnam verbinde, weil Gott selber es sei, der verbinde: Himmel und Erde, das Hochjauchzende und das Abgründige, Gott und Mensch. Heute würde man auch nicht die unterschiedlichen Bereiche unserer Stadt vergessen. „Wer uns sieht, ist eingeladen mitzugehen. Wir machen die Wege des Alltags heute zu festlichen Wegen, und zeigen damit: Die ganze Welt ist eigentlich eine festliche Welt, erfüllt von der Gegenwart Gottes, die uns erhebt. Wir gehen und wir zeigen das, unser Allerheiligstes.“ So gehe man als Menschen, „die wüssten, dass nicht alles aus eigener Kraft erreichbar ist, und wir würden es spüren, dass es auf allen unseren Lebenswegen weiter geht“.
Da die Prozession durch die Straße bis zum festlichen Altar an der Waldstetter Brücke leider ausfallen musste, wurde die Prozession in kleinerem Rahmen kurzerhand gemeinsam mit der Kolpingkapelle im Münster durchgeführt. Danach waren alle Mitglieder aus der Seelsorgeeinheit Gmünd-​Mitte zum Fest auf dem Münsterplatz eingeladen, auf dem für ein gemütliches und unterhaltsames Beisammensein alles bestens vorbereitet war, so dass man zuerst einmal auch dem Wetter trotzen konnte. Zum Mittagessen spiele die MV-​Stadtkapelle auf, am Nachmittag sorgte u.a. eine italienische Kinder-​Folklore-​Gruppe für Unterhaltung, und auch die Pfadfinder waren dabei.

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