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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

DAV-​Sektion Schwäbisch Gmünd organisierte mehrtägige Tagung und Exkursionen

Erstmalig organisierte die DAV-​Sektion Schwäbisch Gmünd die mehrtägige Tagung aller in Baden-​Württemberg wirkenden Naturschutzreferenten des Deutschen Alpenvereins. Über ein langes Wochenende auf dem Schwarzhornhaus wurde intensiv an den beiden Tagungsschwerpunkten „Mountainbike“ und „Mitarbeit im Landesnaturschutzverband“ gearbeitet.

Samstag, 13. Juni 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
3 Minuten Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Die Tagung begann mit einem „stürmischen“ Empfang der Tagungsteilnehmer auf der Ostalb. Gewitter, Sturm und Regen verzögerten die Anreise und den offiziellen Beginn. Nach einer ausgezeichneten abendlichen Verpflegung erfolgte die Tagungseröffnung dann schließlich durch den Vorstand der DAV-​Sektion Schwäbisch Gmünd, Martin Barth. Der Vorsitzende des DAV-​Landesverbandes, Roland Stierle, übernahm sodann die Moderation und gab einen Überblick über die anstehenden Tagungsinhalte, zu denen hochkarätige Referenten gewonnen werden konnten. Ein intensiver Ideen– und Erfahrungsaustausch der Naturschutzreferenten über ihre tägliche Naturschutzarbeit beschloss den ersten Abend.
Der folgende Samstagvormittag stand ganz im Zeichen der Aufnahme des Deutschen Alpenvereins in den Landesnaturschutzverband (LNV). Der LNV spricht nun für 540 000 Mitglieder und verstärkt dadurch sein naturschutzpolitisches Gewicht beträchtlich. Für den DAV bedeutet die Mitgliedschaft eine weitere Intensivierung der Naturschutzarbeit in den Heimatregionen der DAV-​Sektionen. Gemeinsam wollen DAV und LNV den Natur-​, Landschafts-​, Umwelt– und Klimaschutz in Baden-​Württemberg stärken. Mit rund 160 000 Mitgliedern ist der DAV-​Landesverband nun der größte Verband im LNV inklusive Sitz im LNV-​Vorstand. Für den DAV-​Landesverband und seine Sektionen bedeutet die LNV-​Mitgliedschaft eine Stärkung des eigenen Naturschutz-​Profils, aber auch eine Verstärkung der Naturschutz-​Aktivitäten in den Heimatregionen. Für Bergsteiger und Kletterer im DAV ist es wichtig, dass ihr Einsatz für die nachhaltige Entwicklung des Kletterns in Baden-​Württemberg nicht zurückgefahren wird und nicht im Widerspruch zur Mitgliedschaft und Mitarbeit im LNV steht. Im Gegenteil, das Projekt Schaufelsen, bei dem sich der LNV über Jahre hinweg maßgeblich eingebracht hat, zeigt, dass bei einem gemeinsamen Vorgehen mehr erreicht werden kann. Viele DAV-​Sektionen setzen sich neben der vielfältigen alpinen Naturschutzarbeit schon bisher für den Schutz der Natur und der Landschaft in ihrer Heimatregion ein. In Schwäbisch Gmünd laufen solche Aktionen beim Naturschutzreferenten der Sektion zusammen. So liegt Udo Blessing neben naturkundlichen Wanderungen, Vorträgen, Landschafts– und Biotoppflegetagen vor allem erlebnispädagogische Veranstaltungen mit der Familien– und Kindergruppe, ein möglichst umweltbewusstes Mobilitätsverhalten und ein Erhalt der Kletterfelsen unter naturverträglichen Gesichtspunkten am Herzen.
Mit dem Beitritt in den LNV gewinnen für die DAV-​Sektionen im Land auch die über 40 regionalen LNV-​Arbeitskreise in Baden-​Württemberg besondere Bedeutung. Die ehrenamtlichen LNV-​Arbeitskreise sind wichtige Gremien, in denen ein Großteil der Natur– und Umweltarbeit vor Ort geleistet und koordiniert wird und ein themen– und verbandsübergreifender Austausch zwischen den Naturschützern stattfindet. In Schwäbisch Gmünd engagiert sich die DAV-​Sektion bereits schon seit Jahren im LNV-​Arbeitskreis. Am Nachmittag wurden die Diskussionen zur Mitgliedschaft mit einem Grundlagenreferat von Prof. Dr. Rodi ergänzt, der dem LNV-​Arbeitskreis in Schwäbisch Gmünd bereits seit 25 Jahren vorsteht und hierfür erst jüngst geehrt wurde. Dr. Wilhelm Schloz erläuterte mit praxisnahen Erfahrungen aus der Sektion Schwaben beispielhaft die Naturschutzarbeit im LNV, in dem seine Sektion bereits seit 1978 Mitglied ist.
Im zweiten Abschnitt des Nachmittags wendeten sich die Teilnehmer dem zweiten Tagungsschwerpunkt zu — Mountainbike. Mit Matthias Laar vom DAV-​Lehrteam konnte ein namhafter Referent gewonnen werden, dem es gelang, neben einem kurzen Rückblick in die Historie des Mountainbikens die aktuelle Vielfältigkeit dieses Sport zu veranschaulichen. H. Laar stellte anschaulich dar, wie intensiv sich das DAV-​Lehrteam um ein „ökologisches Bikerverhalten“ bemüht. Erhebungen würden zudem zeigen, dass der weitaus größte Teil der Mountainbiker sich auf befestigten Wegen fortbewege und wenig Interesse habe, ins freie Gelände zu gehen. Soziale Konflikte, die sich aus unterschiedlichen Wegnutzern ergeben könnten, seien seiner Erfahrung nach bei einem respektvollen Miteinander so gut wie zu vernachlässigen. Flexiblere Lösungen wie in anderen Bundesländern, die ein differenzierteres Vorgehen ermöglichen würden, wären seiner Erfahrung nach zielführender, um zu einem einvernehmlichen Miteinander zu kommen.
Am Sonntag standen zum Abschluss der Tagung entsprechend der beiden Schwerpunktthemen zwei Exkursionen an. Unter der Leitung von Armin Elser fuhr eine Gruppe mit ihren Mountainbikes zum Rosenstein nach Heubach. Tags zuvor besprochene Inhalte wurden auf der Strecke veranschaulicht. Ein Stopp am Ostfelsen gab zudem F. Frey von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes, H. Fath vom örtlichen Forstamt, H. Ender von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalke und Herrn Bogenschütz vom Arbeitskreis Klettern und Naturschutz die Gelegenheit, die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Interessensvertreter vor Ort aufzuzeigen.
H. Mauk, Leiter des Referats 56 „Naturschutz und Landschaftspflege“ im Regierungspräsidium Stuttgart, ließ es sich nicht nehmen, die zweite Gruppe der Tagungsteilnehmer durch das Naturschutzgebiet Kalte-​Feld zu führen. Verschiedene wertvolle Lebensräume wie naturnahe Buchenwälder, Wacholderheiden und Magerrasen standen auf dem Programm. Aber auch Geologisches, landwirtschaftliche Nutzungsformen, Maßnahmen zur Landschaftspflege und Aspekte der Naherholung wurden während dieser Exkursion erörtert.

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