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Spannend inszenierte Präsentation der „grauen“ Vorzeit

Bei seinem zweiten Steinzeitfest im Hof von Schloss Untergröningen hat der Heimatverein am Sonntag Interessantes und Lehrreiches aus dem täglichen Leben unserer Vorfahren aus der Mittelsteinzeit vermittelt. Das Programm war vor allem auf Familien mit Kindern ausgerichtet, die sich aktiv beteiligen konnten. Mitmachen und Begreifen standen im Vordergrund. Von Wolfgang Fath

Montag, 15. Juni 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 18 Sekunden Lesedauer

ABTSGMÜND-​UNTERGRÖNINGEN. Kreativität, etwas Geschick und vor allem Ruhe und Geduld war gefragt, um sich den täglichen Aufgaben und Erfordernissen, die auf Menschen in unserer Region in der Mittelsteinzeit zukamen, zu stellen. Für die Kinder war dies am Sonntagnachmittag in Untergröningen kein Problem und zudem eine willkommene Abwechslung.
Ganz im Zentrum des Interesses stand bei den Kindern, aber auch bei den Erwachsenen, in diesem Jahr der Steinmetz und Archeotechniker Tobias Barth mit seiner Steinzeitwerkstatt.
Es war schon ein einschneidendes Erlebnis, zuzusehen, wie dieser aus Feuersteinen gekonnt rassierklingenscharfe Werkzeuge fertigte.
Speere, Pfeile und alle Arten von Steinzeitwerkzeugen schmückten seinen aus frischen Ästen und Tannenreisig gebauten Unterschlupf. Interessiert verfolgten die Besucher, mit welchem Geschick Tobias Barth die Feuersteinknollen bearbeitete. Nebenbei erzählte er vieles über das tägliche Leben unserer Vorfahren.
Mit viel Geduld bearbeiteten vor allem die Mädchen mit Feuersteinschabern Leder, um daraus mit einer knöchernen Nadel kleine Beutel zu nähen oder aus Sandsteinscheiben Schmuckanhänger zu fertigen. Wer Lust hatte, konnte sich nach steinzeitlichen Vorlagen das Gesicht bemalen oder aus Federn, Perlen und Muscheln Schmuckketten anfertigen.
Als älteste Musikinstrumente der Menschheit gelten Schwirrhölzer, sagte Klaus Posselt vom Heimatverein. Heute werden diese noch von den Ureinwohnern Australiens benutzt. Wer Lust hatte, konnte dies zusammen mit ihm herstellen. Mittels einer Schnur, über den Kopf geschwungen, ertönte so im Burggraben ab und zu ein überraschendes Klangbild.
Über die Geheimnisse der Kräuter wurde ebenfalls informiert, der Steilhang am Schloss bot Gelegenheit zur Kräuterführung mit einer Kräuterfrau. Die Besucher nutzten auch die Gelegenheit, kostenlos das Mittelsteinzeitmuseum des Heimatvereins zu besichtigen und „ Steinzeitfilme“ anzuschauen.

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