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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Der Haupttunnel ist nun 370 Meter, der Rettungstunnel bereits 480 Meter weit gesprengt und gegraben

Die Arbeiten für den B-​29-​Tunnel liegen im Zeitplan; es gibt keine außergewöhnlichen Überraschungen. Schon bald kann die Rems in ihren Betonkanal umgeleitet werden, damit auch im Osten die Arbeiten für den Tunneltrog voll aufgenommen werden können. Von Heino Schütte

Mittwoch, 17. Juni 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 54 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Christian Schwarz, Leiter im Gmünder Baubüro des Regierungspräsidiums Stuttgart, beschreibt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass beim bergmännischen Tunnelvortrieb die Geologie und das Grundwasser bislang keine Überraschungen für die Mineure beschert haben. Es laufe nach Plan beziehungsweise gemäß den Ergebnissen der Probebohrungen. Die Hauptröhre sei aktuell 370 Meter tief in Richtung Nepperberg, der kleinere Rettungstunnel gar schon 480 Meter weit gegraben und gesprengt worden. Diese unterirdische Baustelle sei mithin schon so weitläufig, dass aus Sicherheitsgründen die Besuchergruppen gar nicht mehr bis zum Vortrieb geführt werden können. Es bleibe freilich noch viel zu tun, denn insgesamt umfasst der bergmännisch gebaute Tunnelabschnitt insgesamt 1700 Meter. Der feierliche Durchschlag mit Verbindung zur offenen Tunneltrogbaustelle im Osten Gmünds ist für Ende des nächsten Jahres geplant. Zusammen mit den Deckelkonstruktionen sowohl im Osten als auch im Westen Gmünds wird der Gmünder Tunnel dann insgesamt eine Länge von 2,2 Kilometern haben. Ende 2012 soll das Jahrhundertbauwerk, dessen Erster Spatenstich bereits im September 1998 erfolgte, in Betrieb gehen. Mit einer Gesamtsumme von 230 Millionen Euro handelt es sich um die derzeit teuerste Ortsumgehungsmaßnahme im deutschen Fernstraßennetz. Während der riesige Zufahrtstrog Gmünd West ja schon nahezu fertiggestellt ist und die Mineure leider eher im Verborgenen arbeiten müssen, zieht die riesige oberirdische Baustelle am zukünftigen Tunnelportal Ost immer mehr Schaulustige an. Um zu vermeiden, dass die Neugierde die vielen Interessierten mitten ins nicht ungefährliche Baustellengeschehen treibt, hat die Bauleitung nun auch im dortigen Bereich eine kleine Zuschauer– und Informationsplattform geschaffen.
Der Aussichtpunkt befindet sich direkt an der Westseite der Leonhardskirche, ist nur über den Friedhof zu erreichen. Von dort kann man den engsten und damit spannendsten Querschnitt an der Gmünder Tunnelbaustelle überblicken: Derzeit wird der neue Remskanal betoniert, der direkt an die Friedhofsmauer heranreicht.
Im Einsatz ist hierbei zeitweise eine Betonpumpe mit einem der längsten „Rüssel“, den es gibt: Über 50 Meter weit fördert der den Beton in die Schalungen sowie auf den Grund der zukünftigen Rems, die auf einer Länge von 800 Metern verlegt werden muss, um dem offenen Trogbau für den Tunnel im Bereich von Baldung– und Pfitzerkreuzung Platz zu machen. Alsbald kann die Rems in ein erstes Teilstück umgeleitet werden. Der Kanal bleibt offen und wird noch mit Flusssteinen so präpariert, dass sich dort weiterhin die Tier– und Pflanzenwelt entwickeln kann. Kalkuliert ist der künstliche Flusslauf in einer Dimension, dass er auch ein so genanntes tausendjähriges Hochwasser aufnehmen kann. Eine Überflutung dort wäre katastrophal, weil sich ja dann der teure Tunnel zum wohl leistungsfähigsten Hochwasserrückhaltebecken des Remstals entwickeln würde.

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