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Krankenhausausschuss des Kreistags wählt Dr. med. Roland Rißel zum Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums am Klinikum Gmünd

Zwei Personalentscheidungen fällte gestern der Krankenhausausschuss des Kreistags. Ursula Kurzendörfer wird stellvertretende Pflegedirektorin des Klinikums Schwäbisch Gmünd und Dr. med. Roland Rißel wird Chefarzt des dortigen Wirbelsäulenzentrums. Von Tanja Bullinger

Mittwoch, 17. Juni 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 16 Sekunden Lesedauer

OSTALBKREIS. Schwer fiel den Ausschussmitgliedern diese Entscheidung nicht, sind doch beide bereits mit ihren „neuen“ Aufgaben vertraut.
Nachdem der bisherige Stellvertretende Pflegedirektor Alexander Kuhn Personalleiter des Klinikums Schwäbisch Gmünd geworden war, hatte Ursula Kurzenhöfer, die seit November 1993 Pflegedienstleiterin am Zentrum für Innere Medizin ist, dessen Aufgaben bereits im Februar zusätzlich kommissarisch übernommen. Nun wurde sie offiziell zur Stellvertretenden Pflegedirektorin bestellt.
Dr. med. Roland Rißel ist seit 2008 Leitender Arzt am Klinikum Schwäbisch Gmünd und war in dieser Funktion auch maßgeblich an der Neuorganisation des Wirbelsäulenzentrums beteiligt. Dieses wird nun, so beschlossen es die Ausschussmitglieder, eine medizinisch selbständige Abteilung.
Bislang war das Wirbelsäulenzentrum lediglich ein Schwerpunkt der Abteilung Unfall– und Orthopädische Chirurgie, doch, so erfuhren die Räte von Landrat Klaus Pavel, habe die Behandlung von Wirbelsäulenleiden in den vergangenen Jahren einen enormen Aufschwung erfahren und sei nicht mehr vergleichbar mit früheren konservativen und operativen Verfahren. Vor allem die Operationstechnik hat sich stürmisch entwickelt und macht heute Heilungen in einem früher undenkbaren Ausmaß möglich. Im Klinikum Schwäbisch Gmünd hat man sich schon früh auf diese Veränderungen eingestellt. So wurde innerhalb der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Wiedemann eine Subspezialisierung vorgenommen. 2005 wurde ein Oberarzt mit der Schwerpunktbezeichnung „Wirbelsäulenchirurgie“ eingestellt, der sich ausschließlich diesem Fachgebiet widmete. Für diesen konnte 2007 mit Dr. med. Roland Rißel, Facharzt, für Orthopädie, Unfallchirurgie, Rheumatologie und spezielle orthopädische Chirurgie ein sehr kompetenter Nachfolger gefunden werden. Er ist derzeit als Leitender Arzt in der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie eingegliedert, für den Bereich der Wirbelsäulenchirurgie aber medizinisch letztverantwortlich. Ein Bereich, der sich so rasant weiterentwickelt habe, dass eine Ausgliederung die beste Lösung sei, so Dr. Wiedemann. 2008 wurden hier, so erklärte er, über 400 große Wirbelsäuleneingriffe durchgeführt. Regelmäßig sind 25 bis 30 Betten der Abteilung für Unfall– und Wiederherstellungschirurgie mit Patienten mit Wirbelsäulenleiden belegt. Die Ambulanzsprechstunden sind über Monate hinaus ausgebucht. Und die behandelten Patienten stammen fast ausschließlich aus dem Raum Schwäbisch Gmünd, betonte Wiedemann und reagierte hier auf die Frage von Kreisträten, ob nicht wie ursprünglich angedacht ein bereits in Aalen gebildeter Schwerpunkt in diesem Bereich für den Kreis ausreichend sei. Sowohl Wiedemann als auch Landrat Pavel verschwiegen allerdings nicht, dass der Bereich Wirbelsäulenbehandlung für das Krankenhaus durchaus lukrativ ist. Bei 400 bis 500 Eingriffen im Jahr sprach Wiedemann von rund vier Millionen Euro Umsatz. Dennoch regte Landrat Klaus Pavel an, die nun beschlossene Neuorganisation nach zwei Jahren auf ihre Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Dies, so Pavel, wolle er künftig auch in anderen Bereichen so handhaben.
Pavel sicherte den Räten allerdings auch zu, ihnen in gut einem halben Jahr nochmals einen Überblick über die Organisation der einzelnen Kliniken im Kreis vorzulegen. Denn die vor einigen Jahren getroffene Entscheidung, an allen Kliniken eine Grundversorgung anzubieten und dann Schwerpunkte an verschiedenen Standorten anzusiedeln sei nun, wie im Fall des Wirbelsäulenzentrums in Gmünd, vom medizinischen Fortschritt eingeholt worden. Dieses Thema müsse erneut grundlegend diskutiert werden, eventuell erneut im Rahmen einer Klausurtagung.

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