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Vier Maler aus Gmünds Partnerstadt Székesfehérvár stellen im Kunstverein aus

Kultur

Rems-Zeitung

Vor 20 Jahren öffneten die Ungarn in Eigensinn und Freiheitsliebe am Neusiedler See den Eisernen Vorhang — ein Wagnis, unverhofft für viele im Westen. Ungarn gelangte wieder da an, wo es hingehört, wenn es je weggewesen war: in Europa. Auch in der Kunst. Davon kann man sich in einer Ausstellung des Gmünder Kunstvereins überzeugen.

Mittwoch, 17. Juni 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
90 Sekunden Lesedauer

KUNST (rw). Vier Künstler aus Gmünds ungarischer Partnerstadt Székesfehérvár sind zu Gast in der Kornhaus-​Galerie, in der vergangenen Woche wurde die Ausstellung eröffnet (zu sehen bis 15. August). Für nicht wenige mag ungarische Kunst terra incognita sein, andererseits gibt es einen Zusammenhang, der die Zeit des Kalten Krieges überdauert hat. Davon berichtete Kunstvereinsvorsitzender Albrecht Vogel, der vor zwei Jahren die Sammlungen in Székesfehérvár besichtigte. Das dortige Museum besitze einen qualitätsvollen Querschnitt durch das ausgehende 19. und frühe 20. Jahrhundert, die Entwicklung der Klassischen Moderne sei dort sehr präsent — Traditionen, welche die vier ausstellenden Künstler Csaba Kis Róka, László Hegedüs, Csaba Szegedi und Péter Ujházi fortführen. Mehr vielleicht, als es hierzulande der Fall ist, und vielleicht mit einem größeren Bewusstsein für die eigenen Wurzeln. Nicht zuletzt halten sie an der Malerei fest, vielleicht ist in der Tat noch nicht alles gemalt, was gemalt werden könnte.
Csaba Szegedi und László Hegedüs malen ungegenständlich. Der eine nahezu konstruktivistisch und Flächen aneinandersetzend, die in die Tiefe von Wolkenkratzerschluchten führen. Der andere lässt an action painting denken; hier überlagern sich Pinselhiebe, die bei aller Dynamik freundlich anmuten und sich zu quasi-​floralen Ornamenten fügen. Péter Ujházi, mit 69 Jahren der Senior unter den Vieren, schafft aus den Überlagerungen von alten Aktfotografien und Übermalungen poetische Collagen, die eine leise Schwermut wie Geschichten aus vergangenen, besseren Tagen verströmen. Der Jüngste, Csaba Kis Róka (28), taucht am tiefsten in die Vergangenheit — und seine Bilder, nicht zufällig in die Tiefe der Galerie gerückt, können verstören: Es sind, in erdigen und verwischten Farben, Bilder der Gewalt: Aufgeschlitzte Leiber, abgehackte Köpfe und ein historisches Dekor wie der fast allgegenwärtige Tschako, manchmal Fez, lassen an eine blutige Geschichte denken. Möglicherweise ein galliger Kommentar zur balkanischen Befindlichkeit und zur politischen Situation Ungarns, wo ein fataler Rechtsradikalismus Zulauf hat. Wo es um nationale Minderheiten geht, rücken Zündschnur und Henkerstrick ins Bild.