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Mitglieder des EKM-​Freundeskreises besuchten die Musikhochschule in Stuttgart

Schwäbisch Gmünd

Rems-Zeitung

Postmoderne pur — dies konnten fast 40 Mitglieder des Freundeskreises Festival Europäische Kirchenmusik vor kurzem eindrücklich erleben. Eine Besichtigungsfahrt führte zur Hochschule für Musik und Darstellende Kunst nach Stuttgart.

Freitag, 19. Juni 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
135 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Der Bau stammt aus einer Zeit, als die Kultur noch aus dem Vollen schöpfen konnte. Nach dem Entwurf des britischen Stararchitekten James Stirling und Michael Wilford entstanden auf der Stuttgarter Kulturmeile ab 1996 der erste Bauabschnitt und mit dem Abschluss im Jahr 2002 ein postmodernes Bauensemble von internationalem Rang.
Jürgen Schöne, der Vorsitzende des Freundeskreises, begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und den kompetenten Führer: Eckhard Fischer, ehemaliger persönlicher Referent des Rektors und Geschäftsführer des baden-​württembergischen Tonkünstlerverbandes. Dieser führte souverän durch das große Gebäude. Zunächst auf die Turmterrasse, die einen beeindruckenden Blick auf die Stuttgarter Kulturmeile und Innenstadt bot. Zu Zeiten von Staatsrat Wolfgang Gönnenwein und Ministerpräsident Lothar Späth tickten die Uhren noch etwas jovialer als heute.
Eckhard Fischer berichtete, wie Stirling ursprünglich der Wettbewerbs-​Jury für diesen Bau angehörte, mit den eingegangenen Beiträgen aber nicht zufrieden war. Stirling befand schließlich: „Ich bau es euch selbst!“ Und so geschah es auch. Aufgrund der baurechtlichen Vorschriften wurden zwar zwei Stockwerke des signifikanten Turms gekappt, doch ansonsten wurden Stirlings Pläne umgesetzt. „Wie der Korken auf die Flasche“ fügt sich der postmoderne Bau zur nachbarlichen Staatsgalerie. Eine aufregende Statik weist die Gebäudemitte auf. Stirling wollte bewusst die Bibliothek als Herzstück ins Gebäudezentrum rücken. Sie wird mit rund 18 000 Büchern, 80 000 Noten und 9000 Tonträgern frei getragen von der Decke des großen Konzertsaales. Fröhliche Farben und Formen, Stilzitate und spielerische Elemente bieten ein kreativ-​anregendes Ambiente für die Hochschulpraxis.
Schnell wunderte sich die Gruppe über den regen Betrieb am Sonntagnachmittag. Doch Fischer erläuterte, dass die Hochschule mit derzeit ca. 770 Studierenden, einen 24-​Stunden-​Betrieb gewährleistet. Zu jeder Abend– und Nachtzeit öffnet ein Chip die Tür, so dass rund um die Uhr geprobt, studiert und geübt werden kann. Ein Einblick in einen Probesaal offenbarte viele Raffinessen der Gebäudetechnik. Für Lüftung, Akustik und vor allem Schallschutz wurde geklotzt nicht gekleckert. Das Büro des Rektors hängt mit einem kleinen spitzen Erker an der Gebäudeperipherie fast in der Luft, was auch Rückschlüsse auf dessen Wertschätzung durch den Architekten zulässt. Der oberflächliche Eindruck, dass die Musikhochschule von asiatischen und osteuropäischen Studenten dominiert würde, rückte Fischer zurecht: 70 Prozent der Studierenden hätten deutschsprachigen Hintergrund. Und noch eine Zahl beeindruckte: Nur einer von 100 Absolventen erhält einen Platz als ordentlicher Orchestermusiker. So sind unterschiedliche Berufsbilder erforderlich, oft muss ein Absolvent mehre Stellen und freie Tätigkeiten kombinieren, um über die Runden zu kommen.
Nach der hochinteressanten Führung wartete ein weiterer Genuss: Bei einem Glas Sekt und bei kunstvollen Backwerken aus der Küche des Ehepaars Schöne kam man ins Gespräch.
Dann folgte der abendliche Höhepunkt: Kammermusik im Konzertsaal mit Liedern (Prof. Ulrike Sonntag), mit der Suite „Porgy and Bess“ (Prof. Judith Ingolfsson) und dem spätromantisch-​expressiven Streichsextett von Erich W. Korngold. Was die Musiker darboten war durchweg exquisit, akkurat und ausdrucksstark. Beglückt und zufrieden machte sich der Freundeskreis auf die Rückfahrt nach Schwäbisch Gmünd.
Das Konzert gab einen Vorgeschmack auf das anstehende Kirchenmusik-​Festival, und der nächste Treffpunkt wird ein Probenbesuch im Heilig-​Kreuz-​Münster sein. Aber auch der Sektstand zur Eröffnung am 17. Juli auf dem Johannisplatz soll Gelegenheit bieten, neue Mitglieder anzusprechen.