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Vortrag von Werner Mezger über Volksfrömmigkeit und Bräuche rund um Johannes den Täufer

Der Münsterbauverein in Schwäbisch Gmünd hat sich die Erhaltung der beiden das Gmünder Stadtbild dominant prägenden, Kirchen Heilig-​Kreuz-​Münster und Johanniskirche zur Aufgabe gestellt.

Samstag, 20. Juni 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 46 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). In den nächsten Jahren steht nach der weitgehend abgeschlossenen Renovation des Münsters nun die sehr umfassende und kostenintensive, zeitlich jedoch nicht mehr aufschiebbare Restaurierung der Johanniskirche an.
Am 24. Juni wird der Geburtstag des Namenspatrons Johannes des Täufers — nicht des Evangelisten Johannes — begangen, der Johannistag, also auch der Namenstag der Gmünder Johanniskirche.
In diesem Zusammenhang konnte vom Münsterbauverein in Kooperation mit dem Forum Katholische Seniorenarbeit im Dekanat Ostalb Prof. Dr. Werner Mezger von der Universität Freiburg für einen Lichtbildervortrag zum Thema „Der heilige Johannes der Täufer in Kult und Brauch“ gewonnen werden.
Werner Mezger, bekannt durch zahlreiche wissenschaftliche Publikationen und Buchveröffentlichungen, ist Professor für „Europäische Ethnologie“ an der Universität Freiburg und Direktor des Freiburger Johannes-​Künzig-​Instituts für ostdeutsche Volkskunde.
Im Vortrag geht Professor Mezger zunächst den biblischen Berichten über Johannes den Täufer nach, um daraus sein Leben und Wirken zu rekonstruieren. Weiterhin wird mit reichem Bildmaterial die Darstellung des Heiligen und seiner Lebenssituation in der Sakralkunst illustriert und die verschiedenen Formen der Johannes-​Verehrung in der kirchlichen Liturgie und der populären Frömmigkeit beleuchtet. Abschließend werden die verschiedensten, farbenfrohen Bräuche zur Johannisverehrung — wie z.B. die Johannisfeuer — dargestellt und auf die verschiedensten Namensgebungen Johann, Hannes, Hans im deutschen aber auch John, Jean und Giovanni im englischen, französischen und italienischen Sprachraum eingegangen. Auch auf die Frage, wieso man Leute „hänselt“ und warum Diener häufig „Johann“ heißen, will Mezger eingehen. Zur Sprache kommt zudem die ideologische Umdeutung der traditionellen Johannis-​Feuer zu Ehren des Heiligen in germanisierende, angeblich vorchristliche Sonnwend-​Rituale, wie sie in der NS-​Zeit massiv betrieben wurde und teilweise noch immer nachwirkt. Der Münsterbauverein möchte zusammen mit dem Forum Katholische Seniorenarbeit im Dekanat Ostalb durch diesen Vortrag von Prof. Dr. Mezger am Dienstag, 23. Juni, um 14.30 Uhr im Festsaal des Franziskaners das Bild von Johannes dem Täufer auffrischen und seine Bedeutung im und für das Christentum herausstellen. Auch die Gmünder Johanniskirche, die seit 2004 als Jugendkirche genutzt wird, soll dadurch erneut in den Blickpunkt, das Interesse und die Wertschätzung der gesamten Gmünder Bevölkerung gerückt werden. Der Erlös der Veranstaltung wird für die Restaurierung der Johanniskirche eingesetzt. Das Forum Katholische Seniorenarbeit des Dekanats Ostalb lädt zusammen mit dem Münsterbauverein alle Senioren, Mitglieder des Münsterbauvereins sowie interessierte Bürger zu diesem Benefiz-​Vortrag ein.

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